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Pipeline durch Kanada-Urwald

Keine Pipeline im kanadischen Küstenregenwald!

ROBIN WOOD fordert konsequenten Schutz des Great Bear Rainforest

ROBIN WOOD Pressemitteilung, 22.3.12

ROBIN WOOD-Aktivisten haben heute Mittag in Bärenkostümen und mit ölverschmierten Bäumen vor der kanadischen Botschaft in Berlin gegen Pläne für eine Öl-Pipeline im Great Bear-Regenwald demonstriert. Sie übergaben der Botschaft 4.600 Protestschreiben. Darin wird die Regierungschefin der kanadischen Provinz British Columbia, Christy Clark, aufgefordert, sich gegen den Bau der Öl-Pipeline auszusprechen und für einen konsequenten Schutz des kanadischen Küstenregenwaldes zu sorgen. Die Protestaktion findet unmittelbar vor dem 23. Jahrestag der Exxon Valdez-Tankerkatastrophe am kommenden Samstag statt, bei der die Küste auf einer Länge von 2.100 Kilometer verschmutzt wurde.

Der Great Bear Rainforest ist weltweit das größte, intakte Regenwaldgebiet außerhalb der Tropen. Seit Jahren wird für den Erhalt dieses einzigartigen, von Fjorden durchzogenen Waldes gekämpft und verhandelt. Auch ROBIN WOOD setzt sich seit über zehn Jahren dafür ein. Doch bislang ist nur die Hälfte dieses Wildnisgebietes unter Schutz gestellt, obwohl die Provinzregierung bereits 2006 eine Zusage zum Erhalt von 70 Prozent der Urwälder gemacht hatte.

Nun droht diesem Regenwald auch noch die Zerstörung durch die Ölindustrie. Die vom Unternehmen Enbridge geplante Northern Gateway-Pipeline soll Rohöl aus den riesigen, die Landschaft zerstörenden Teersand-Tagebaugebieten der Nachbarprovinz Alberta über rund 1.200 Kilometer durch ökologisch bedeutsame Wald- und Bergregionen mitten in das Gebiet dieses Küstenwaldes leiten. Von dort soll es mit jährlich Hunderten so genannter Supertanker durch die engen Fjorde und Meeresarme weiter aufs Meer und bis nach China transportiert werden.

„Wir sind empört“, so Rudolf Fenner, Waldreferent bei der Umweltorganisation ROBIN WOOD, „dass die Regierung Clark die längst bestehenden Zusagen für den Erhalt dieses einzigartigen Waldes nicht umsetzt und ihn zusätzlich der Gefahr einer Ölkatastrophe aussetzt! Und das, obwohl sich eine deutliche Mehrheit der Bevölkerung und mehr als 100 First Nations klar gegen Pipeline und Tanker ausgesprochen haben.“

Der Great Bear Rainforest, mit einer Fläche größer als die Schweiz, gehört zu den letzten weitgehend intakten Wildnisgebieten der Welt. Neben Grizzly-Bären, Weißkopf-Seeadlern und Küstenwölfen gibt es hier das einzige Vorkommen einer weißen Variante des Schwarzbären, den Kermode-Bären. Nach jahrelangen Protesten gegen den Kahlschlag im Küstenregenwald wurden 2006 weit reichende Versprechungen für Waldschutz und naturverträgliche Projekte in der Region gemacht.




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