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Pläne für Amazonien

Brasilien: Regierung plant Amazonas-Schutzgebiete für Bergbauindustrie zu opfern

WWF Pressemitteilung, 24.2.17

Brasília/Berlin: Die brasilianische Regierung diskutiert derzeit Pläne, den Schutz großer Flächen des Amazonas-Regenwaldes aufzuheben. Insgesamt geht es um fünf Gebiete von rund einer Million Hektar Fläche, was in etwa der vierfachen Größe des Saarlandes entspricht. Nach Analysen der Umweltorganisation WWF weisen die Flächen große Überschneidungen mit Förder-Anträgen der Bergbauindustrie auf. „Der Großteil der Anträge der Bergbauindustrie bezieht sich just auf die Gebiete, denen die Regierung nun den Schutzstatus entziehen will“, sagt Roberto Maldonado, Brasilien-Referent vom WWF.

Die nationale Gesetzesvorlage zielt darauf ab, die Schutzgebiete Manicoré, Urupadi, Aripuanã sowie den Nationalpark Acari zu verkleinern. Zudem soll das Schutzgebiet Campos de Manicoré vollständig aufgelöst werden. Sämtliche Areale liegen im Süden des Amazonas im gleichnamigen Bundesstaat. Erst im vergangenen August stellte die damalige Präsidentin Dilma Rousseff die Gebiete kurz vor ihrer Amtsenthebung unter Schutz. Sie sollten als Schutzwall gegen die fortschreitende Entwaldung entlang der Straße Transamazonica dienen, welche den Amazonas durchzieht. Seit der Enthebung von Rousseff wird Brasilien von einer konservativen Regierung unter Leitung von Präsident Michel Temer regiert. Umweltschützer kritisieren immer wieder deren Nähe zur Agrar- und Bergbauindustrie.

„Leider bestätigt sich einmal mehr, dass die Regierung Temer vor allem die kurzfristigen Profite der Industrie im Sinn hat. Die aktuellen Pläne sind ein Generalangriff auf den Amazonas. Die Bergbauindustrie entwickelt sich mehr und mehr zu einer der größten Bedrohungen für den südamerikanischen Regenwald und deren Bewohner “, so Roberto Maldonado.


Aktivist mit Fotoapparat

Der Biologe und Fotograf Luis Scheuermann lässt in seinen Fotoshows die Zuschauer an seiner Leidenschaft teilhaben: der Schönheit Brasiliens, die es unbedingt zu schützen gilt.

Greenpeace-Online, 24.2.17

Luis Scheuermann nimmt sein Publikum mit auf eine Reise zu den beeindruckendsten Naturlandschaften Brasiliens. In den Pantanal-Sümpfen im Westen des Landes, der „Serengeti Südamerikas“, trifft er in nächster Nähe auf einen Jaguar, erspäht Dutzende von bunten Aras und bekommt auch einen sehr scheuen Bewohner vors Objektiv: den Ameisenbär. Seine Zuschauer sind dicht dabei, wenn er weiter südlich in der Savanne in den Silberfluss abtaucht: ein Klarwasserfluss mit unglaublichem Fischreichtum und kristallklarem Wasser.

Für zwei Monate geht der Biologe und Brasilien-Experte mit seiner Live-Fotoshow „Brasilien – Naturparadies am Scheideweg“ auf Tour. In 19 Städten, hauptsächlich in Hessen und Baden-Württemberg, präsentiert Scheuermann farbenfrohe Bilder des südamerikanischen Landes. Original-Dschungelgeräusche und Musik von Kai Arend untermalen die Projektion auf der Großleinwand. Der Eintritt ist frei, alle Termine im Überblick erhalten Sie hier.

Brasilien ist mehr als Fußball, Samba und Zuckerhut

Scheuermann hat auf seinen Forschungs- und Fotoexpeditionen jeden Winkel des Landes bereist. Im Süden besuchte er die Küstenregenwälder der Mata Atlantica. In diesen Wäldern existiert eine noch größere Artenvielfalt als im bekannteren Amazonaswald. Doch sie laufen Gefahr zu verschwinden: Die Küstenregenwälder sind bereits zu 90 Prozent zerstört. Hier fotografierte er unter anderem die vom Aussterben bedrohten Löwenäffchen.

Er kämpfte sich durch den Amazonas-Dschungel im Norden und fing neben großflächigen Regenwaldpanoramen auch die Schönheit im Detail ein – etwa leuchtend bunte Kolibris im Flug. In den entlegenen Tafelbergen zeigte sich ein abgelegener Lebensraum der Extreme: tiefe Schluchten, skulpturartige Felsformationen, fleischfressende Pflanzen. „Es scheint wie eine vergessene Welt“, so Scheuermann, „hier leben Tiere und Pflanzen, die es weltweit nur auf einem einzigen Berg gibt.“

Am Scheideweg

Für den Biologen ist Brasilien seine zweite Heimat. So setzt er sich zum Ziel, mit seinen Bilderwelten die Schönheit und Vielfalt Brasiliens aufzuzeigen. Sie sollen motivieren, Brasiliens verbliebene Naturparadiese zu retten. Denn sie sind bedroht, durch immer neue Soja-Plantagen, Rinderweiden und riesige Staudammprojekte. Eisenerz- und illegaler Goldbergbau mit giftigem Quecksilber bedrohen die Wälder Amazoniens, der „grünen Lunge“ Südamerikas.

Umweltbewusstsein in Brasilien ist rar, und aufgrund der politischen und wirtschaftlichen Lage ist es derzeit ungewiss, wie die Zukunft des Umweltschutzes in dem südamerikanischen Land aussieht: Brasilien steht am Scheideweg.

Alle Termine der Live-Fotoshow„Naturparadies Brasilien“ finden Sie hier.




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