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Veranstaltung

mdr: Sündenbock Wildschwein - Panikmache oder echte Gefahr?

Der Wildschwein-Bestand in Deutschland explodiert. Kaum ein Tag vergeht ohne neue Schadensmeldungen - trotz intensivster Bejagung. Allein in Sachsen-Anhalt erlegten die Jäger im aktuellen Jagdjahr knapp 50.000 Wildschweine - die höchste je erzielte Strecke. Das stört die Ausbreitung des Borstenviehs kaum: "Man wird die Schweine nicht wegbekommen. Da hat man keine Chance. Man kann nur probieren, die Bestände irgendwie im Griff zu behalten", so Hans-Joachim Geyer von der Glücksburg Agrar e.G. Das hat menschgemachte Gründe: Wildschweine lieben Mais. Und weil die Anbaufläche ständig wächst, vermehren sich die Tiere stark. Seit 2010 wuchs die Maisanbaufläche um fast 300.000 Hektar. Denn Mais wird zunehmend als Energiequelle für Biogas-Anlagen eingesetzt, der Anbau von der EU stark gefördert. Das hat Schattenseiten. Fast täglich gibt es neue Meldungen von verwüsteten Feldern, Äckern oder Kleingärten. Auf der Suche nach Nahrung dringen die Wildtiere bis in die Stadtzentren von Leipzig, Magdeburg oder Dessau vor. Und die Wildschweine bringen noch eine weitere Gefahr mit. Bauern fürchten die Afrikanische Schweinepest. "Die Angst ist sehr groß, weil die Unsicherheit groß ist. Wann kommt sie und wo wird sie zuerst auftreten? Wir leben hier in einer direkten Nähe zu Polen. Und dann liegt noch die A4 um die Ecke. Da sind die Gefahren sehr groß, dass Krankheit hier zuerst auftreten könnte", meint Swen Jatzke, Schweinezüchter in Sachsen. Obwohl sie für den Menschen ungefährlich ist, hätte die Ausbreitung der Afrikanischen Schweinepest verheerende Auswirkungen auf die Landwirtschaft. Die Verluste könnten in die Milliarden gehen. "Dann müssten alle Schweine im Sperrbezirk getötet werden... und auch entsprechend entsorgt. Da werden noch Lösungen gefunden werden müssen", so Silke Breske, Fachtierärztin für Schweine. Bauern, Jäger und viele Kommunen fordern von der Politik, mit Prämien für abgeschossene Wildschweine gegen die drohende Seuche vorzugehen. Experten bezeichnen das als Panikmache. "Die Wahrscheinlichkeit, dass die Afrikanische Schweinepest zu uns kommt, hat weniger mit den Wildschweinen zu tun, sondern mit uns Menschen. Im Wesentlichen verbreitet sich die Krankheit über weggeworfene Nahrungsreste, zum Beispiel an Autobahn-Raststätten", so Prof. Sven Herzog, Wildtierökologe an der TU-Dresden.
(Wdh. kommende Nacht 2.20-2.50 Uhr)

Datum: Mi, 24. Okt 2018 20:45 Uhr - 21:15 Uhr
 

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