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Aktuell

Waldzustandsbericht 2016

Ergebnisse der Waldzustandserhebung 2016

BMEL-Online (keine Pressemitteilung), 24. März, 2017

In jährlichen Stichprobenerhebungen wird der Kronenzustand deutscher Wälder bewertet. Dadurch können Veränderungen und Risiken erkannt und wichtige Entscheidungen zum Schutz des Waldes getroffen werden. Der Kronenzustand der Eiche hat sich 2016 weiter verbessert. Hingegen ist bei der Buche eine starke Verschlechterung des Kronenzustandes eingetreten.

Ein Drittel der Landesfläche in Deutschland besteht aus Wald (11,4 Millionen Hektar). Die häufigsten Baumarten in Deutschland sind die Nadelbäume Fichte (26 Prozent) und Kiefer (23 Prozent), gefolgt von den Laubbäumen Buche (16 Prozent) und Eiche (11 Prozent). (Quelle: Bundeswaldinventur, 2012; Bezug: bestockter Holzboden, begehbarer Wald).

Während die Eiche sich weiter erholt hat, hat sich der Kronenzustand der Buche 2016 gegenüber dem Vorjahr stark verschlechtert. Maßgeblich hierfür war die erneute starke Fruktifikation , die sich ungünstig auf den Kronenzustand auswirkt. Blühen und Fruchten gehören eigentlich zum normalen Lebenszyklus der Bäume; sie sind Voraussetzung für eine erfolgreiche Fortpflanzung, die Erneuerung des Waldes und einen reich gedeckten Tisch für eine Vielzahl von Tierarten. Allerdings treten sogenannte Mastjahre, in denen ein großer Teil der Buchen Früchte (Bucheckern) trägt, ungewöhnlich häufig auf. In den vergangenen 20 Jahren wurden Buchenmasten alle zwei bis drei Jahre beobachtet. Im Durchschnitt aller Baumarten haben der Anteil der deutlichen Kronenverlichtungen und die mittlere Kronenverlichtung leicht zugenommen.

Seit Beginn der Erhebungen im Jahr 1984 sind die Anteile der Schadstufen 2 bis 4 und die mittlere Kronenverlichtung bei den Laubbäumen stark angestiegen. Der Kronenzustand von Fichte und Kiefer zeigt keinen deutlichen Trend; andere Nadelbäume haben sich verbessert. Im Durchschnitt aller Baumarten ergibt sich kein klarer Trend.

Die Einschätzung der Kronenverlichtung erfolgt im Vergleich zu einem voll benadelten beziehungsweise voll belaubten gesunden Baum der jeweiligen Art in fünf-Prozent-Stufen. Diese werden zu Schadstufen von null bis vier zusammengefasst. Die Schadstufen zwei, drei und vier werden dabei der Kategorie "deutliche Kronenverlichtungen" zugeordnet, sie entspricht einer Kronenverlichtung von mehr als 25 Prozent. Schadstufe null umfasst Kronenverlichtungen von null bis zehn Prozent. Schadstufe eins mit Kronenverlichtungen zwischen elf und 25 Prozent gilt als Warnstufe. Die mittlere Kronenverlichtung ist der Mittelwert der Kronenverlichtung aller Probebäume.

Im Durchschnitt aller Baumarten betrug im Sommer 2016 der Anteil der deutlichen Kronenverlichtungen (Schadstufen zwei bis vier) 28 Prozent (2015: 24 Prozent). Auf die Warnstufe entfielen 41 Prozent (2015: 43 Prozent). Ohne Verlichtung waren 31 Prozent (2015: 33 Prozent). Die mittlere Kronenverlichtung ist von 20,0 Prozent auf 21,2 Prozent gestiegen.

Die Ergebnisse im Einzelnen

  • Bei der Fichte ist der Anteil der deutlichen Kronenverlichtungen von 28 Prozent auf 31 Prozent gestiegen. Auf die Warnstufe entfielen 34 Prozent (2015: 37 Prozent). Ohne Verlichtung waren wie im Vorjahr 35 Prozent. Die mittlere Kronenverlichtung ist von 20,6 Prozent auf 21,0 Prozent gestiegen.
  • Bei der Kiefer betrug der Anteil der deutlichen Kronenverlichtungen 14 Prozent (2015: 13 Prozent). Auf die Warnstufe entfielen, wie schon im Vorjahr, 51 Prozent. Ohne Kronenverlichtung waren 35 Prozent (2015: 36 Prozent). Die mittlere Kronenverlichtung ist von 16,9 Prozent auf 17,5 Prozent gestiegen.
  • Bei der Buche hat sich der Kronenzustand gegenüber 2015 deutlich verschlechtert. Der Anteil der deutlichen Kronenverlichtungen ist von 33 Prozent auf 52 Prozent gestiegen. Auf die Warnstufe entfielen 36 Prozent (2015: 45 Prozent). Der Anteil ohne Verlichtung betrug nur noch zwölf Prozent (2015: 22 Prozent). Die mittlere Kronenverlichtung ist von 23,3 Prozent auf 28,6 Prozent gestiegen.
  • Bei der Eiche ist der Anteil der deutlichen Kronenverlichtungen gegenüber dem Vorjahr um acht Prozentpunkte von 36 Prozent auf 28 Prozent gefallen. Damit setzt sich die seit 2013 zu beobachtende Erholung fort. Der Anteil der Warnstufe betrug 48 Prozent (2015: 40 Prozent). Ohne Verlichtung waren wie schon im Vorjahr 24 Prozent. Die mittlere Kronenverlichtung ist von 24,1 Prozent auf 21,4 Prozent gesunken.
Die bundesweite Waldzustandserhebung wird seit 1984 jährlich von den Ländern basierend auf einem systematischen Netz von Stichproben vorgenommen. Das Bundesergebnis wird aus den von den Ländern bereitgestellten Rohdaten am Institut für Waldökosysteme des Thünen-Instituts, Bundesforschungsinstitut für Ländliche Räume, Wald und Fischerei, berechnet.

Weitere Informationen.


Gülle killt Wald

Nur noch 12 Prozent der Buchen ohne Schäden

ROBIN WOOD Pressemitteilung, 31.3.17

ROBIN WOOD fordert zum Schutz der Wälder eine ökologische Wende in der Landwirtschaft. Mehr als zwei Drittel der Wälder in Deutschland sind laut dem kürzlich veröffentlichten Waldzustandsbericht 2016 der Bundesregierung geschädigt. Eine entscheidende Ursache dafür sind die hohen Stickstoffemissionen, die vor allem aus der landwirtschaftlichen Tierproduktion stammen. ROBIN WOOD fordert daher, die Tierproduktion drastisch zu reduzieren und insbesondere keinen Ausbau der Massentierhaltung mehr zu genehmigen.

Unter den Luftschadstoffen, die dem Wald zusetzen, sind die Emissionen von Stickstoffverbindungen aus der Landwirtschaft (Ammoniak) sowie aus Industrie und Verkehr (Stickoxide) die bei weitem stärkste Schadstoffgruppe. Beide Stickstoffverbindungen versauern die Waldböden und schaffen Nährstoffungleichgewichte, die die Wälder schwächen. Während der Ausstoß aus dem Straßenverkehr und der Industrie seit Jahren zurückgeht, ist der Anteil aller Stickstoff-Emissionen aus Gülle und überdüngten Ackerböden auf 65 Prozent gestiegen.

„Gülle killt Wald – das weiß auch Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt. Doch darüber schweigt er. Auf den jetzt erschienenen Waldzustandsbericht 2016 seines Ministeriums weist er nicht einmal mit einer Pressemitteilung hin. Wohl aus gutem Grund! Denn sonst müsste er der Öffentlichkeit erklären, warum er nichts gegen die viel zu hohen Stickstoff-Emissionen in seinem Zuständigkeitsbereich unternimmt und warum seit 2013 die Ammoniak-Emissionen sogar zunehmen“, kritisiert Rudolf Fenner, Waldexperte bei ROBIN WOOD.

Besonders stark leiden schon seit vielen Jahren Buchen und Eichen. Nur noch 12 Prozent der Buchen erscheinen äußerlich gesund. Der Wert belegt, dass Bundesminister Schmidt völlig daneben lag, als er im vergangenen Jahr verkündete: „Der Buche geht es besser.“ Bei den Eichen zeigen nur noch 24 Prozent keine erkennbaren Schädigungen.

„Wir brauchen dringend eine drastische Reduktion der landwirtschaftlichen Tierproduktion statt weiterer Genehmigungen für Massentierhaltungen und Schlachtfabriken!“, fordert Fenner.

Zusätzlich macht die Klimaveränderung den Wäldern zu schaffen. Die ungewöhnlich lang anhaltende Hitze- und Dürreperiode im August und September 2015, die in Thüringen, Nordbayern und Südhessen besonders stark ausfiel, hat in diesen Bundesländern auch zu einer deutlichen Zunahme der schweren Schäden geführt: Thüringen +6 %, Bayern +8 % und Hessen +11 %.




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