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Gelder für Wälder

Gelder für Wälder

WWF fordert bessere finanzielle Ausstattung für internationalen Waldschutz und funktionierende Waldlandschaften

WWF Pressemitteilung, 19.12.17

Zum Start des heutigen „Global Landscapes Forum“ in Bonn fordert der WWF die Einrichtung eines Waldfonds des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) mit 100 Mio. EUR Budget jährlich. „Mit Waldschutz und Wiederaufforstung können wir bis zu einem Drittel aller Maßnahmen durchführen, die weltweit zum Klimaschutz nötig sind. Jeder Euro mehr hilft uns dreifach: die Erderwärmung zu bremsen, die Lebensbedingungen der lokalen Bevölkerung zu verbessern und unsere Vielfalt an Pflanzen und Tieren zu erhalten. Mehr als die Hälfte aller Arten lebt in und von Wäldern und sie dienen 1.6 Milliarden Menschen als Lebensgrundlage “, sagt Dr. Susanne Winter, Programmleiterin Wald vom WWF Deutschland.

Die African Forest Landscape Restoration Initiative (AFR100) wurde am Rande der UN-Klimakonferenz von Paris ins Leben gerufen. Ziel ist es, in einigen afrikanischen Ländern bis 2030 auf einer Fläche von 100 Mio. Hektar Bäume zu pflanzen. Doch bedarf es einer finanziell hinreichenden Ausstattung der Initiative. Der Waldfonds des BMZ, der für alle Waldprojekte des Ministeriums zuständig sein könnte, würde hier Abhilfe schaffen. Der WWF ist seit November Partner der AFR100.

Wälder werden derzeit in Besorgnis erregendem Maße zerstört, besonders in den Tropen und in Entwicklungsländern. Der WWF schätzt, dass seit Beginn dieses Jahrhunderts jährlich etwa 7,6 Millionen Hektar Wald pro Jahr zerstört wurden, eine Fläche größer als Bayern. Dabei beschleunigen Abholzung und Degradierung der Wälder auch den Klimawandel: Mindestens 11 % der globalen Treibhausgas-Emissionen gehen darauf zurück. Durch kommerziellen Holzeinschlag, Brennholzgewinnung und Wanderfeldbau gingen in Afrika zwischen 1990 und 2015 knapp 12 % der Waldfläche (81,6 Millionen Hektar) verloren.

Ebenfalls Diskussionsthema der Konferenz ist die Bonn Challenge, die Dachinitiative zur Wiederherstellung entwaldeter und erodierter Flächen. Hier sollen 150 Millionen Hektar bis zum Jahr 2020 und 350 Millionen Hektar bis 2030 renaturiert werden. Für die gesamten 150 Mio. Hektar liegen bereits von über 40 Ländern zusagen vor, doch auch hier braucht es finanzielle Unterstützung. Ziel ist es, die Finanzbranche als Partner zu gewinnen und den Privatsektor über direkte Investments oder Investmentfonds direkt mit ins Boot zu holen.

Die nachhaltige Nutzung von Landschaften und Böden ist Bedingung für die Ernährung einer wachsenden Weltbevölkerung und wichtig für Wasser- und Energieversorgung, Wirtschaft und Handel sowie für Gesundheit, Klimaschutz und Biodiversität.

Das „Global Landscapes Forum“ fand 2013 erstmals in Warschau auf Initiative der Weltbank und des UN-Umweltprogramms UNEP statt. Auf der zweitägigen Konferenz diskutieren über 1000 Teilnehmer über Strategien für nachhaltige Landnutzung. Sie zielt darauf ab, den Kampf gegen den Klimawandel und die Agenda für nachhaltige Entwicklung verbinden. Insgesamt sollen 150 Millionen Hektar geschädigter Flächen in Afrika, Asien und Lateinamerika saniert werden. Ein Schwerpunktthema in diesem Jahr ist die Abholzung und der Schutz der für uns lebensnotwendigen Regenwälder.


Welt-Konferenz zur nachhaltigen Entwicklung von Landschaften tagt erstmals in Bonn

BMUB Pressemitteilung, 19.12.17

Die Jahreskonferenz des Global Landscape Forums tagt heute und morgen mit rund 1000 Teilnehmern aus Wirtschaft, Politik, Zivilgesellschaft und Wissenschaft am neuen Standort des Forums in Bonn. Der Chef des UN-Umweltprogramms UNEP, Eric Solheim, eröffnet die Konferenz im World Conference Center, das vor kurzem noch die 23. Weltklimakonferenz beherbergt hatte. Die Bundesregierung verstärkt ihr Engagement für die Schaffung und den Erhalt leistungsfähiger Landschaften weltweit, die Umwelt- und Klimaschutz mit Entwicklungszielen vereinen. Um diese Ziele zu erreichen, unterstützen das Umwelt- und das Entwicklungsministerium das Global Landscape Forum (GLF) mit jeweils 5,5 Milionen Euro. Das Sekretariat des GLF ist zunächst für vier Jahre am UN-Standort Bonn eingerichtet.

Bundesentwicklungsminister Dr. Gerd Müller: "Wenn im Kongo der Wald abgeholzt wird, bleibt in Äthiopien erst der Regen, dann die Ernte aus – mit dramatischen Folgen für die Menschen. Wir brauchen zukunftsfähige ländliche Räume, in denen eine intakte Natur langfristig Überlebensperspektiven bietet und die Menschen gleichzeitig Beschäftigung und Einkommen finden. Solche Lösungsansätze müssen wir stärker diskutieren – das Global Landscape Forum bringt die richtigen Experten dazu zusammen."

Bundesumweltministerin Barbara Hendricks: "Der Klimawandel ist eine noch nie dagewesene Herausforderung für die Staatengemeinschaft. Wälder und Böden spielen dabei eine zentrale Rolle. Wer den Zustand von Wäldern und Böden verbessert, bekämpft damit gleichzeitig den Klimawandel und den Verlust der Biodiversität. Das Global Landscapes Forum hilft uns dabei, voneinander zu lernen und miteinander umzusetzen. Es ist zudem eine perfekte Ergänzung für die UN Stadt Bonn."

Das Global Landscapes Forum in Bonn ist die weltweit größte, unabhängige, wissenschaftsbasierte, multi-sektorale Aktionsplattform für den Landnutzungssektor und Wälder. Es bietet Räume für Austausch und Vernetzung von Akteuren. Das internationale Forum entwickelt neue Lösungen unter anderem dadurch, dass Bereiche wie Nahrungsmittelproduktion, Gesundheit, erneuerbare Energien, Menschenrechte, Klima und Wasser zusammen in einem Landschaftsraum betrachtet werden.


EU schafft Klarheit bei Klimaschutz durch Wälder und Böden

Neue Verordnung setzt Anreize, Kohlenstoffsenken zu schützen und zu stärken

BMUB Pressemitteilung, 21.12.17

Der Rat der EU-Mitgliedstaaten und das EU-Parlament haben sich auf eine Reform der Anrechnungsregeln für die CO2-Einbindung und den Treibhausgasaustoß von Wäldern und Böden geeinigt. Wälder und Böden, zusammengefasst als sogenannter Landnutzungssektor, spielen eine zentrale Rolle für das Ziel des Paris-Abkommens, in der zweiten Hälfte des Jahrhunderts die Treibhausgasneutralität zu erreichen. Die neuen Regeln gelten ab 2021.

Bundesumweltministerin Barbara Hendricks: "Wälder und Böden können erheblich zum Klimaschutz beitragen, wenn sie CO2 binden. Daher freue ich mich, dass wir auf EU-Ebene nun robuste Regeln für die Anrechnung von Wäldern und Böden für den Klimaschutz gefunden haben. Diese setzen neue Anreize für zusätzliche Anstrengungen im Bereich der Landnutzung und verhindern, dass über kreative Buchhaltung heiße Luft ins System kommt."

Mit der Einigung über die so genannte Verordnung zur Integration von Emissionen und Senken aus Landnutzung, Landnutzungsänderungen und Forstwirtschaft – kurz LULUCF – wird der menschliche Einfluss auf ausgestoßene und abgebaute Treibhausgasmengen von Wäldern und Böden ab 2021 in den EU-Klimarahmen integriert. Die Verordnung legt für den Zeitraum 2021 bis 2030 erstmalig ein Klimaschutzziel für den Landnutzungssektor fest. Zudem werden Anrechnungsregeln definiert, die den natürlichen Schwankungen dieses Sektors Rechnung tragen und den menschlichen Einfluss und die Wirkung von Klimaschutzmaßnahmen von natürlichen Effekten abgrenzen. Für die einzelnen Landkategorien werden einheitliche Vergleichsmaßstäbe für alle EU-Mitgliedstaaten zur Bestimmung von Fort- oder Rückschritten im Klimaschutz eingeführt.

Jeder EU Mitgliedstaat vergleicht die reale CO2-Einbindung von Wäldern und Böden mit Vergleichsmaßstäben, die in der Verordnung festgelegt werden. Eine Abnahme der CO2-Einbindung gegenüber dem Vergleichsmaßstab resultiert in Lastschriften, eine Zunahme in Gutschriften. Die Mitgliedstaaten müssen sicherstellen, dass sie im Saldo nicht mehr Last- als Gutschriften auf dem Konto haben. Ein Überschuss an Lastschriften muss durch zusätzlichen Klimaschutz innerhalb des Landnutzungssektors oder in den anderen Sektoren außerhalb des Emissionshandels ausgeglichen werden. Gleichzeitig dürfen Gutschriften in begrenztem Umfang in andere Sektoren übertragen werden.

Deutschland konnte zusammen mit anderen Mitgliedstaaten wichtige Prinzipien für die Integrität des Legislativvorschlages sicherstellen. Dies betrifft vor allem die Anrechnung der CO2-Einbindung von Wäldern. Es ist zudem ein großer Fortschritt, dass ab 2026 auch die Klimabilanz von Feuchtgebieten verpflichtend angerechnet werden muss, denn Moore sind ein besonders großer Kohlenstoffspeicher. Hierfür hatte sich die Bundesregierung bereits in den Verhandlungen im Rat eingesetzt.

Das Verhandlungsergebnis muss nun nur noch formal vom EU-Ministerrat und vom EU-Parlament bestätigt werden. Gestern Abend wurde es vom Ausschuss der Ständigen Vertreter der Mitgliedstaaten angenommen.


BMUB fördert sieben Klimaschutz-Modellprojekte mit insgesamt 7,5 Millionen Euro

Neue Projektskizzen können ab 1. Januar 2018 eingereicht werden

BMUB Pressemitteilung, 19.12.17

Das Bundesumweltministerium fördert sieben weitere kommunale Klimaschutz-Modellprojekte. Insgesamt sind damit bundesweit 30 Modellprojekte im Rahmen der Nationalen Klimaschutzinitiative (NKI) bewilligt worden. Skizzen für das neue Auswahlverfahren können vom 1. Januar bis zum 15. April 2018 eingereicht werden.

Die Förderbescheide über insgesamt rund 7,5 Millionen Euro gehen an die Städtischen Seniorenheime Dortmund/BETREM Emscherbrennstoffe GmbH (Verbundprojekt), die Wärmeversorgung Offenburg GmbH, die Stadtwerke Neumarkt in der Oberpfalz, die Stadt Braunschweig, die Landeshauptstadt Dresden sowie an die Protestantischen Kirchengemeinden Hambach und Neuhofen.

  • Ziel des Vorhabens in Dortmund ist die Errichtung einer Anlage zur Nutzung von Abwasserwärme am städtischen Seniorenwohnsitz WESTHOLZ.
  • In Offenburg soll eine kommunale Wärmeplattform zur Integration verschiedener regenerativer Energieträger und -erzeuger zur Wärmeversorgung des Stadtkerns errichtet werden.
  • Beim Vorhaben in Neumarkt in der Oberpfalz soll in einem Wasserwerk ein energieeffizientes Hosting-Rechenzentrum gebaut werden, das die kalte Luft einer Wasseraufbereitungsanlage zur Kühlung nutzt und den Energieverbrauch des Rechenzentrums erheblich senken soll.
  • Das Vorhaben in Braunschweig sieht unter anderem vor, "Energiewälder" auf fünfzehn Hektar urbaner Fläche zu errichten und zusätzlich hunderte neuer Stadtbäume zu pflanzen. So wird CO2 aus der Atmosphäre gebunden und auch ein Beitrag zur Anpassung an den Klimawandel geleistet.
  • Emissionsfreie Logistik und eine effiziente Fernwärmebereitstellung, mit der Treibhausgas- und Feinstaubemissionen gemindert werden, sind die Ziele des Vorhabens der Landeshauptstadt Dresden.
  • Die Protestantischen Kirchengemeinden Hambach und Neuhofen wollen innovative Nahwärmenetze in Kombination mit Energieeffizienzmaßnahmen an teilweise denkmalgeschützten Gebäudeensemblen errichten.
Im Rahmen des NKI-Förderaufrufs für kommunale Modellprojekte sind mittlerweile 30 Projekte aus den Förderwettbewerben der Jahre 2016 und 2017 mit einem Fördervolumen von rund 75 Millionen Euro bewilligt worden.

Ab dem 1. Januar 2018 startet eine neue Runde des Förderaufrufs. Interessierte Kommunen, kommunale Unternehmen oder Verbünde können vom 1. Januar zum 15. April 2018 ihre Skizzen für neue Projektideen einreichen.




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