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Aktuell

Klima-Risiko-Index

2017 bricht Rekorde bei Wetterextremen

Globaler Klima-Risiko-Index: Vor allem tropische Wirbelstürme verheerenden Ausmaßes forderten Tausende Menschenleben und zerstörten ganze Staaten
Puerto Rico 2017 am schwersten getroffen
Orkane und Starkregen in Deutschland - Platz 25 im Langfrist-Index


Germanwatch Pressemitteilung, 4.12.18

Katowice. Mit mehr als 11.500 Todesopfern und über 375 Milliarden US-Dollar (in Kaufkraftparitäten) Schäden geht das Jahr 2017 als das bisher verheerendste Extremwetterjahr weltweit in die jüngere Geschichte ein. Die wetterbedingten Sachschäden brechen damit die bisherigen Rekorde. Tropische Wirbelstürme verheerenden Ausmaßes trafen vor allem die Inseln Puerto Rico und Dominica hart. Beide Inseln wurden schwer verwüstet, über 3000 Menschen verloren ihr Leben. "Allein Puerto Rico verzeichnete Sachschäden von über 82 Milliarden US-Dollar in Kaufkraftparitäten, die Schäden Dominicas übertreffen das Bruttoinlandsprodukt des Landes um mehr als das Doppelte. Puerto Rico liegt nach dieser Jahrhundert-Katastrophe sowohl in unserem Klima-Risiko-Index für 2017 als auch im Langfrist-Index über die letzten 20 Jahre an der Spitze. Dass die Stürme an Intensität bei Windgeschwindigkeiten und Niederschlägen zunehmen, deckt sich mit den Prognosen der Klimawissenschaft", sagt David Eckstein von Germanwatch, Hauptautor des heute bei der Weltklimakonferenz in Katowice veröffentlichten Klima-Risiko-Indexes.

Extremwetter: 526.000 Tote und umgerechnet 3,5 Billionen Dollar Schäden seit 1998

Weltweit traten in den vergangenen 20 Jahren mehr als 11.500 Extremwetterereignisse auf – also deutlich mehr als ein Ereignis pro Tag. Dabei kamen insgesamt über 526.000 Menschen zu Tode und die direkten Sachschäden beliefen sich auf knapp 3,5 Billionen US-Dollar (gerechnet in Kaufkraftparitäten). Der Klima-Risiko-Index zeigt in den vergangenen Jahren zwei Trends auf: Zum einen nimmt die Wucht einzelner Extremwetterereignisse zu. In Gebieten wie den genannten Puerto Rico oder Dominica führen dann schon wenige solcher verheerenden Wetterlagen dazu, dass ganze Regionen über Jahre wieder aufgebaut werden müssen. Zum anderen werden Länder wie Haiti, die Philippinen, Sri Lanka oder Pakistan so regelmäßig von Wetterextremen getroffen, dass sie kaum Zeit haben sich zu erholen. In Südasien sind es vor allem immer öfter wiederkehrende extreme Monsunregen mit Überschwemmungen und Erdrutschen. "Die wichtigen Verursacherstaaten müssen einerseits die ärmeren Staaten bei der Klimawandelanpassung unterstützen. Andererseits müssen sie ihnen auch beim Umgang mit Schäden und Verlusten helfen", betont Eckstein. "Diese Forderung wird in Katowice eine große Rolle spielen."

27 Tote und umgerechnet knapp 3,6 Mrd. Dollar Schäden durch Extremwetter in Deutschland allein 2017

In Deutschland verursachten 2017 vor allem Orkantiefs im Herbst sowie regional auch Stark- und Dauerregen nach langer Trockenheit im Frühsommer große Schäden. Insgesamt forderten Extremwetterereignisse in Deutschland im vergangenen Jahr 27 Todesopfer und richteten Schäden in Höhe von knapp 3,6 Milliarden US-Dollar in Kaufkraftparitäten an – vor allem durch Sturmschäden und Überflutungen. Deutschland lag damit im Jahr 2017 auf Rang 40 (Vorjahr 42), im Index für die vergangenen 20 Jahre (1998 - 2017) gar auf Rang 25. "Durch die Rekord-Dürre und extreme Hitze in diesem Jahr ist im nächsten Index damit zu rechnen, dass europäische Länder noch mehr in den Fokus geraten", sagt Eckstein. Schon jetzt gehört zum Beispiel Frankreich zu den 20 am stärksten betroffenen Staaten im Langfrist-Index. Eckstein weiter: "Von den zehn in den letzten 20 Jahren am stärksten betroffenen Ländern waren acht Entwicklungsländer mit niedrigem oder niedrigem mittleren Einkommen. Diese haben die wenigsten Ressourcen um sich vor den Folgen des Klimawandels zu schützen oder die Verluste zu kompensieren und benötigen daher besonders große Unterstützung. Aber gerade die letzten Jahre belegen ebenso: Auch reiche Industrienationen werden vom Klimawandel immer härter getroffen. Der Klima-Risiko-Index zeigt sehr eindrücklich, dass Anpassung an den Klimawandel weltweit noch wichtiger wird, aber eben nicht grenzenlos möglich ist."

Zum Klima-Risiko-Index

Germanwatch erstellt den Globalen Klima-Risiko-Index auf der Grundlage der NatCatSERVICE-Datenbank des Rückversicherers Munich Re sowie von sozioökonomischen Daten des Internationalen Währungsfonds (IWF). Der Index betrachtet die durch Extremwetter verursachten Todeszahlen und Sachschäden (um Vergleichbarkeit zu ermöglichen in Kaufkraftparitäten) - sowohl die absoluten Zahlen als auch in Relation zur Einwohnerzahl bzw. dem Bruttoinlandsprodukt. Wenngleich die Auswertungen über die steigenden Schäden und Todesopfer keine einfache Aussage darüber erlauben, welcher Anteil davon auf den Klimawandel zurückzuführen ist, so lässt sich doch ein Bild der Verwundbarkeit der Staaten zeichnen. Der Index wird seit 2005 jährlich bei den Weltklimakonferenzen vorgeste


Guterres fordert entschlossenen Kampf gegen Klimawandel

UN-Generalsekretär Guterres hat zur Eröffnung der Weltklimakonferenz im polnischen Kattowitz zu einem entschlossenen Kampf gegen den Klimawandel aufgerufen. Dieser sei eine Frage von Leben und Tod. Die Weltbank will dafür ihre Hilfen auf 200 Milliarden Dollar verdoppeln. Fast 200 Staaten wollen in der laufenden Woche über das weitere Vorgehen im Klimakampf beraten.

mdr, 3. Dezember, 2018

https://www.mdr.de/nachrichten/politik/ausland/umsetzung-klimaabkommen-paris-100.html


UN-Chef verlangt mutiges Vorgehen gegen Klimawandel

Die Herausforderungen bei der Bekämpfung der Erderwärmung sind klein im Vergleich zu den Problemen, die der Klimawandel verursacht, sagt Guterres. Nur über den Weg zu weniger Emissionen gibt es verschiedene Meinungen.

(dpa) - 3. Dezember, 2018

https://www.wiwo.de/politik/ausland/weltklimakonferenz-un-chef-verlangt-mutiges-vorgehen-gegen-klimawandel/23712888.html


Weltbank unterstützt Kampf gegen Klimawandel mit 200 Milliarden Dollar

Die Weltbank verdoppelt ihre Investitionen, um vor allem armen Ländern zu helfen. Auch Deutschland sagt mehr Geld zu.

(dpa) - 3. Dezember, 2018

https://www.handelsblatt.com/politik/deutschland/entwicklungsbank-weltbank-unterstuetzt-kampf-gegen-klimawandel-mit-200-milliarden-dollar/23713202.html?ticket=ST-1686889-ZMGtRV9M7pBXh62oseDW-ap1


2018 könnte wärmstes und trockenstes Jahr seit 1881 werden

Deutscher Wetterdienst zur vorläufigen Bilanz des Jahres 2018 in Deutschland

Deutscher Wetterdienst Pressemitteilung, 3.12.18

Offenbach, 3. Dezember 2018 - „Der Klimawandel ist längst in Deutschland an-gekommen. Das Jahr 2018 könnte hierzulande das wärmste, trockenste und sonnigste Jahr seit Aufzeichnungsbeginn werden. Das ist ein Alarmsignal und unterstreicht: Wir müssen schnell Lösungen zur Verminderung der Treibhaus-gasemissionen finden,“ erklärt DWD-Vizepräsident Prof. Dr. Paul Becker an-lässlich der Weltklimakonferenz im polnischen Katowice.

Noch nie seit Aufzeichnungsbeginn im Jahr 1881 war es in Deutschland in den ersten 11 Monaten eines Jahres so warm wie 2018. Die Mitteltemperatur des Zeitraums Januar bis November 2018 lag bei 11 Grad Celsius – 2,1 Grad über dem vieljährigen Mittel 1961-1990 dieses Zeitraums. Auch beim Niederschlag sind die ersten elf Monate des Jahres so trocken gewesen wie nie zuvor. Insge-samt fielen bisher 482 Liter pro Quadratmeter. Das sind nur 67 Prozent der in diesen Zeitraum üblichen Menge. Das Tripel vollständig macht die bisherige Sonnenscheindauer im Jahr 2018. Von Januar bis November wurden vom DWD 1990 Sonnenscheinstunden gemessen – ein Plus von 32 Prozent im Ver-gleich zum vieljährigen Durchschnitt. Fest steht bereits jetzt, dass im Jahr 2018 die bisher höchste Anzahl Heißer Tage (Tmax ≥ 30 °C) und Sommertage (Tmax ≥ 25 °C) registriert wurden.

Becker: „Mit den beobachteten Rekorden setzt das Jahr 2018 den langfristigen Erwärmungstrend fort. Es bestätigt somit erneut die Ergebnisse der Klimamo-delle zu den erwarteten Folgen des vom Menschen verursachten Klimawan-dels. Die Konzentrationen der Treibhausgase nehmen nach wie vor ungebremst zu. Der Druck steigt, Klimaschutz- und Anpassungsmaßnahmen umzusetzen.“


Klimawandel muss in den Köpfen ankommen

Das bisherige Jahr 2018 war in Deutschland das wärmste und trockenste seit Beginn der Wetteraufzeichnung. Damit sich was ändert, muss nicht nur die Klimakonferenz in Polen liefern.

Von Özden Terli, ZDF, 4.12.18

https://www.zdf.de/nachrichten/heute/dwd-zum-klimawandel-in-deutschland-2018-alarmierendes-wetter-100.html


Wie macht man den Wald fit für den Klimawandel?

Die warme und trockene Witterung des Sommers 2018 und vor allem der fehlende Niederschlag haben gezeigt: der Klimawandel ist für die heimischen Wälder kein Zukunftsszenario, er wirkt sich längst auf Kiefer, Fichte und Buche aus. Doch wie muss unser Wald der Zukunft aussehen?

Von Uli Blumenthal, Deutschlandfunk, 2.12.18

https://www.deutschlandfunk.de/waldumbau-4-0-wie-macht-man-den-wald-fit-fuer-den.740.de.html?dram:article_id=434805


Schulze und Müller in Katowice: Deutschland verdoppelt Zusage für internationalen Klimafonds

BMU Pressemitteilung, 3.12.18

Zum Start der 24. Weltklimakonferenz in Katowice haben Bundesumweltministerin Svenja Schulze und Bundesentwicklungsminister Dr. Gerd Müller eine Verdopplung der Zusage für den internationalen Klimafonds (Green Climate Fund) um weitere 1,5 Milliarden Euro angekündigt. Damit unterstützt die Bundesregierung die Umsetzung des Pariser Klimaschutzabkommens und den globalen Zusammenhalt im Einsatz gegen den Klimawandel.

Bundesentwicklungsminister Müller: "Klimaschutz ist die Überlebensfrage der Menschheit. Katowice muss eine Trendwende sein: Wir müssen die Vorgaben des Pariser Abkommens konsequent und verbindlich umsetzen und darüber hinaus in den internationalen Klimaschutz investieren. Denn von den Folgen des Klimawandels sind am stärksten die armen Länder betroffen mit den niedrigsten Emissionen. 100 Millionen Menschen in Küsten- und Dürregebieten sind bereits jetzt durch Hitze und steigende Meeresspiegel gefährdet, ihre Lebensgrundlage zu verlieren. Deutschland geht voran. Wir verdoppeln unseren Beitrag für den Green Climate Fund und starten die 'Allianz für Entwicklung und Klima'. Eine Initiative, um zusätzliche private Investitionen für Klimaschutzprojekte in Entwicklungs- und Schwellenländern zu gewinnen."

Bundesumweltministerin Schulze: "Wir treten bei den Klimaverhandlungen ein für mehr Verbindlichkeit, Mut und Solidarität beim Klimaschutz. Wir wollen hier in Katowice ein verbindliches Regelwerk für die Umsetzung des Pariser Abkommens beschließen. Am Ende soll jeder genau wissen, was er zu tun hat, damit wir gemeinsam den Klimawandel bekämpfen können. Wir brauchen auch den Mut und das Selbstvertrauen, gemeinsam immer besser zu werden. Und wir brauchen die Solidarität zwischen den reichen und armen Ländern. Wir werden die Entwicklungsländer nicht alleine lassen beim Klimaschutz und bei der Anpassung an den Klimawandel. Mit unserem Beitrag für den internationalen Klimafonds setzen wir ein starkes Zeichen des Zusammenhalts. Das ist gut investiertes Geld, denn es wird helfen, auf der ganzen Welt klimaverträgliche Lösungen voranzubringen. Wir werden uns dafür einsetzen, dass auch andere Industrieländer vergleichbare Zusagen machen und sich auch Schwellenländer beteiligen."

Dem Fonds stehen 7,3 Millarden US-Dollar zur Verfügung. Der Green Climate Fund fördert bereits 93 Projekte. Zahlreiche weitere Projektanträge liegen schon vor, allerdings sind aufgrund der knappen Mittel ab Mitte nächsten Jahres keine Zusagen für neue Projekte mehr möglich.

Deswegen wurde vor Kurzem die Wiederauffüllung des Fonds beschlossen. Deutschland gehörte 2014 bei der Erstauffüllung des Fonds mit 750 Millionen Euro zu den größten Gebern. Bei der Wiederauffüllung ist Deutschland das erste Land, das eine konkrete Summe ankündigt.

Der Green Climate Fund fördert Minderungs- und Anpassungsmaßnahmen in Entwicklungs- und Schwellenländern, etwa den großflächigen Aufbau erneuerbarer Energien, die Umsetzung klimafreundlicher Mobilitätskonzepte, neue Schutzbauten gegen Sturmfluten in Bangladesch und den Aufbau von Unwetter-Frühwarnsystemen. Besonderer Wert wird auf die Förderung der am wenigsten entwickelten Länder (LDCs), kleiner Inselstaaten und der afrikanischen Länder gelegt. Der Green Climate Fund hat die Aufgabe, transformative Projekte zu fördern, die breit wirken und Systeme verändern hin zu mehr Klimaverträglichkeit. Die Bundesregierung erwartet, dass dieser Vorsatz in Zukunft noch konsequenter umgesetzt wird.

Der Green Climate Fund ist ein Baustein in der internationalen Klimafinanzierung. Die Bundesregierung investierte im vergangenen Jahr insgesamt 3,65 Milliarden Euro für internationalen Klimaschutz und Klimaanpassung. Rund 84 Prozent der Gelder stammen aus dem Haushalt des Bundesentwicklungsministeriums, 15 Prozent vom Bundesumweltministerium.




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