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Waldberichte Berlin und Brandenburg

Vogelsänger: „Klimawandel macht dem Wald Probleme“

Mehr Akzeptanz für erneuerbare Energien notwendig

Brandenburg Ministerium für Infrastruktur und Landwirtschaft Pressemitteilung, 30.1.12

Der Kiefer geht es gut. Die Eiche bleibt das Sorgenkind der Förster und Waldbesitzer. Das ist die Quintessenz des Waldzustandsberichtes 2011, der heute im Internet veröffentlicht wurde.

Forstminister Jörg Vogelsänger: „Die Brandenburger Wälder sind insgesamt gesund, aber der Klimawandel belastet besonders die Laubbäume. Bei den Eichen ist der Anteil der deutlichen Schäden von 26 Prozent im Jahr 2009 auf 34 Prozent im vergangenen Jahr angestiegen. Das ist nicht zuletzt auf den Klimawandel zurückzuführen und unterstreicht die Notwendigkeit der Energiewende. Wenn wir das schaffen wollen, brauchen wir aber mehr Akzeptanz für erneuerbare Energien im Land.“

Die Vitalität der Bäume spiegelt sich auch im Zustand der Kronen wider. Der insgesamt gute Kronenzustand bleibt im Jahr 2011 erhalten. Die Witterungsbedingungen der vergangenen fünf Jahre wirkten sich positiv auf den Waldzustand aus. 52 Prozent der Waldfläche in der Region Berlin-Brandenburg ist ohne Schäden. Bei weniger als 10 Prozent des Waldes wurden „deutliche Schäden“ festgestellt. Das Gesamtergebnis ist vor allem auf den guten Kronenzustand der Kiefer in Brandenburg zurückzuführen. Fast 60 Prozent der Kiefernflächen ist ohne Schäden und mit 5 Prozent deutlich geschädigter Kiefernkronen ist deren Anteil weiterhin gering.

Zwischen den Baumarten gibt es jedoch erhebliche Unterschiede. Während die Nadelbäume auch 2011 nur wenige Schäden aufweisen, sind bei den Laubbäumen, besonders bei der Eiche, wieder wesentlich mehr Kronenschäden festzustellen. Nach dem Rekordsommer 2003 war noch fast jede zweite Eiche geschädigt. Bis 2009 ging der Anteil deutlicher Schäden kontinuierlich zurück und lag 2009 bei 26 Prozent. Seit dem ist wieder ein stetiger Anstieg der deutlichen Schäden zu verzeichnen. Gegenwärtig sind nur 9 Prozent der Eichen gesund, 34 Prozent weisen dagegen deutliche Schäden auf. Die Ursachen für den Anstieg der Schäden bei der Eiche sind vielfältig. Immer wieder hat die Eiche auch mit intensiven Fraßschäden durch eine Vielzahl von Schadinsekten zu kämpfen, nicht zuletzt durch den Klimawandel verursacht.

Für die Buche sind flächenrepräsentative Aussagen aufgrund der geringen Anzahl von Buchen im Stichprobennetz nicht möglich. Ähnlich wie bei der Eiche gab es aber auch bei der Buche einen Anstieg der deutlichen Schäden, die gegenwärtig bei rund 33 Prozent liegen.

Hintergrundinformation Baumartenverteilung in der Region: Die Kiefer ist mit 710.240 Hektar (74,2 Prozent) die dominierende Baumart in den Wäldern der Region. Die Hauptbaumarten Buche (3,7 Prozent) und Eiche (9,8) sind mit 82.540 Hektar noch relativ gering im Kronendach der Wälder vertreten. Die anderen Laubbäume nehmen 8 Prozent und die anderen Nadelbäume 4,4 Prozent ein.


Waldzustandsbericht 2011 – positiver Trend bei Entwicklung der Berliner Wälder stagniert

Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt, 30.01.12

Nach leichten Zustandsverbesserungen in den 90er Jahren stiegen zwischen 2000 und 2005 die Waldschäden an. Bis 2010 war eine positivere Entwicklung des Waldzustandes zu verzeichnen, die jetzt 2011 stagniert. 24 Prozent der Bäume weisen keine Schäden auf, 29 Prozent sind mittel oder stark geschädigt (+ 5 %). Die übrigen 47% sind in die sog. Warnstufe (Schadstufe 1) eingeordnet.

Umweltsenator Müller (SPD): „Berlins Wälder sind die grünen Lungen der Stadt. Umso mehr lohnt es sich für gesunde Wälder zu kämpfen: Um Klimawandel und Umweltbelastungen zu bestehen werden in Berlin die Wälder auch in Zukunft nachhaltig forstlich und entsprechend der hohen Standards von FSC und Naturland bewirtschaftet und zu anpassungsfähigen Mischwaldbeständen umgebaut.“

Seit Beginn der 1990er Jahre weisen die innerstädtischen Wälder höhere Schäden auf als die Brandenburger Wälder. In Folge der trocken-warmen Vegetationsperioden 1999, 2000, 2003 sowie erneut 2006 stieg der Flächenanteil deutlicher Schäden jeweils an. Günstige Witterungsbedingungen wie 2002, 2004, und 2007 – 2010 führten nicht zu einer anhaltenden Erholung des Kronenzustandes der Waldbäume. Mit der Unterbrechung des Rückgangs der mittleren Kronenverlichtung in den Jahren 2009 und erneut 2011 stagniert die Kronenverlichtung auf dem hohen Niveau von 23 Prozent. Das schlechtere Ergebnis des Berliner Waldes im Vergleich mit Brandenburg hängt einerseits mit den Großstadt bedingten Immissionen von Stickoxyden und Ozonbildnern im Ballungsraum Berlin zusammen, andererseits hat Berlin einen deutlich höheren Anteil an Laubbäumen, die insgesamt auf Luftschadstoffe und Witterungsextreme stärker reagieren als die Kiefer.

Die Hauptbaumart Kiefer zählt mit 32 Prozent ohne Schäden und mit 16 Prozent deutlichen Schäden zu den gesündesten Baumarten in Berlin. Die Eiche bleibt das Sorgenkind der Förster. Fast jeder 5. Baum in Berlin ist eine Eiche, kaum eine Eiche ist völlig ohne Schäden. Drei Viertel aller Eichen weisen deutliche Schäden auf. Dennoch kann auf den Waldumbau hin zu mehr Laubbäumen aus Gründen der Trinkwassersicherheit, der Sturmfestigkeit und wegen der hohen Waldbrandgefährdung der Kiefer nicht verzichtet werden.

Wegen der geringen Anzahl in der Stichprobe werden andere Laubbaumarten bzw. andere Nadelbaumarten jeweils zusammengefasst. Dabei zeigt sich, dass ca. ein Drittel der Laubbaumarten deutlich geschädigt sind. Die Nadelbaumarten sind mit 14 Prozent deutlichen Schäden wesentlich gesünder. Insgesamt stagniert bei diesen Baumarten das Schadniveau.




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