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Biodiversitäts-Bericht

Neue Berichte des Weltbiodiversitätsrates: Biodiversitätsverlust gefährdet das menschliche Wohlbefinden weltweit

NeFo Pressemitteilung, 23.3.18

Der Rückgang der biologischen Vielfalt gefährdet das menschliche Wohlbefinden, aber es gibt Möglichkeiten zum Schutz und zur Wiederherstellung. So titelt der Weltbiodiversitätsrat IPBES in seiner heutigen Presseerklärung, nachdem in der Nacht vier regionale Berichte zur Biodiversität und der Ökosystemleistungen beim 6. Plenum in Medellín/Kolumbien von den Staatenvertretern verabschiedet wurden. Sie umfassen die Regionen Amerika, Asien und Pazifik, Afrika sowie Europa und Zentralasien - den gesamten Planeten mit Ausnahme der Pole und der offenen Ozeane. IPBES hat nun 129 Mitgliedsstaaten.

Die biologische Vielfalt nimmt in allen Regionen der Welt weiter ab und verringert die Fähigkeit der Natur, zum Wohlergehen der Menschen beizutragen. Dieser alarmierende Trend gefährdet die Wirtschaft, die Lebensgrundlagen, die Ernährungssicherheit und die Lebensqualität der Menschen auf der ganzen Welt, lautet das Urteil der heute veröffentlichten vier wegweisenden wissenschaftlichen Berichte, die von mehr als 550 führenden Experten aus über 100 Ländern verfasst wurden, mehr als 20 davon aus Deutschland und der Schweiz.

„Wir brauchen derzeit unser Naturkapital auf, dabei sollten wir von den Zinsen leben“, resümiert Prof. Markus Fischer (Universität Bern), einer der beiden Berichtsleiter (Co-Chairs) des regionalen Berichts zu Europa/Zentralasien im NeFo-Interview. Fünf beteiligte deutsche Autorinnen und Autoren erzählen hier, was wir, vor allem aber die Politik, aus diesem Bericht mitnehmen sollten.

"Die biologische Vielfalt und die Beiträge der Natur für die Menschen klingen, für viele Menschen, akademisch und weit entfernt von unserem täglichen Leben", sagte der Vorsitzende von IPBES, Sir Robert Watson. "Nichts könnte weiter von der Wahrheit entfernt sein - sie sind das Fundament unserer Nahrung, unseres sauberen Wassers und unserer Energie. Sie stehen nicht nur im Mittelpunkt unseres Überlebens, sondern auch unserer Kulturen, Identitäten und Lebensfreude.

Die besten verfügbaren Beweise, die von den weltweit führenden Experten gesammelt wurden, zeigen uns jetzt eine einzige Schlussfolgerung: Wir müssen handeln, um die nicht nachhaltige Nutzung der Natur zu stoppen und umzukehren - oder nicht nur die Zukunft zu riskieren, die wir wollen, sondern auch das Leben, das wir derzeit führen. Glücklicherweise zeigen die Beweise auch, dass wir wissen, wie wir unsere lebenswichtigen Naturschätze schützen und teilweise wiederherstellen können."

Die umfassend überprüften IPBES-Berichte konzentrieren sich auf die Beantwortung von Schlüsselfragen für jede der vier Regionen, darunter: Warum ist die biologische Vielfalt wichtig, wo machen wir Fortschritte, welche sind die größten Bedrohungen und Chancen für die biologische Vielfalt und wie können wir unsere Politiken und Institutionen für eine nachhaltigere Zukunft anpassen?

In jeder Region, abgesehen einiger beispielhafter positiver Ausnahmen, werden die biologische Vielfalt und die Fähigkeit der Natur, zum Wohle der Menschen beizutragen, durch eine Reihe gleichzeitiger Belastungen wie Lebensraumstress, Übernutzung und nicht nachhaltige Nutzung natürlicher Ressourcen, Luft-, Land- und Wasserverschmutzung, zunehmende Zahl und Auswirkungen invasiver gebietsfremder Arten und Klimawandel, unter anderem, verringert und verloren.


Eine zutiefst menschliche Katastrophe

Weltbiodiversitätsrat legt Abschlussberichte zum Zustand der globalen Ökosysteme und biologischen Vielfalt vor

WWF Pressemitteilung, 23.3.18

Nach drei Jahren Arbeit von 550 Wissenschaftlern und Experten aus 100 Ländern wurden vier regionale Berichte auf einem Treffen des Weltbiodiversitätsrates IPBES in Kolumbien zum Zustand der Natur und der biologischen Vielfalt veröffentlicht. Günter Mitlacher, Direktor für Internationale Biodiversitätspolitik beim WWF, verfolgte die Beratung vor Ort und erklärt hierzu:

„Die Fakten liegen auf dem Tisch. Die Wissenschaft hat geliefert. Jetzt muss die Politik endlich handeln, denn was wir nicht brauchen sind neue Versprechungen. Die Zustandsberichte belegen, wie schlecht es um die Natur und die biologische Vielfalt auf unserem Planeten bestellt ist. Das Ergebnis ist nicht nur eine ökologische, sondern auch eine zutiefst menschliche Katastrophe, denn unsere Wirtschaft, unsere Gesundheit, unser Wohlergehen und unser Glück hängen letztlich davon ab, wie gut oder schlecht es unserem Planet geht.

Die Ergebnisse sind alarmierend und eindeutig: Wir müssen ein Jahrzehnt der ökologischen Restaurierung einschlagen, um zerstörte Wälder, Flüsse und Meeresgebiete zu sanieren. Andernfalls werden die Kosten der politischen Untätigkeit in Bezug auf Klimawandel und Naturschutz gewaltig, unumkehrbar und eine unannehmbare Last für zukünftige Generationen sein.“


NABU: Biodiversitätsbericht ist ein Weckruf an die Weltgemeinschaft

Miller: Bundesregierung muss den Erhalt der biologischen Vielfalt als besonders dringliche Aufgabe erkennen

NABU Pressemitteilung, 23.3.18

Medellín/Berlin – Der heute bei der sechsten Vollversammlung des Weltbiodiversitätsrates (IPBES) in Kolumbien verabschiedete Biodiversitätsbericht zu Europa und Zentralasien zeigt, dass die biologische Vielfalt und damit die Grundlage menschlichen Wohlergehens stark gefährdet sind. „Der Bericht ist ein Weckruf der Wissenschaft an die Weltgemeinschaft, dass der aktuelle westliche Lebensstil unvereinbar ist mit dem Erhalt unserer natürlichen Ressourcen“, so NABU-Bundesgeschäftsführer Leif Miller, „Die fortschreitende Zerstörung der Natur und die massive Gefährdung unserer Lebensgrundlagen sollten uns allen die Augen öffnen. Die neue Bundesregierung muss sich insbesondere für eine andere EU-Agrarpolitik einsetzen.“ Anders gebe es keine Chance, dass Insekten- und Vogelsterben aufzuhalten.

Laut Bericht ist der Biodiversitätsverlust maßgeblich auf die intensivierte Land- und Forstwirtschaft zur Versorgung mit Nahrungsmitteln und biobasierten Brennstoffen zurückzuführen. Als wichtige Treiber dieser Entwicklung wird vor allem eine fehlgeleitete Subventionspolitik genannt. Westeuropa schneidet besonders schlecht ab, etwa beim ökologischen Fußabdruck, der die Fläche widergibt, die zur dauerhaften Aufrechterhaltung des Lebensstils erforderlich ist. Dem Bericht zufolge beansprucht jeder Deutsche pro Jahr rund 5 Hektar – ein Flächenbedarf, der weltweit einer der höchsten und nur durch die Inanspruchnahme von Flächen im Ausland zu stillen ist. So verwundert es nicht, dass die Mitgliedsstaaten der Europäischen Union für etwa zehn Prozent der jährlichen weltweiten Entwaldungsrate verantwortlich gemacht werden.

„Einmal mehr verdeutlichen die Ergebnisse des Berichts, dass insbesondere westliche Gesellschaften im Rahmen globalisierter Handelsströme über Landesgrenzen hinweg die Zerstörung der biologischen Vielfalt exportieren“, so Miller. „Biodiversitätsschutz ist eine globale Aufgabe, die bei jedem vor der eigenen Haustür anfängt. Die Bundesregierung sollte sich ihrer Verantwortung zur Erreichung der Nachhaltigkeitsziele bewusst sein und ihren Beitrag dazu leisten, wirtschaftliches Wachstum von der Naturzerstörung zu entkoppeln.“




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