Aktuell


EU-Kooperation mit Afrika

Ende der Abholzung: Staaten wollen Regenwald im Kongobecken schützen

Dadurch sollen der Klimawandel bekämpft und bedrohte Affen gerettet werden

Von Julia Huber, Greenpeace Magazin, 2.10.15

Mit über zwei Millionen Quadratkilometern ist das Regenwaldgebiet im afrikanischen Kongobecken das zweitgrößte der Welt. Noch. Denn immer mehr Bäume werden dort abgeholzt oder verbrannt. Die Wälder schrumpfen jährlich um 5.600 Quadratkilometer. Damit soll nun Schluss sein, wie afrikanische Länder und EU-Staaten bei UN-Gesprächen in New York beschlossen haben.

„Zentralafrikanische Waldinitiative“, heißt der Plan, der diese Woche vereinbart wurde. Darin sprachen die EU-Staaten den afrikanischen Ländern finanzielle Unterstützung zu, so dass die illegale Abholzung und die Verbrennung der Wälder gestoppt werden kann.

Das Projekt konzentriert sich auf die Länder Äquatorialguinea, die Demokratische Republik Kongo, Gabun, Kamerun, die Republik Kongo und die Zentralafrikanische Republik. Diese Länder sollen von den EU-Staaten Deutschland, Norwegen, Frankreich, Großbritannien sowie aus EU-Geldern unterstützt werden.

Das Entwicklungsprogramm der Vereinten Nationen (UNDP) gab bekannt, die Waldinitiative bedeute keine einmalige finanzielle Spritze, sondern ziele auf langfristige und nachhaltige Unterstützung ab. Norwegen kündigte an, zwischen 2016 und 2020 jährlich 42 Millionen Euro zu investieren. Das Geld werde aus Fonds kommen, welche die Norweger schon für Tropenwälder vorgemerkt hatten.

Brasilien soll den afrikanischen Staaten als Projektberater zur Seite stehen. Einer UNDP-Erklärung zufolge, soll das Land mit „seiner Erfahrung und seinem Fachwissen sowie bei der Umsetzung von Maßnahmen“ helfen. Die Position wurde damit begründet, dass Brasilien das Schrumpfen des Amazonas-Regenwaldes im letzten Jahrzehnt erfolgreich eingedämmt habe.

Die Regenwälder im Kongobecken sind überlebenswichtig für Millionen von Menschen. Bedrohte Tierarten wie Gorillas und Bonobos leben in den Wäldern. Der kongolesische Finanzminister Henri Yav Mulang hat deshalb viele Ideen, wie sein Land die nun beschlossene Unterstützung gebrauchen kann. Er sagte: „Die Demokratische Republik Kongo will zwei wichtige Wirkungen erzeugen: Emissionssenkungen und zusätzliche Vorteile hinsichtlich einer nachhaltigen Entwicklung und der Armutsreduzierung.“

Das Projekt ist Teil der Vorbereitungen auf den UN-Klimagipfel im Dezember in Paris. Dann wollen sich die UN-Mitgliedsstaaten auf gemeinsame verbindliche Klimaschutzmaßnahmen einigen. Der Schutz von Wäldern spielt dabei eine Rolle, weil Bäume das Kohlendioxid aus der Luft filtern und somit die Luftverschmutzung mildern können. Die französische Staatsministerin für Entwicklung Annick Girardin sagte: „Wir können in Paris ohne großangelegte Maßnahmen zum Schutz der Wälder auf der Welt keinen Erfolg haben.“


Afrikanische Länder und EU-Staaten beschließen Regenwald-Schutz im Kongobecken

EurActiv.com with Reuters, übersetzt von Alexander Bölle, 30.9.15

http://www.euractiv.de/sections/energie-und-umwelt/afrikanische-laender-und-eu-staaten-beschliessen-regenwald-schutz-im




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