Aktuell


BUND Jahresbericht

Mehr Mitglieder und mehr Erfolge

BUND legt Jahresbericht vor
Fast drei Millionen Stunden ehrenamtliche Arbeit
Kritik am Endlagersuchgesetz


BUND Pressemitteilung, 11.7.12

Berlin: Mit insgesamt 464.000 Mitgliedern und Förderern im Jahr 2011 ist die Unterstützerzahl des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) zum dritten Mal in Folge gestiegen. Die Einnahmen des BUND-Bundesverbandes erhöhten sich um drei Millionen Euro auf insgesamt rund 17 Millionen Euro. Mitgliedsbeiträge und Spenden, einschließlich Erbschaften und Bußgelder, machten 2011 über 82 Prozent der Einnahmen aus. Der Anteil der Verwaltungskosten an den Ausgaben reduzierte sich auf 5,5 Prozent im Vergleich zu 6,2 Prozent im Jahr 2010.

Hubert Weiger, BUND-Vorsitzender: "Ungeachtet der Wirtschafts- und Finanzkrise unterstützen immer mehr Menschen das Engagement des BUND. Viele Menschen in Deutschland wollen nicht hinnehmen, dass Umwelt- und Naturschutzbelange der Euro- und Bankenrettung zum Opfer fallen. Mit diesem Rückenwind können wir uns im kommenden Jahr noch stärker dafür einsetzen, dass anstehende Entscheidungen zur Energiewende, der Agrarpolitik oder dem Naturschutz nicht von kurzfristigen Profitinteressen dominiert werden."

Ein besonderer Erfolg sei im letzten Jahr das leider erst durch die Reaktorkatastrophe von Fukushima und durch Bürgerproteste erzwungene Abschalten von acht Atomkraftwerken gewesen. Allerdings müsse das endgültige Aus der Atomkraft deutlich schneller erfolgen, als geplant. "Mit einer konsequenten Energiewende kann Deutschland als eine der führenden Industrienationen weltweit dokumentieren, dass nicht nur die Strom- sondern die gesamte Energieversorgung auf den drei Säulen Energiesparen, Energieeffizienz und erneuerbare Energien basieren kann", sagte Weiger. Ein weiterer Erfolg des BUND im Jahr 2011 sei das Sichern wertvoller Biotope für den Schutz der gefährdeten Wildkatzen gewesen. Das Urteil des Europäischen Gerichtshofs, der einen Verkaufsstopp für Honig mit Genmais-Spuren verhängte, habe den langjährigen Einsatz des Umweltverbands für eine gentechnikfreie Landwirtschaft bestätigt.

"Die erfolgreiche Arbeit des BUND ist zum sehr großen Teil dem ehrenamtlichen Engagement zehntausender Menschen vor Ort zu verdanken. Insgesamt 2,8 Millionen Stunden ehrenamtlicher Arbeit investierten sie im letzten Jahr für mehr Umwelt- und Naturschutz. Darüber hinaus konnten innerhalb eines Jahres bereits 100 Einsatzstellen für Bundesfreiwillige innerhalb des BUND geschaffen werden", so Weiger.

Der BUND-Vorsitzende forderte die Bundesregierung auf, die Agrarreform auf EU-Ebene und die Energiewende voranzubringen. Weder der Naturschutz noch die Bürgerbeteiligung dürften dabei vernachlässigt werden. Die Bundesregierung müsse ihre Blockade gegen die europäischen Pläne für eine ökologische und soziale Reform der Agrarpolitik aufgeben. Die industrielle Landwirtschaft verursache enorme Umwelt- und Gesundheitskosten und dürfe nicht weiter mit Milliarden an Steuergeldern gefördert werden. Unterstützt werden dürften nur noch Agrarbetriebe, die Tiere besonders artgerecht halten, Arbeitsplatze erhalten und die Natur schützen.

Weiger kritisierte zudem aktuell das Vorhaben von Bundesumweltminister Peter Altmaier, für die Endlagersuche ein "Bundesamt für kerntechnische Sicherheit" gründen zu wollen: "Jetzt eine neue Behörde aufzubauen, ist überflüssig wie ein Kropf. Mit dem Bundesamt für Strahlenschutz gibt es bereits eine fachkundige Stelle. Viel wichtiger ist es, die Kriterien zur Endlagersuche in einem offenen und transparenten Prozess unter Beteiligung der Öffentlichkeit zu erarbeiten und diese gesetzlich zu verankern." Dieser Prozess dürfe nicht, wie von Altmaier angestrebt, so schnell wie möglich, sondern müsse so gründlich und wie möglich stattfinden. Inakzeptabel sei, dass der völlig ungeeignete Salzstock in Gorleben von Altmaier nicht als möglicher Endlagerstandort ausgeschlossen werde.




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