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Aktuell

Wilderei in Afrika

Elfenbeinkönigin gestürzt

Tansanisches Gericht verurteilt als „Ivory Queen“ bekannte Elfenbeinschmugglerin zu 15 Jahren Haft

WWF Pressemitteilung, 19.2.19

Berlin: Die als „Elfenbeinkönigin“ bekannte chinesische Staatsbürgerin Yang Fenglan ist in der tansanischen Hauptstadt Daressalam zu 15 Jahren Haft und einer Geldstrafe über 13 Millionen US-Dollar verurteilt worden. Das Gericht sah es als erwiesen an, dass Fenglan für den Schmuggel von über 860 Elefantenstoßzähnen zwischen 2000 und 2014 verantwortlich ist. Zusätzlich wurde sie der Führung einer kriminellen Vereinigung für schuldig befunden. Der WWF begrüßte die Entscheidung: „Das Urteil setzt ein klares Zeichen: Der illegale Artenhandel ist kein Kavaliersdelikt, sondern ein Verbrechen. Statt der Strippenzieher trifft es meistens nur die kleinen Fische. Das ist diesmal anders. Wir hoffen auf eine abschreckende Wirkung“, sagt Katharina Trump, Referentin für illegalen Artenhandel beim WWF Deutschland.

Yang Fenglan war im Oktober 2015 in Daressalam festgenommen worden, wo sie mit Unterbrechungen seit den 70er Jahren lebte. Zuletzt war sie Vizepräsidentin des chinesisch-afrikanischen Wirtschaftsrats in Tansania. Die Wilderei für Elfenbein gilt als die Hauptursache für den Rückgang der Elefantenpopulationen in Afrika. Allein in den letzten zehn Jahren verlor der Kontinent etwa 110.000 Dickhäuter. In Tansania sank ihre Zahl zwischen 2007 und 2016 um etwa 55 Prozent auf etwa 50.000 Tiere. Für ganz Afrika rechnet man mit noch etwa 415.000 Elefanten. Hauptabnehmer für das Elfenbein sind asiatische Länder wie China, Vietnam oder Thailand, wo es zu Schmuck und Schnitzereien verarbeitet wird.


Kleine Verschnaufpause für Rhinos

Südafrika: Wilderei auf Nashörner verringert sich um ein Viertel auf 769 Tiere in 2018

WWF Pressemitteilung, 14.2.19

Berlin: In Südafrika hat die Wilderei auf Nashörner mit 769 getöteten Tieren im letzten Jahr spürbar abgenommen. Das entspricht einem Rückgang von 25 Prozent im Vergleich zu 2017, als noch 1028 Individuen der beiden afrikanischen Arten illegal getötet wurden. Das berichtete am Mittwoch das Umweltministerium des Landes. Erstmals seit 2012 liegt die Zahl damit unter der Tausendermarke. Der WWF zeigt sich erleichtert über den positiven Trend, möchte jedoch keine Entwarnung geben: „Der deutliche Rückgang der Wilderei ist ein großer Erfolg und zeigt, dass wir auf dem richtigen Weg sind. Wichtig ist zu verstehen, ob dieser Trend an der effizienten Wildereiabwehr oder einer sinkenden Nachfrage in Asien liegt. Nur mit der Einstellung des Konsums von Nashorn-Horn können wir verhindern, dass sich dieser Trend wieder umkehrt und das Überleben der Arten langfristig sichern“, sagt Katharina Trump, Expertin für illegalen Artenhandel beim WWF Deutschland.

Als wichtigste Ursache der Wilderei gilt die Nachfrage aus Asien, insbesondere in Vietnam und China, wo das Horn der Tiere in der traditionellen Medizin unter anderem als fiebersenkende und krampflösende Arznei gilt, obwohl jegliche wissenschaftliche Nachweise über die Wirksamkeit fehlen. Sogar als Heilmittel gegen Krebs werden die vor allem aus Keratin bestehenden Nashorn-Hörner angepriesen. Daneben gilt es als bedeutendes Statussymbol.

Der internationale Handel mit Nashornhorn ist nach dem Washingtoner Artenschutzabkommen verboten. Der nationale Handel bleibt den Staaten überlassen. In Südafrika war dieser lange Zeit verboten. Doch in 2017 kippte das Verfassungsgericht ein entsprechendes Moratorium aus formalen Gründen. Seitdem ist der Handel im Land legal, nicht aber der Export der Hörner. Insbesondere Nashorn-Farmer setzen sich jedoch für eine Lockerung der Ausfuhrregeln ein, da es in Südafrika selber kaum Nachfrage gibt. Der WWF lehnt das kategorisch ab. Die Artenschützer befürchten, dass eine Öffnung des internationalen Handels die Nachfrage in Asien anheizt und das wiederrum die Wilderei in Afrika befeuert. Zudem werde die Strafverfolgung erschwert, wenn illegale Hörner in legalen Märkten gewaschen werden.

Derzeit leben noch rund 25.000 Nashörner auf dem afrikanischen Kontinent, über 20.000 davon in Südafrika. Als besonders kritisch gilt die Situation der vom Aussterben bedrohten Spitzmaulnashörner, von denen es afrikaweit nur noch gut 5.000 Individuen gibt, knapp 2.000 davon in Südafrika. In den vergangenen Wochen hatten bereits Namibia und Simbabwe Wildereistatistiken veröffentlicht. In Namibia wurden demnach seit 2015 im Schnitt 50 Nashörner pro Jahr gewildert, Simbabwe meldete 750 getötete Tiere seit 2000. Damit ist Südafrika sowohl im Hinblick auf die Bestände als auch auf die Wilderei das mit Abstand wichtigste Nashorn-Land.


Die Bonobo-Bastion

Zensus im Salonga Nationalpark zählt 15.000 Individuen der bedrohten Menschenaffen

WWF Pressemitteilung, 13.2.19

Berlin: Gute Nachrichten zum Welt-Bonobo-Tag (14.2.): Eine großangelegte dreijährige Wildtierzählung im Salonga Nationalpark in der Demokratischen Republik Kongo hat die herausragende Bedeutung des Gebiets für den Schutz der bedrohten Menschenaffen bestätigt. Trotz hohen Wildereidrucks konnten die Wissenschaftler rund 15.000 Tiere zählen. Damit bleibt Afrikas größter Regenwaldnationalpark die wichtigste Bonobo-Bastion. Positive Zahlen gibt es auch bei den Waldelefanten: Hier schätzen die Wissenschaftler die Bestände in Salonga auf 1.600 Tiere. „Die neue Zählung gibt Anlass zur Hoffnung. Bonobos und Waldelefanten leiden beide unter massiver Wilderei. Umso schöner ist es zu sehen, dass sich der gezielte Einsatz gegen die illegale Jagd auszahlt“, freut sich Dr. Ilka Herbinger, Programmleiterin für Zentral- und Westafrika beim WWF Deutschland.

Bisher schätzte man den Bestand der Bonobos im Salonga Nationalpark auf zwischen 7.000 und 20.000 Tiere. Mit der neuen Untersuchung konnten diese Zahlen nun konkretisiert werden. An den aktuellen Erhebungen waren neben dem WWF die Ludwig-Maximilians-Universität München, das Max-Planck-Institut für evolutionäre Anthropologie, WCS und die Zoological Society of Milwaukee beteiligt. Zwischen 2015 und 2018 untersuchten die Wissenschaftler den 36.000 Quadratkilometer großen Salonga Nationalpark, der vom WWF und der kongolesischen Naturschutzbehörde ICCN geleitet wird. Der Regenwaldpark besteht aus einem nördlichen und einem südlichen Sektor, die durch einen 45 Kilometer breiten ungeschützten Korridor getrennt sind.

Der Bonobo, eine der vier afrikanischen Menschenaffenarten, ist in der Demokratischen Republik Kongo endemisch – kommt also ausschließlich hier vor. Das Verbreitungsgebiet umfasst insgesamt rund 563.000 Quadratkilometer, wovon jedoch nur 156.000 Quadratkilometer für Bonobos geeignet scheinen, und ist zu großen Teilen durch Flüsse begrenzt. Bis heute ist die Gesamtzahl der Bonobos in der Wildnis unbekannt, da bisher entsprechende Erhebungen nur in etwa 30 Prozent des Verbreitungsgebietes durchgeführt wurden. Als sicher gilt jedoch, dass der Salonga Nationalpark das mit Abstand wichtigste Habitat ist.

„Salonga bleibt Bonobo-Hochburg, und das trotz des historisch hohen Wildereidrucks“, so Ilka Herbinger vom WWF. „Die Erhebungen sind eine Momentaufnahme des Zustands vieler bedrohter Arten. Damit Salonga für sie auch in Zukunft ein Zufluchtsort bleibt, müssen wir die Tierbestände kontinuierlich überwachen. Nur so können wir aufkommende Krisen zeitnah erkennen und verhindern, dass eine Art womöglich an den Rand des Aussterbens gerät und wir zu spät davon erfahren.“

Der Generaldirektor der kongolesischen Naturschutzbehörde ICCN, Pasteur Cosma Wilungula, sagt: „Es erfüllt mich mit Stolz, dass die verschiedenen Naturschutz- und Forschungspartner zusammengekommen sind, um aktuelle Daten über die verschiedenen Arten zu ermitteln sowie die Bedrohungen für den größten Regenwaldpark auf dem afrikanischen Kontinent zu bestimmen – so dass das Parkmanagement die Schutzmaßnahmen überwachen und bewerten kann.”

Hintergrund Salonga Nationalpark

Der Salonga Nationalpark wurde 1970 gegründet und ist das größte bewaldete Schutzgebiet Afrikas. Mit 36.000 Quadratkilometer ist er größer als Belgien und bekannt für seine Artenvielfalt. Doch wie in vielen anderen Schutzgebieten stehen auch die Tiere Salongas unter Druck: Die Jagd auf Buschfleisch und Elfenbein hat die Bestände von Bonobo, Waldelefant und anderen deutlich dezimiert. Seit 2015 stellen die kongolesische Naturschutzbehörde ICCN und WWF gemeinsam das Parkmanagement und arbeiten an der Verbesserung der Lebensgrundlage der Parkanrainer und an einer stärkeren Beteiligung der lokalen Bevölkerung an den Schutzmaßnahmen. Ziel ist es, Salonga als Hochburg für bedrohte Tier- und Pflanzenarten zu erhalten.

Die aktuellen Erhebungen tragen dazu bei, die Wirksamkeit der Maßnahmen zu bewerten. Das Biomonitoring des südlichen Parkteils wurde im Auftrag der deutschen Bundesregierung durch die KfW unterstützt. USAID-CARPE und die Europäische Union (EU-EFD) finanzierten die Erhebungen in einem Teil des Südens sowie im Nordsektor und im Korridor.




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