Aktuell


Umweltbewusstsein 2016

Politik ist gefragt

WWF zur Studie „Umweltbewusstsein in Deutschland“ des Bundesumweltministeriums

WWF Pressemitteilung, 12.4.17

Berlin: Umwelt- und Klimaschutz ist das drittwichtigste Thema für die Bevölkerung in Deutschland, so das Ergebnis der Studie „Umweltbewusstsein in Deutschland“ von Bundesumweltministerium und Umweltbundesamt. Dabei ist der Erhalt unserer natürlichen Lebensgrundlagen für die meisten kein Selbstläufer.

„Im Jahr der Bundestagswahl sieht fast jeder Bürger und jede Bürgerin die Politik in der Pflicht, Wirtschaft und Märkte so zu regulieren, dass Umweltbelastungen gering gehalten werden. Einen Wert von 91 Prozent darf keine Regierung ignorieren“, so Christoph Heinrich, Vorstand Naturschutz beim WWF Deutschland. „Ich bin freudig überrascht, wie überwältigend groß die Mehrheit der Menschen in Deutschland ist, die einen echten Wandel im Umgang mit unseren natürlichen Lebensgrundlagen wollen. Diese Stimmen sind leider zu leise, aber sie sind da und das in Masse. Wir müssen alle zusammen nun lauter werden“, so Heinrich weiter. „Der sozial-ökologische Wandel unserer Gesellschaft wird ohne aktive Nachhaltigkeitspolitik nicht funktionieren.“

Mit Blick auf die Wahlen im September erwartet der WWF von allen Parteien klare Konzepte für ein nationales Klimaschutzgesetz und für den Ausstieg aus der Kohleenergie. Es brauche eine neue Landwirtschaftspolitik, die Mensch und Natur in den Mittelpunkt stellt.


Umweltbewusstsein 2016: Mehrheit der Deutschen will nicht mehr so stark aufs Auto angewiesen sein

BMUB Pressemitteilung, 12.4.17

Eine große Mehrheit der Deutschen will nicht mehr so stark auf das Auto angewiesen sein. Das ist eines der Ergebnisse der Umweltbewusstseinsstudie, einer repräsentativen Umfrage des Bundesumweltministeriums und des Umweltbundesamtes.

Eine große Mehrheit der Deutschen will nicht mehr so stark auf das Auto angewiesen sein. Das ist eines der Ergebnisse der Umweltbewusstseinsstudie, einer repräsentativen Umfrage des Bundesumweltministeriums und des Umweltbundesamtes. 91 Prozent der Befragten sagen demnach, dass das Leben besser werde, wenn der oder die Einzelne nicht mehr auf ein Auto angewiesen ist. 79 Prozent wünschen sich eine Stadtentwicklung, die die Alternativen zum Auto stärkt, für ihre eigene Stadt oder Gemeinde.

Bundesumweltministerin Barbara Hendricks: "Die Menschen sind bereit, auf das Auto zu verzichten, aber sie brauchen gute Alternativen. Weniger Autos, ein leistungsfähiger und günstiger öffentlicher Nahverkehr, gute und sichere Fahrradwege – all das wünschen sich viele Menschen, weil es ihre Lebensqualität verbessert und die Umwelt schützt. Das ist eine starke und wichtige Botschaft sowohl für die Umweltpolitik als auch für die Stadtentwicklungspolitik. Sie wird uns Rückenwind geben in unserem Einsatz für die Stadt der kurzen Wege, für neue Radwege und nachhaltige Mobilität."

Das Auto ist laut Studie nach wie vor das wichtigste Verkehrsmittel in Deutschland. 70 Prozent der Befragten nutzen es mehrmals in der Woche. Allerdings kann sich die große Mehrheit der Autofahrer vorstellen, unter bestimmten Bedingungen mehr zu Fuß zu gehen oder mit dem Rad zu fahren. Je nach Größe des Wohnorts können sich zudem zwischen 46 und 61 Prozent der Autofahrer vorstellen, auf Busse und Bahnen umzusteigen.

UBA-Präsidentin Maria Krautzberger: "Saubere Luft und mehr Grün in der Stadt – das geht nur mit mehr Bussen und Bahnen und mit weniger Autos. Der öffentliche Personennahverkehr ist das Rückgrat der Stadtmobilität. Er muss aber gestärkt werden und vor allem ausreichend finanziert sein. Wenn wir umweltschädliche Subventionen endlich abbauen und mehr Gelder für den ÖPNV bereitstellen, gelingt das auch." Die umweltschädlichen Subventionen des Verkehrssektors belaufen sich laut Berechnungen des Umweltbundesamt (UBA) derzeit auf mehr als 28 Milliarden Euro pro Jahr.

Grundsätzlich ist die Idee der Nachhaltigkeit in der Mitte der Gesellschaft angekommen. Umweltschutz wird dabei nicht als isoliertes Politikfeld wahrgenommen, sondern als Teil der Lösung für große ökonomische und soziale Herausforderungen. 67 Prozent der Befragten sehen Umweltschutz als notwendige Voraussetzung, damit Zukunftsaufgaben wie die Globalisierung gestaltet werden können. Große Teile der Bevölkerung sehen Umweltschutz zudem als Voraussetzung für Wohlstand (58 Prozent), Wettbewerbsfähigkeit (51 Prozent) und neue Arbeitsplätze (48 Prozent). Im Bereich der sozialen Gerechtigkeit wird dieser Zusammenhang mit 37 Prozent weniger gesehen.

Dabei zeigt die Studie auch, dass gerade in sozial benachteiligten Quartieren die Umweltbelastungen besonders hoch sind. 40 Prozent der Befragten mit kleinem Einkommen fühlen sich durch Lärm besonders belastet, aber nur 27 Prozent der Befragten mit hohen Einkommen. Auch von Luftverschmutzung fühlen sich Befragte mit niedrigem Einkommen (45 Prozent) deutlich stärker belastet als Menschen mit hohem Einkommen (28 Prozent). Engagierter Umweltschutz ist daher auch Gesundheitsschutz und trägt zu sozialer Gerechtigkeit bei.


(Ergänzung Waldportal: 71% der Befragten nehmen Rodung der Wälder als Bedrohung wahr, 56% das Artensterben und 55% den Klimawandel)




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