Aktuell


AKTION zu Wolfsjagd

Bitte protestiert: GroKo will Wölfe schießen!

Die Große Koalition will Wölfe erschießen lassen, wenn sie über eine Weide laufen. Der Schutz der Tiere soll wegen unberechtigter Ängste und Panikmache gelockert werden. Dabei sind Wölfe in der Bundesrepublik extrem selten und gefährdet. Bitte fordern Sie: Wölfe nicht erschießen, sondern schützen.

"Rettet den Regenwald" e.V. Pressemitteilung, 22.2.18

Im Koalitionsvertrag von CDU, CSU und SPD ist von „notwendiger Bestandsreduktion“ die Rede. Und weiter: „Wir wollen, dass Wölfe, die Weidezäune überwunden haben oder für den Menschen gefährlich werden, entnommen werden.“ Sprich: Die Regierung will auch Wölfe zum Abschuss freigeben, die über Weiden laufen.

Der Koalitionsvertrag von CDU, CSU und SPD enthält viele Punkte, die man als Umweltschützer kritisieren muss. Wir greifen den Wolfschutz als handfestes, tödliches Vorhaben heraus.

In Deutschland leben lediglich 60 Rudel, 13 Paare und 3 Einzeltiere, insgesamt höchstens 160 erwachsene Tiere, verteilt vor allem auf Brandenburg, Sachsen, Niedersachsen und Sachsen-Anhalt. Erst im Jahr 2000 sind Wölfe nach Deutschland zurück gekommen, nachdem sie 150 Jahre zuvor ausgerottet worden waren.

In Wahrheit sind Wölfe in der Bundesrepublik keine Gefahr, sondern bedroht: Seit der Jahrtausendwende wurden mindestens 140 Wölfe im Straßenverkehr überfahren und 26 illegal erschossen. Es ist hingegen kein Fall bekannt, in dem ein Mensch angegriffen wurde. Europaweit nicht.

Wölfe sind Teil der Natur und stehen unter strengem Schutz, sowohl in Deutschland als auch in der Europäischen Union. Jäger müssen daher akzeptieren, dass die Tiere wie sie selbst Rehe und Wildschweine töten. Die Klage, damit würde die Zahl der Wildtiere erheblich reduziert, ist Unsinn.

Wölfe reißen selbstverständlich auch Schafe. Folglich müssen Nutztierhalter ihre Herden besser schützen. Der wirtschaftliche Schaden, den Wölfe anrichten, ist jedoch nicht sonderlich groß: 2017 musste der Staat lediglich 135.140 Euro Kompensation zahlen.

Wie wollen wir glaubwürdig für den Schutz von Raubkatzen in Afrika, Asien und Lateinamerika werben, wenn wir bei uns Wölfe erschießen? Bitte fordern Sie: Wölfe nicht erschießen, sondern schützen.

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NABU: Sieben tote Wölfe in sieben Wochen

Dramatischer Anstieg der Verkehrsopfer zeigt starken Einfluss auf den Wolfsbestand an

NABU Pressemitteilung, 20.2.18

Berlin – In Niedersachsen kamen in den ersten sieben Wochen des Jahres sieben Wölfe im Straßen- und Bahnverkehr zu Tode. Im gesamten Jahr 2017 waren es nur neun Wölfe. Das geht aus aktuellen Meldungen des Niedersächsischen Landesbetriebes für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz hervor. Seit Wölfe im Jahr 2000 wieder in Deutschland heimisch sind, wurden 165 verkehrstote Tiere gezählt.

Damit bleibt der Straßenverkehr die häufigste Todesursache für Wölfe. Kein Wunder, Deutschlands Wölfe sind mit der weltweit höchsten Verkehrsdichte bezogen auf ihren Lebensraum konfrontiert. Besonders in der Winterzeit, wenn der Berufsverkehr in die Hauptaktivitätszeit der Wildtiere – die Dämmerung – fällt, kommt es gehäuft zu Unfällen. „Die vom Menschen verursachten Todesursachen wie der Straßenverkehr und illegale Tötungen gefährden die junge Wolfspopulation. Die neuen Zahlen aus Niedersachsen zeigen, welchen starken Einfluss der Verkehrstod auf die Entwicklung der Wolfsbestände hat. Solange der Bestand so gering und die Verluste so hoch sind, kann von einem guten Erhaltungszustand nicht die Rede sein und es verbietet sich die Diskussion um eine Jagdquote“, sagt NABU-Bundesgeschäftsführer Leif Miller.

Bei den seit 2000 bisher bundesweit 27 bekannten illegalen Abschüssen von Wölfen ist zusätzlich von einer hohen Dunkelziffer auszugehen. Bei neun durch andere Ursachen verstorbenen Wölfen konnten im Rahmen der Untersuchungen alte Schussverletzungen festgestellt werden. Es kommt also immer wieder zu illegalen Nachstellungen.

Es liegt in der Beutegreifer-Natur der Wölfe, dass wenige Tiere auf großer Fläche leben. Ihre Reviere sind im Schnitt zwischen 150 und 300 Quadratkilometer groß. Auf dieser Fläche lebt ein Rudel, das heißt eine Wolfsfamilie aus zwei Elterntieren und zwischen zwei und zehn Jungtieren. Der NABU fordert die Durchgängigkeit der Landschaft für wandernde Tiere wie den Wolf durch geeignete Maßnahmen zu verbessern und eine weitere Zerschneidung durch den Straßenbau einzudämmen. Gegen illegale Abschüsse sind in den Landeskriminalämtern Abteilungen für Artenschutzkriminalität einzurichten.




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