Aktuell


Biosphären-Komitee

Neues Biosphären-Komitee tritt erstmals zusammen

Schulze: Biosphärenreservate bieten Mensch und Natur hervorragende Entwicklungschancen

BMU Pressemitteilung, 17.4.18

Das deutsche Nationalkomitee für das UNESCO-Programm "Der Mensch und die Biosphäre" (MAB) ist nach seiner Neuberufung durch das Bundesumweltministerium heute in Sankt Martin (Rheinland-Pfalz) erstmals zusammengetreten. Ihm gehören 17 Fachleute aus Wissenschaft, Praxis und Verwaltung an. Geleitet wird das Gremium von Inka Gnittke aus der Naturschutzabteilung des Bundesumweltministeriums. Hauptaufgabe des ehrenamtlichen Gremiums ist es, die Entwicklung der 16 deutschen UNESCO-Biosphärenreservate zwischen Rügen und Berchtesgaden voranzubringen. Bundesumweltministerin Svenja Schulze bedankte sich in ihrem Grußwort bei den Expertinnen und Experten für biologische Vielfalt und regionale Wertschöpfung.

Schulze: "Die deutschen Biosphärenreservate haben international einen guten Ruf. Das ist auch dem Engagement des deutschen MAB-Nationalkomitees zu verdanken. Als Modellregionen für nachhaltige Entwicklung helfen die Biosphären dabei, die biologische Vielfalt und reichhaltige Landschaften zu erhalten und schaffen regionale Wertschöpfung und Arbeitsplätze."

Das UNESCO-Programm "Der Mensch und die Biosphäre" wurde vor mehr als 40 Jahren zunächst als reines Wissenschaftsprogramm ins Leben gerufen, um die Auswirkungen menschlicher Tätigkeit auf die Biosphäre zu untersuchen. Heute gilt es als innovatives Instrument für die Umsetzung der Idee einer nachhaltigen Entwicklung. In Deutschland arbeiten 16 UNESCO-Biosphärenreservate als Modellregionen für nachhaltige Entwicklung mit ihren Partnern aus 120 Ländern weltweit zusammen. Strenger Naturschutz in Kernzonen geht einher mit der Entwicklung und Förderung nachhaltiger Wirtschaftsweisen auf dem Großteil der Fläche. Bundesweit verzeichnen die Biosphärenreservate jährlich insgesamt rund 65 Millionen Besucher, die einen Bruttoumsatz von knapp drei Milliarden Euro bewirken. Der Internationale MAB-Koordinationsrat entscheidet jährlich über die Anerkennung neuer Biosphärenreservate und überprüft alle zehn Jahre die Qualität bereits bestehender Gebiete. Zuletzt wurde das Biosphärengebiet Schwarzwald im Juni 2017 von der UNESCO anerkannt.


Neue Hirtenwege für den Naturschutz im Pfälzerwald

Bundesumweltministerin Schulze startet Naturschutzgroßprojekt zusammen mit Wanderschäferei

BMU Pressemitteilung, 17.4.18

Ein neues Naturschutzgroßprojekt des Bundesumweltministeriums soll die Grundlagen planen, um 8500 Hektar naturnahes Grünland im größten zusammenhängenden Waldgebiet Deutschlands zu schützen, dem Pfälzer Wald. Heute fand in Sankt Martin (Rheinland-Pfalz) die Auftaktveranstaltung des Projekts mit Bundesumweltministerin Svenja Schulze und Landesumweltministerin Ulrike Höfken statt. In dem Naturschutzgroßprojekt werden zusammen mit regionalen Schäfereibetrieben konkrete Maßnahmen entwickelt, um das wertvolle Offenland und die Biotopverbünde zu erhalten oder wiederherzustellen. Das Projekt des Bundesumweltministeriums und des Bundesamtes für Naturschutz wird in der Planungsphase bis 2020 zunächst mit 1,7 Millionen Euro gefördert. Der Bezirksverband Pfalz hat die Trägerschaft für das Projekt übernommen, an dem auch das Land Rheinland-Pfalz finanziell beteiligt ist.

Bundesumweltministerin Schulze: "Die einzigartige Natur des Pfälzerwalds ist ein ganz besonderes Stück deutscher Kulturlandschaft. Besonders die Wiesen und Weiden sind wertvolle Lebensräume für seltene und bedrohte Tier- und Pflanzenarten. Wenn wir diese Landschaften erhalten wollen, sind die Wanderschäfer unsere wichtigsten Verbündeten. Denn die Beweidung des Grünlands durch Schafe und Ziegen ist für die Erhaltung der Artenvielfalt essentiell. Zusammen mit den in der Region ansässigen Schäfereibetrieben wollen wir ein neues Triftwegenetz schaffen und so die Natur im Pfälzerwald schützen. Das Projekt ist ein schönes Beispiel dafür, wie Landwirtschaft und Naturschutz zum Wohle beider Seiten zusammenarbeiten können."

Das Projekt knüpft an eine seit dem Mittelalter bestehende Tradition an und schafft neue Hirtenwege – genauer gesagt ein neues Triftwegenetz. Wanderschäferherden, die durch den Pfälzerwald streifen, sollen dafür gewonnen werden, Biotoppflegemaßnahmen auf zusätzlichen Brachflächen mit ihren Tieren zu unterstützen. Triftwegenetze sind Verbindungen der Weideflächen, die die Wanderung mit möglichst vielen Fraßmöglichkeiten zwischen den Weideflächen ermöglichen.

Im Gebiet des Pfälzerwalds gibt es zwar große, naturnahe und weitgehend extensiv genutzte Grünlandlebensräume mit einer sehr hohen Artenvielfalt. Ein großes Problem ist jedoch die Isolierung der Biotope und dort lebenden Arten aufgrund von landwirtschaftlicher Nutzungsintensivierung, Aufforstungen, mangelnder Pflege oder anderen Aktivitäten. Auf das erste Projekt soll ab 2020 ein zweites, auf weitere zehn Jahre angelegtes Projekt folgen, um die bis dahin entwickelten Maßnahmen umzusetzen.

Mit dem Programm "chance.natur" verfolgt die Bundesregierung das Ziel, die herausragenden repräsentativen Landschaften Deutschlands zu erhalten und zu sichern. Bislang wurden 80 Projekte mit einer Gesamtfläche von mehr als 3700 Quadratkilometer gefördert. Dafür hat der Bund rund 500 Millionen Euro bereitgestellt. Derzeit stehen jährlich 14 Millionen Euro für den Erhalt und die Optimierung bundesweit bedeutender Natur- und Kulturlandschaften zur Verfügung.




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