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Aktuell

Living Planet Reports 2018

Kurven auf Crashkurs

20 Jahre WWF-Gesundheitscheck: Tierbestände schrumpfen weltweit um 60 Prozent
Menschheit verbraucht 70 Prozent mehr Ressourcen als die Erde bereithält


WWF Pressemitteilung, 30.10.18

Die Menschheit verbraucht jährlich 70 Prozent mehr natürliche Ressourcen als die Erde zeitgleich erneuern kann. Damit wächst unser Ressourcenhunger weiter. Dieses und andere Ergebnisse des "Living Planet Reports 2018" legte der WWF am Dienstag in Berlin vor. Während die Kurven zum Ressourcenverbrauch ansteigen, schwinden die ökologischen Reserven der Erde weiter. Der "Living Planet Index", ein Barometer für den weltweiten ökologischen Gesundheitszustand der Erde, fällt auf einen neuen Tiefpunkt. Der gemessene Rückgang der über 16.000 untersuchten Bestände von Wirbeltieren liegt nun bei 60 Prozent im Vergleich zu 1970. "Unser Lebensstil ist wie Kettenrauchen und Komasaufen auf Kosten des Planeten", so Jörg-Andreas Krüger, Geschäftsleiter Naturschutz beim WWF Deutschland.

Mit dem neuen Report veröffentlicht der WWF seinen mittlerweile zwölften ökologischen Zustandsbericht seit 1998. Besonders stark schrumpfen laut "Living Planet Index" die Bestände von Säugetieren, Vögeln, Fischen, Amphibien und Reptilien in Süd- und Zentralamerika. Dort sank ihr Bestand um 89 Prozent gegenüber 1970. "Deutschland hat am erschütternden Rückgang der biologischen Vielfalt weltweit maßgeblich Anteil. Für unseren Lebensstil fallen in Südamerika, Afrika oder Asien Bäume, verschmutzen Flüsse, schwinden Tierbestände oder sterben Arten ganz aus", sagt Jörg-Andreas Krüger vom WWF. Die Naturschutzorganisation fordert EU-weite Nachhaltigkeitskriterien für importierte Agrar- und Mineralrohstoffe und einen internationalen Waldfonds mit mindestens 100 Millionen Euro Jahresbudget. Aus diesem Fond könnten weltweit Projekte zum Waldschutz und zur Wiederaufforstung in den Ländern unterstützt werden, die auch für unseren Wohlstand ihre Wälder abgeholzt haben.

Die biologische Vielfalt sieht der WWF auch in Deutschland und Europa massiv unter Druck: "Vor unserer Haustür sind monotone Agrarlandschaften ohne Wiesenvögel, Schmetterlinge, Wildbienen und Frösche entstanden. Derzeit geht es in Brüssel um die Zukunft der EU-Agrarpolitik. Mindestens 50 Prozent der Agrar-Subventionen dürfen nur an diejenigen Landwirte fließen, die nachweislich auf ihren Feldern Klima- und Umweltschutzziele umsetzen, indem sie zum Beispiel den Einsatz von Pestiziden und synthetischen Düngern senken, auf vielfältige Fruchtfolgen setzen oder artenreiches Grünland erhalten", fordert Jörg-Andreas Krüger vom WWF.

Besondere Sorge bereitet der Naturschutzorganisation die weltweit wachsende Plastikflut in den Ozeanen. "Wir brauchen endlich scharfe internationale Vereinbarungen gegen die Plastikflut. Es müssen konkrete Minderungsziele vorgeschrieben, ein verbindlicher Zeitrahmen und ein Maßnahmenpaket beschlossen werden. Die Meere dürfen nicht weiter die Müllhalde der Erde sein. Deutschland und die EU sind gefordert, mit gutem Beispiel voran zu gehen, mit Recyclingvorgaben für Lebensmittelverpackungen oder strikten Regelungen für Mikroplastik", so Jörg-Andreas Krüger vom WWF.

Von Rohstoffen, Wasser, Lebensmitteln, Arzneimitteln und Energie bis hin zu Bestäubung, Bodenbildung sowie Schutz vor Fluten, Stürmen und Erosion - die natürlichen Systeme der Erde sind überlebenswichtig für uns alle, mahnt der WWF. "Wir sägen am Ast, auf dem wir sitzen. Viel Zeit bleibt nicht für die Trendwende, aber sie ist machbar", so Krüger. "Dazu müssen wir national und international mutiger und konsequenter handeln."

Das Zeitfenster für die Trendwende ist aus Sicht des WWF klar: Die Weltgemeinschaft hat mit 2020 ein Schlüsseljahr für die Zukunft der Erde vor sich. Dann steht das Erreichen der Nachhaltigkeitsziele der Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung (SDG) ebenso auf dem Prüfstand wie das Klimaabkommen von Paris und das Übereinkommen über die biologische Vielfalt (CBD). Würden alle vereinbarten Ziele bis 2030 wirklich erreicht, könnte der Richtungswechsel gelingen.

Hintergrund

Der Living Planet Report zeigt die Veränderungen der weltweiten Biodiversität und des menschlichen Konsums auf. Die Studie wird seit 1998 vom WWF veröffentlicht, seit 2000 erscheint sie im zweijährigen Turnus. Die aktuelle zwölfte Ausgabe wurde vom WWF gemeinsam mit der Zoologischen Gesellschaft London (ZSL) erstellt. 2018 erscheint der Zustandsbericht erstmals auch in einer Fassung für Kinder und Jugendliche.

Der Living Planet Index (LPI) erfasst den Zustand der biologischen Vielfalt. Er basiert aktuell auf Daten zu 16.704 untersuchten Populationen von 4005 Wirbeltierarten auf der ganzen Erde. Für den Zeitraum von 1970 bis 2014 ermittelt der globale LPI einen Rückgang von 60 Prozent. Zum Vergleich: Im ersten Living Planet Report lag der ermittelte Rückgang noch bei 30 Prozent für den Zeitraum 1970 bis 1995.

Der Ökologische Fußabdruck hat sich seit 1966 verdoppelt. Seit mehr als 40 Jahren nutzen die Menschen mehr natürliche Ressourcen, als die Erde erneuern kann. Der Fußabdruck gibt die Beanspruchung der Ökosysteme durch den Menschen an im Vergleich zur biologisch produktiven Landfläche (Biokapazität), die zur Bereitstellung erforderlich ist.

Living Planet Report


«Wir haben es in der Hand, ein Massensterben zu verhindern»

Die Artenvielfalt ist in den letzten 50 Jahren dramatisch gesunken. Das zeigt der WWF in seiner neuesten Ausgabe des Living Planet Index auf. Zum Glück findet ein Umdenken bei den Menschen statt. Das sagt Thomas Vellacott, CEO des WWF Schweiz.

Von Philipp Löpfe, Watson, 4.11.18

https://www.watson.ch/wirtschaft/interview/468783788-wir-haben-es-in-der-hand-ein-massensterben-zu-verhindern


Wildtierbestand ist weltweit um 60 Prozent geschrumpft

Ein WWF-Bericht offenbart eine dramatische Entwicklung: Seit 1970 hat der weltweite Bestand an Wirbeltieren um 60 Prozent abgenommen. Gleichzeitig verbraucht die Menschheit jährlich 70 Prozent mehr Ressourcen, als eigentlich zur Verfügung stehen.

Energiezukunft, 3. November, 2018

https://www.energiezukunft.eu/umweltschutz/wildtierbestand-ist-weltweit-um-60-prozent-geschrumpft/




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