Aktuell


Tag der Biologischen Vielfalt

Das Schweigen der Kanzlerin

Internationaler Tag der Biologischen Vielfalt am 22. Mai: WWF fordert mehr Einsatz von Angela Merkel für den Schutz Biologischer Vielfalt

WWF Pressemitteilung, 21.5.19

Zum Internationalen Tag der Biologischen Vielfalt am 22. Mai fordert der WWF die Verdopplung der deutschen Mittel für den internationalen Biodiversitätsschutz auf mindestens eine Milliarde Euro pro Jahr. Hier brauche es Zusagen von der Bundesregierung, so der WWF: „Auf der Erde entsteht ein ökologischer Notstand, zu dem die Kanzlerin nicht länger schweigen darf. Neben finanziellen Mitteln fehlt die politische Steuerung: Die Regierungschefs gehören an den Verhandlungstisch, um sich persönlich für den Erhalt der Biodiversität stark zu machen", so Eberhard Brandes, geschäftsführender Vorstand des WWF Deutschland. Für die nächste UN-Konferenz zum Schutz der Biologischen Vielfalt (CBD) in China fordert der WWF daher die verbindliche Teilnahme der Staats- und Regierungschefs. Auf der Konferenz wird eine neue Biodiversitätsstrategie bis 2030 verhandelt. Außerdem sollte sich Angela Merkel dafür einsetzen, dass das Thema auf die Agenda der UNO-Vollversammlung rückt.

Als ersten Schritt sollte die Kanzlerin in Deutschland dafür sorgen, dass ein Aufhalten des Biodiversitätsverlusts zu den höchsten Prioritäten ihrer Politik wird, denn es geht um den Erhalt unserer natürlichen Lebensgrundlagen. Erst kürzlich hatte der Weltbiodiversitätsrat IPBES alarmierende Zahlen zum Zustand der weltweiten Biologischen Vielfalt vorgelegt. Laut IPBES-Bericht sind durch Eingriffe des Menschen inzwischen mehr als 25 Prozent der untersuchten Tier- und Pflanzengruppen bedroht – mehr als je zuvor. Innerhalb weniger Jahrzehnte könnten etwa eine Million Arten verschwinden. Als Treiber des rapiden Verfalls der Natur identifiziert der IPBES-Bericht für die letzten 50 Jahre das massive Eingreifen des Menschen in die globalen Ökosysteme, vor allem durch die Intensivierung der Landwirtschaft, die Abholzung der Wälder und den Ressourcenabbau.

Die Wissenschaftler bestätigen außerdem, dass die anhaltende Erderhitzung die Probleme in den Ökosystemen weiter verschärft. Der IPBES-Bericht verdeutlicht: Alle wissenschaftlichen Vorhersagen und Szenarien bis 2050 geben keine komplette Entwarnung, am verheerendsten für Mensch und Natur wäre aber ein „business as usual“ mit anhaltendem Wirtschaftswachstum und Raubbau an den Lebensgrundlagen.

Der WWF unterstützt daher die Vorschläge des IPBES-Berichts für einen radikalen Wandel des menschlichen Wirtschaftens und Konsumverhaltens, der Nahrungsmittelproduktion und des weltweiten Handels. „Wenn es um den Schutz der Biologischen Vielfalt geht, brauchen Politik und Wirtschaft einen Richtungswechsel. Dazu gehört auch die anspruchsvolle Ausgestaltung der im Koalitionsvertrag vorgesehenen Programme für Insektenschutz, Ackerbau und ein Überdenken des Pestizideinsatzes wie Glyphosat. Eine starke, globale Bürgerbewegung für die Vielfalt des Lebens auf dieser Erde kann den entscheidenden Unterschied machen. Wir müssen jetzt über Grenzen hinweg unsere zivilgesellschaftlichen Kräfte bündeln, um das Blatt zu wenden", sagt Eberhard Brandes vom WWF.

Hintergrund:

Die Vereinten Nationen haben den 22. Mai zum Internationalen Tag der Biologischen Vielfalt (IDB) erklärt. Denn am 22. Mai 1992 wurde der Text des Übereinkommens über die Biologische Vielfalt (Convention on Biological Diversity, CBD) offiziell angenommen. Es ist neben dem Klimarahmenabkommen (UNFCCC) und der Wüstenkonvention (UNCCD) einer von drei völkerrechtlichen Verträgen, die bei der Konferenz der Vereinten Nationen für Umwelt und Entwicklung in Rio de Janeiro 1992 auf den Weg gebracht wurden.


NABU: Vernichtende Artenschutz-Bilanz für die EU-Mitgliedstaaten

Tschimpke: Europawahl muss Weckruf sein - BirdLife-Studie: Ziele für 2020 kaum noch erreichbar

NABU Pressemitteilung, 23.5.19

Berlin/Brüssel – Das weltgrößte Naturschutznetzwerk BirdLife International, dem auch der NABU angehört, stellt am morgigen Donnerstag in Brüssel einen Fortschrittsbericht zur EU-Biodiversitätsstrategie vor. Auf dem Prüfstand: Die 28 Mitgliedstaaten und die EU-Kommission, die 2011 festgelegt hatten, wie sie bis 2020 das global vereinbarte Ziel erreichen wollen, den Rückgang der biologischen Vielfalt aufzuhalten und eine Erholung der Artenvielfalt einzuleiten.

Das Ergebnis ist alarmierend. Bei mehr als der Hälfte der 37 vereinbarten Maßnahmen ist kein ausreichender Fortschritt zu verzeichnen. Vor allem dort, wo Ressorts außerhalb der Umweltministerien gefragt sind, versagen die EU-Staaten auf ganzer Linie, insbesondere bei der Reform der natur- und klimaschädlichen Agrarpolitik, so das Fazit des Berichts.

NABU-Präsident Olaf Tschimpke: „EU-Kommission und Mitgliedstaaten müssen endlich aufhören, sich selbst zu belügen. Jede noch so gute Biodiversitätsstrategie läuft ins Leere, wenn die Maßnahmen nicht umgesetzt werden, weil hierfür der Zuständigkeitsbereich des Umweltressorts verlassen werden muss. Der Bericht des Weltbiodiversitätsrates IPBES hat Anfang Mai unmissverständlich klar gemacht, dass der Planet auf einen Artenkollaps zusteuert. Die Zeit für wohlfeile Reden ist vorbei. Mächtige Mitgliedstaaten wie Deutschland und die nächste EU-Kommission müssen endlich handeln und nicht ständig den Wünschen der Agrarlobby beugen.“

Der NABU fordert zu der aktuell in Brüssel stattfindenden Biodiversitätskonferenz der EU-Kommission, dass EU und Mitgliedstaaten ihre eigene Biodiversitätsstrategie endlich umsetzen. Der BirdLife-Bericht nennt wichtige Maßnahmen, die noch vor 2020 ergriffen werden können und müssen, um den Artenschwund einzudämmen. Dazu zählen ein verstärkter Fokus auf Vertragsverletzungsverfahren zum Schutz des Natura 2000-Netzwerks, Notfallmaßnahmen der EU-Kommission zum Schutz stark überfischter Fischbestände, oder die Erarbeitung eines EU-Verzeichnisses von umweltschädlichen Subventionen.

Der NABU ruft die Bürgerinnen und Bürger auf, bei der Europawahl am 26. Mai ihre Stimme abzugeben und ein Signal für mehr Umweltschutz in Europa zu setzen.

Raphael Weyland, NABU-Büroleiter in Brüssel: „Trotz aller Kritik – die EU hat Erfolgsgeschichten für den Naturschutz geschrieben, etwa das Netzwerk Natura 2000. Mit ihrem Gerichtshof ist sie zudem Garant, dass beispielsweise bei Infrastrukturprojekten Mindeststandards eingehalten werden. Jetzt kommt es darauf an, Parteien zu wählen, die den Umwelt- und Naturschutz ernst nehmen.“


Zum Wegkrabbeln

Keine Ausreden mehr: Wissenschaftler haben weltweit den Zustand der Arten bewertet, die Fakten sind bekannt. Christoph Thies von Greenpeace erzählt, was das bedeutet.

Von Anja Franzenburg, Greenpeace-Online, 22.5.19

Heute ist Tag der Artenvielfalt – ein Grund mehr, um auf die jüngsten Veröffentlichungen des Weltbiodiversitätsrats hinzuweisen. Denn das, was unermüdlich etwa für bestäubte Pflanzen oder fruchtbare Böden sorgt, ist in Gefahr. Das folgende Interview haben wir bereits am 30. April veröffentlicht.

Meere, Wälder, Wiesen – sie sind naturgemäß Horte der Artenvielfalt. Wenn da nicht der Mensch wäre: Der macht Insekten, Fischen, Vögeln, Säugetieren und Co. das Leben schwer. Drei Jahre lang haben 150 Wissenschaftler aus 50 Ländern untersucht, wie es um die Artenvielfalt weltweit bestellt ist. Sie haben Studien ausgewertet, insgesamt 15.000 Quellen analysiert, Indigene befragt – und das gesammelte Wissen in einen Bericht gepackt. Über die Ergebnisse diskutieren sie seit gestern in Paris mit 100 Regierungsvertretern. Herauskommen soll ein Papier, auf dessen Basis die Politik handeln soll.

Für Christoph Thies von Greenpeace hat der Bericht die gleiche zukunftsweisende Bedeutung wie der des Weltklimarats (IPCC) im vergangenen Jahr. „Die Fakten liegen auf dem Tisch“, so Thies. „Die Politik kann sich nicht mehr mit dem Argument, die Datenlage sei nicht ausreichend, aus der Verantwortung stehlen.“ Immerhin haben sich 132 Staaten zum Weltbiodiversitätsrat (IPBES) zusammengeschlossen, der den Bericht beauftragt hatte.

Vorgestellt wird der zwischen Wissenschaft und Politik abgestimmte Text am 6. Mai – ein Blick in die Kristallkugel ist aber wohl kaum nötig, um jetzt schon zu wissen, dass es nicht rosig aussieht. Das, was bislang durchgesickert ist, bewertet Christoph Thies im Interview.

Greenpeace: Wie bewerten die Wissenschaftler die Situation? Steht uns wirklich ein großes Artenaussterben bevor?

Christoph Thies: In der Erdgeschichte sind immer wieder Tier- und Pflanzenarten ausgestorben – auch schon lange bevor es Menschen gab, etwa durch natürliche Klimaveränderungen. Durch den Einfluss des Menschen hat sich diese Rate allerdings um das 100- bis 1000-fache erhöht. Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler haben anhand von Studien die Veränderungen von Tier- und Pflanzenarten in den vergangenen 50 Jahren bewertet: Die Vielfalt an Ökosystemen, Arten und deren genetische Vielfalt schwindet – in einer Geschwindigkeit, die beispiellos ist, seit es systematische Forschung dazu gibt. Rund eine Million Arten sind derzeit vom Aussterben bedroht.

Wenn man den geleakten vorläufigen Bericht liest, wird einem klar, dass wir nicht nur eine Klimakrise haben, sondern auch eine Biodiversitätskrise.

Wieso ist die Artenvielfalt so wichtig für das Überleben der Menschheit?

Mit geschätzten knapp zehn Millionen Arten geht die Wissenschaft davon aus, dass die meisten Tier- und Pflanzen-Arten noch gar nicht entdeckt sind – nimmt man Mikroorganismen dazu, sogar die allermeisten. Dementsprechend wenig überblicken wir die Funktionen und das Zusammenspiel von Arten. Dass Nützlinge wie Bienen für die Bestäubung von Nahrungspflanzen oder der Regenwurm für die Bodenqualität enorm wichtig sind, wissen wir, doch es gibt noch immer so vieles, was wir nicht wissen.

Welchen Schwund kann ein Ökosystem verkraften, ohne sich dramatisch zu verändern? Da kratzen wir wissenschaftlich gerade mal an der Oberfläche. Klar ist aber jetzt schon: Vielfalt sorgt für Stabilität. So haben im Dürresommer 2018 in Monokulturen angelegte Wälder, besser gesagt Nadelbaum-Äcker, gebrannt wie Zunder. Naturnahe, vielfältige Wälder hingegen konnten der Trockenheit wesentlich besser trotzen; diese brennen äußerst selten.

Ist also die falsche Nutzung der Flächen in Form von Monokulturen das Problem?

Die Landnutzung und somit Veränderung der Lebensräume trägt massiv zum Artensterben bei. So werden beispielsweise in Brasilien Regenwälder gerodet und in Deutschland artenreiche Wiesen umgebrochen, um Platz für den Anbau von Tierfutter zu schaffen. Statt Vielfalt ist dann reihenweise Soja oder bei uns Mais zu sehen. Die Landwirtschaft ist wesentlich für die Zerstörung von Naturräumen verantwortlich – und das zunehmend, da der Verbrauch von Fleisch, aber auch von Energiepflanzen oder Baumwolle für Textilien steigt; nicht nur durch eine wachsende Weltbevölkerung, sondern durch den steigenden Pro-Kopf-Verbrauch.

Der Bericht nennt aber noch zwei weitere Ursachen: den Klimawandel und die Übernutzung einzelner Arten. Bei letzterem fällt einem natürlich sofort die Fischerei ein, die die Bestände ganzer Populationen bedroht. Aber auch verschiedene Baumarten bringen so viel Profit, dass sie übernutzt sind.

Wie wirkt der Klimawandel auf die Artenvielfalt?

Der Klimawandel verändert die Niederschlagsmuster weltweit – das spüren wir ja auch in Deutschland. Regionen die heute bereits relativ trocken sind, werden mit zunehmendem Klimawandel noch trockener. In regenreichen Regionen hingegen werden die Niederschläge zunehmen. Genauso nehmen Wetterextreme zu: Dürren, Überflutungen, durchaus auch mal Kältewellen. Darauf und auch auf die insgesamt wärmer werdende Welt sind viele Tier- und insbesondere Pflanzenarten nicht vorbereitet.

Was rät die Wissenschaft?

Sie mahnt eindringlich, zu handeln. Denn wenn sich nichts ändert, werden sich diese Trends noch einmal dramatisch verstärken. Der Report rät zu einer großen gesellschaftlichen, politisch-wirtschaftlichen Transformation und zu drastischen Entscheidungen. Er nennt auch einzelne Maßnahmen wie den Abbau schädlicher Subventionen zugunsten einer ökologischeren Land- und Forstwirtschaft sowie Fischerei. Insgesamt bleibt der bisherige Bericht hier allerdings etwas zu vage. Es fehlen für die verschiedenen Sektoren klare Handlungsaufforderungen, aber auch Sanktionsmöglichkeiten, wenn nicht gehandelt wird.

Ökologischeres Wirtschaften, nachhaltiger Konsum, Erhalt von Wäldern – das erinnert stark an Maßnahmen, um den Klimawandel in den Griff zu bekommen. Gehen die Bekämpfung des Klimawandels und der Verlust der Artenvielfalt Hand in Hand?

Ja, genau. Wälder etwa binden in großem Stil klimaschädliches CO2, aber sie könnten in Zukunft noch viel mehr binden. Zudem sind sie ein Hort der Artenvielfalt. Weniger Fleischkonsum senkt den Ausstoß klimaschädlicher Gase massiv, gleichzeitig sind naturnahe Wiesen, auf denen kein Tierfutter wächst, Rückzugsort und Futterquelle für unzählige Arten.

Klima- und Naturschutz müssen verzahnt gedacht werden. Deshalb brauchen wir ein Abkommen für die Natur: Schutz des Klimas und der Artenvielfalt müssen dann ressortübergreifend auf höchster Ebene national gemeinsam umgesetzt und finanziert werden. Es darf keine Aufteilung unter den Ministerien geben, die sich dann gegenseitig die Verantwortung zuschieben, aneinander vorbeireden oder Maßnahmen blockieren.

Das Klima ist träge, CO2 bleibt lange in der Atmosphäre. Wie schnell können sich Arten erholen?

Das hängt von der Art ab: Wie groß ist die noch vorhandene Population, wie gesund ist sie, wie schnell reproduziert sie sich? Bei einigen Organismen geht es erstaunlich schnell. Die Natur, auch wenn der Mensch sie schon arg strapaziert hat, kann erstaunlich widerstandsfähig sein. Zu beobachten ist das, wenn landwirtschaftlich genutzte Flächen wieder sich selbst überlassen werden. Der Wald etwa kommt schnell zurück. Am Rand der Wüste oder in den Bergen an der Baumgrenze dauert es hingegen sehr lange, da die Bedingungen hier eh schon hart sind.

Vom Großen zum Kleinen, was kann jeder Einzelne tun?

Auch wir Verbraucherinnen und Verbraucher können Einfluss nehmen – durch unser Konsumverhalten. Wie auch beim Klimaschutz gilt es, generell den eigenen Konsum überdenken: Was brauche ich wirklich? Was kann ich gebraucht oder recycelt kaufen? Eine Lösung kann sein, weniger Lebensmittel wegzuschmeißen und weniger Fleisch zu essen. Wer einen Garten hat, kann insektenfreundliche, heimische Pflanzen, nutzen.


UN-Generalsekretär António Guterres: Erklärung zum Internationalen Tag der Biologischen Vielfalt

UN-Pressemitteilung, 22.5.19

Von einzelnen Arten bis hin zu ganzen Ökosystemen ist die biologische Vielfalt für die Gesundheit und das Wohlbefinden des Menschen von entscheidender Bedeutung. Die Qualität des Wassers, das wir trinken, des Essens und der Luft, die wir atmen, hängen alle davon ab, dass die natürliche Welt gesund bleibt. Wir brauchen gesunde Ökosysteme, um die Ziele für nachhaltige Entwicklung zu erreichen und den Klimawandel anzugehen: Diese können 37 Prozent zur Begrenzung der erforderlichen Abschwächung des globalen Temperaturanstiegs ausmachen.

Dennoch sind die Ökosysteme der Welt beispiellosen Bedrohungen ausgesetzt. Ein alarmierender und maßgeblicher neuer Bericht der Intergovernmental Science-Policy Platform zu Biodiversität und Ökosystemdienstleistungen zeigt, dass die Natur in einer, in der gesamten Menschheitsgeschichte nie dagewesenen Geschwindigkeit abnimmt. Seit 1990 hat die Erde 28,7 Millionen Hektar an Wäldern verloren, die dazu beitragen, schädliche Kohlendioxidemissionen aus der Atmosphäre zu absorbieren. Eine Million Pflanzen- und Tierarten sind vom Aussterben bedroht und mehr als 90 Prozent der Meeresfischbestände sind rückläufig oder überfischt.

Die Auswirkungen für die Menschen auf der ganzen Welt werden gravierend sein. Derzeitige negative Trends in Bezug auf Biodiversität und Ökosysteme werden voraussichtlich die Fortschritte bei der Erreichung der Ziele für nachhaltige Entwicklung um 80 Prozent untergraben. Das können wir einfach nicht zulassen.

Der diesjährige Internationale Tag unterstreicht die Auswirkungen der Vernachlässigung der Umwelt auf die Ernährungssicherheit und die öffentliche Gesundheit. Das derzeitige Welternährungssystem wird zunehmend geschädigt. Milliarden von Menschen haben keinen Zugang zu angemessener Ernährung. Etwa ein Drittel der produzierten Lebensmittel geht verloren oder wird verschwendet. Die Art und Weise, wie wir Lebensmittel anbauen, verarbeiten, transportieren, verbrauchen und verschwenden, ist eine der Hauptursachen für den Verlust der biologischen Vielfalt und trägt gleichzeitig zum Klimawandel bei.

Wir müssen nun schnell handeln, um diese Trends umzukehren und den Wandel zu fördern. Lösungen dazu existieren bereits. Durch die Einstellung umweltschädlicher Praktiken, die Diversifizierung unserer Lebensmittelsysteme und die Förderung nachhaltigerer Produktions- und Konsummuster können wir die globale Gesundheit verbessern, die Ernährungssicherheit erhöhen und die Widerstandsfähigkeit gegen den Klimawandel stärken.

An diesem Internationalen Tag für biologische Vielfalt fordere ich daher alle – Regierungen, Unternehmen und die Zivilgesellschaft – auf, dringend Maßnahmen zu ergreifen, um das fragile und lebenswichtige Netz des Lebens auf unserem einzigen Planeten zu schützen und nachhaltig zu verwalten.




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