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Aktuell

UN-Gipfel zur biologischen Vielfalt

UN-Biodiversitätsgipfel in New York endet ohne gemeinsame Abschlusserklärung

WWF-Pressemitteilung, 30.9.20

Berlin: Auf der Generalversammlung der Vereinten Nationen in New York findet heute der Biodiversitätsgipfel statt. Es ist der erste UN-Gipfel dieser Art seit 20 Jahren ohne gemeinsame Abschlusserklärung. Christoph Heinrich, Vorstand Naturschutz bei WWF Deutschland kommentiert: „Der Verlust der biologischen Vielfalt ist dramatisch und eine existenzielle Bedrohung für die Menschheit. Es ist ein gutes Zeichen, dass der UN-Gipfel trotz der Corona-Pandemie stattfindet. Aber statt Maßnahmen verbindlich festzuhalten, werden in New York nur große Reden geschwungen. Gerade mit Blick auf die 2021 stattfindende UN-Konferenz zur biologischen Vielfalt in China muss sich etwas ändern: Wir brauchen mehr Verbindlichkeit zum Schutz der biologischen Vielfalt.“

Laut Weltnaturschutzunion IUCN sind ein Viertel der Säugetierarten, jede achte Vogelart, mehr als 30 Prozent der Haie und Rochen sowie 40 Prozent der Amphibienarten bedroht. Dazu Heinrich: „Nette Worte nützen diesen Arten nicht. Wir können das Artensterben noch umkehren, aber dazu brauchen wir ein sofortiges Umdenken in Politik und Wirtschaft. Der WWF fordert bis 2030 30 Prozent der Erde unter Schutz zu stellen, sowie die Umstellung aller Finanz- und Wirtschaftssysteme auf Nachhaltigkeit.“

Bereits am Montag haben sich über 70 Staats- und Regierungschef:innen, in einer freiwilligen Erklärung, der „Leaders Pledge for Nature and People“ zu mehr Einsatz gegen den fortschreitenden Biodiversitätsverlust verpflichtet. Darin verpflichteten sich zum Beispiel Bundeskanzlerin Angela Merkel, EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen und Frankreichs Präsident Emmanuel Macron dazu unregulierte Fischerei und Wilderei zu stoppen und den Eintrag von Plastikmüll in die Meere zu beenden. Die freiwillige Erklärung wurde auf einem vom WWF organisiertem Event vorgestellt. Der WWF begrüßt die freiwillige Erklärung ausdrücklich, sieht sie aber nicht als gleichwertigen Ersatz für eine offizielle Abschlusserklärung. Heinrich sagt: „Diese Ambitionen sind begrüßenswert. Die engagierten Staaten müssen ihre Ambitionen nun mit zu den Verhandlungen der UN-Konvention zum Schutz der biologischen Vielfalt (CBD) 2021 bringen.“ Auf der wegen der Corona-Pandemie auf 2021 verschobenen Konferenz wird das neue politische Rahmenwerk für den Schutz von Biodiversität und Natur verabschiedet.

Hintergrund: Biologische Vielfalt im freien Fall

Weltweit schrumpfen die Tier- und Pflanzenbestände. Von Rohstoffen, Wasser, Lebensmitteln, Arzneimitteln und Energie bis hin zu Bestäubung, Bodenbildung sowie Schutz vor Fluten, Stürmen und Erosion - die natürlichen Systeme der Erde sind überlebenswichtig für die Menschheit. Den schlechten Zustand der Biodiversität weltweit unterstreichen in erschreckender Regelmäßigkeit auch Zahlen wie die des Living Planet Report des WWF. Der kürzlich veröffentlichte Report zeigte einen Rückgang der überwachten Wirbeltierbestände um 68 Prozent.


UN-Sondergipfel zur Biodiversität – den Worten müssen Taten folgen – Bundesregierung muss sich für globale Artenvielfalt einsetzen

BUND Pressemitteilung, 30.9.20

Berlin. Anlässlich des heute stattfindenden UN-Sondergipfels zur biologischen Vielfalt fordert der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) die Bundesregierung auf, sich tatkräftig für den globalen Schutz der Artenvielfalt und der Ökosysteme einzusetzen. "Mehr als eine Million Arten sind vom Aussterben bedroht. Unersetzliche Lebensräume werden weiterhin zerstört, ohne an die Folgen für Mensch und Umwelt zu denken", erklärt der BUND-Vorsitzende Olaf Bandt. "Der jüngste UN-Bericht zur biologischen Vielfalt zeigt sehr deutlich das Versäumnis der Staatengemeinschaft, den Verlust der Vielfalt des Lebens zu stoppen."

Funktionierende Ökosysteme und eine intakte Artenvielfalt sind ebenso überlebenswichtig wie saubere Luft, gute Wasserqualität und eine erträgliche Temperatur. "Diese Ökosysteme sind für uns Menschen überlebenswichtig und die Zerstörung der biologischen Vielfalt bedroht die menschliche Zukunft ebenso so sehr wie die Klimakrise", so Bandt. "Wir begrüßen das deutliche Bekenntnis zu einem ambitionierten Biodiversitätsschutz, das die Bundesregierung Anfang dieser Woche abgelegt hat. Doch in den vergangenen zehn Jahren haben Bund und Länder ihre völkerrechtlichen Verpflichtungen zum Schutz der Artenvielfalt sträflich vernachlässigt. Nun müssen den Worten Taten folgen, um das Ruder noch herumzureißen und den weltweiten Verlust der biologischen Vielfalt zu stoppen."

Der BUND fordert die Bundesregierung auf, sich bei den laufenden Verhandlungen für ein neues UN-Regelwerk zum Schutz der Biodiversität für ehrgeizige und messbare globale Ziele zum Erhalt der Natur einsetzen. Dazu gehören auch klare Regeln für die Umsetzung und die Überwachung, die das Erreichen der Ziele gewährleisten. Bandt: "Die Bundeskanzlerin muss den Schutz der biologischen Vielfalt nach dem heutigen Gipfel dauerhaft und erkennbar zur Chefsache zu machen. Das heißt, alle Ressorts sind gefordert, ihren Beitrag zu leisten. Nur wenn es uns gelingt, den Raubbau zu stoppen, gibt es eine Chance, die Natur weltweit für unsere Kinder und Enkel zu erhalten." Umweltschädliche Anreize müssen gestrichen werden. Die Bundesregierung muss naturschädigende Subventionen in der Agrarpolitik, in der Fischerei und im Verkehr stoppen.

Bandt: "Zu einer enkeltauglichen Biodiversitätspolitik der Bundesregierung gehört nicht zuletzt, endlich den Mut finden, das Mercosur-Abkommen zu stoppen, das die Zerstörung des Amazonas-Waldes weiter anheizen würde. Auch die Verabschiedung eines effektiven Lieferkettengesetzes, das Umwelt- und Menschenrechte umfasst, zählt dazu. Deutsche Konzerne müssen in ihren Lieferketten anerkannte Standards einhalten. Wir müssen endlich den Raubbau stoppen."

Hintergrund:

Bei dem Sondergipfel der Vereinten Nationen zur biologischen Vielfalt sollen auf höchster politischer Ebene ehrgeizige Maßnahmen zum Erhalt der Artenvielfalt angestoßen werden. Der Gipfeltreffen findet online statt. Ziel des Gipfels ist es, politische Unterstützung für einen neuen globalen Rahmen für den Schutz der biologischen Vielfalt nach 2020 zu mobilisieren. Dieser soll bei der 15. Vertragsstaatenkonferenz des Übereinkommens über die biologische Vielfalt im kommenden Jahr angenommen werden. Der Gipfel beginnt am Mittwoch, 16 Uhr deutscher Zeit. Bundeskanzlerin Angela Merkel eröffnet um 21 Uhr deutscher Zeit mit einer Videobotschaft die Dialogrunde zum Thema "Bekämpfung des Verlusts an biologischer Vielfalt und Mainstreaming der biologischen Vielfalt für eine nachhaltige Entwicklung". Mainstreaming bedeutet, den Erhalt der Biodiversität in allen Lebens- und Politikbereichen als gesamtgesellschaftliche Aufgabe zu verankern. Bundesministerin Schulze wird die Dialogrunde anschließend moderieren.


Selbstverpflichtung gegen den Biodiversitätsverlust auf UN-Gipfel in New York

WWF: Wichtiges Signal von ganz oben

WWF-Pressemitteilung, 28.9.20

Berlin, 28.09.2020: Zwei Tage vor dem UN-Biodiversitätsgipfel in New York verpflichten sich heute über 40 Staaten freiwillig für mehr Einsatz gegen den fortschreitenden Biodiversitätsverlust. Dazu stellen Staats- und Regierungschef:innen den „Leaders Pledge for Nature“ auf einem vom WWF organisierten Online-Event vor. Für den am Mittwoch beginnenden UN-Biodiversitätsgipfel ist keine gemeinsame Abschlusserklärung vorgesehen. Es ist der erste Gipfel dieser Art seit 20 Jahren ohne gemeinsame Abschlusserklärung. Florian Titze, Policy Advisor für Internationale Biodiversitätspolitik beim WWF Deutschland kommentiert:

„Um die biologische Vielfalt war es noch nie so schlecht bestellt wie heute. Vor diesem Hintergrund ist es ein Armutszeugnis, dass sich die UN-Mitgliedstaaten im Vorfeld des UN-Biodiversitätsgipfels nicht auf eine gemeinsam verhandelte Deklaration einigen konnten.

Wir begrüßen es daher außerordentlich, dass eine Gruppe an Staaten Verantwortung übernimmt und sich einer freiwilligen Erklärung verpflichten hat. Im „Leaders Pledge“ verpflichten sich die Staaten, darunter auch Deutschland, sich umgehend, entschlossen und mit den nötigen gesetzlichen, wirtschaftlichen und finanziellen Maßnahmen dafür einzusetzen, den Biodiversitätsverlust zu stoppen und umzukehren. Das ist ein wichtiges Signal: Die Natur ist unsere Lebengrundlage, die uns Nahrung, Medizin, Rohstoffe, sauberes Wasser und saubere Luft zur Verfügung stellt. Laut einer kürzlich vorgestellten WWF Studie ist die biologische Vielfalt allerdings im freien Fall. Der Bestand von überwachten Wirbeltieren ging im Vergleich zu 1970 weltweit im Schnitt um 68 Prozent zurück. Um uns herrscht der dauerhafte ökologische Ausnahmezustand, bloße Lippenbekenntnisse bringen nichts. Deswegen muss auf den „Leaders Pledge“ auch „Leaders Action“ folgen. Gelegenheit dazu gibt bei der Verhandlung des neuen UN-Abkommens zum Schutz der biologischen Vielfalt im Jahr 2021. Dort brauchen wir ein Rahmenwerk mit ambitionierten, implementierbaren und gut finanzierten neue Biodiversitätszielen. Um den Verlust der biologischen Vielfalt zu stoppen fordert der WWF bis 2030 30 Prozent der Erde unter Schutz zu stellen, sowie die Umstellung aller Finanz- und Wirtschaftssysteme auf Nachhaltigkeit.“

Hintergrund: Leaders Pledge for Nature

Die sogenannte Leaders Pledge for Nature and People wird heute, zwei Tage vor dem offiziellen UN-Biodiversitätsgipfel, auf einem virtuellen Event vorgestellt. Zahlreiche Staats- und Regierungschefs äußeren sich auf dem vom WWF initiierten Event per Videobotschaft zu den nötigen Maßnahmen, die die Weltgemeinschaft dringend unternehmen muss, um den Biodiversitätsverlust weltweit zu stoppen und umzukehren. Darunter sind auch Bundesumweltministerin Svenja Schulze und EU-Kommissionpräsidentin Ursula von der Leyen. Der Event ist ohne Registrierung unter diesem Link für jeden verfügbar.


UN-Gipfel zur biologischen Vielfalt: Erhalt der Artenvielfalt ist dringlicher denn je

Ziel des UN-Gipfels ist es, politische Unterstützung für einen neuen globalen Rahmen für den Schutz der biologischen Vielfalt nach 2020 zu mobilisieren.

BMU Pressemitteilung, 25.9.20

Bundesumweltministerin Svenja Schulze nimmt am Mittwoch, dem 30. September, am virtuell ausgerichteten Gipfeltreffen der Vereinten Nationen zur biologischen Vielfalt teil, mit dem auf höchster politischer Ebene ehrgeizige Maßnahmen zum Erhalt der Artenvielfalt angestoßen werden sollen. Bereits im Vorfeld des eintägigen UN-Gipfels finden virtuelle Dialogveranstaltungen statt, die von der Zivilgesellschaft und multilateralen Organisationen organisiert werden. Die Bundesumweltministerin wird am "Global Ambition Day" am Montag, dem 28. September, das internationale Engagement der Bundesregierung bekräftigen, den Verlust von Arten und Lebensräumen aufzuhalten.

Bundesumweltministerin Svenja Schulze: "In der Corona-Pandemie haben viele Menschen weltweit gelernt, wie wichtig eine intakte Natur ist, auch für die Pandemie-Prävention. Jetzt hat die Weltgemeinschaft die Chance, aus dieser Krise zu lernen. Artenvielfalt und funktionierende Ökosysteme sind zentral, um Naturkatastrophen zu verhindern. Die biologische Vielfalt ist unsere Lebensversicherung. Vom Gipfel der Vereinten Nationen zur biologischen Vielfalt erhoffe ich mir neuen Schwung für den internationalen Schutz der Biodiversität, auch im Sinne der Pandemie-Prävention."

Ziel des Gipfels ist es, politische Unterstützung für einen neuen globalen Rahmen für den Schutz der biologischen Vielfalt nach 2020 zu mobilisieren. Dieser soll bei der 15. Vertragsstaatenkonferenz des Übereinkommens über die biologische Vielfalt im kommenden Jahr angenommen werden. Deutschland setzt sich dabei ein für ehrgeizige und messbare Ziele sowie klare Regeln für Umsetzung, Überwachung und Nachsteuerung, die das Erreichen der Ziele gewährleisten.

Der Gipfel beginnt am Mittwoch, 16:00 Uhr deutscher Zeit. Bundeskanzlerin Angela Merkel eröffnet um 21:00 Uhr deutscher Zeit mit einer Videobotschaft die Dialogrunde zum Thema "Bekämpfung des Verlusts an biologischer Vielfalt und Mainstreaming der biologischen Vielfalt für eine nachhaltige Entwicklung". Mainstreaming bedeutet, den Erhalt der Biodiversität in allen Lebens- und Politikbereichen als gesamtgesellschaftliche Aufgabe zu verankern. Bundesministerin Schulze wird die Dialogrunde anschließend moderieren.

Ein Höhepunkt im Vorfeld des Gipfels ist am Montag das "Leaders Event for Nature and People", bei dem sich Staaten mit dem "Leader’s Pledge for Nature" zu einem ambitionierten Biodiversitätsschutz bekennen. Für die Bundesregierung wird Bundesumweltministerin Schulze die Initiative unterstützen. Auch bei einem weiteren Side-Event zum Thema "Creating a Nature Based Planetary Safety Net" wird Bundesumweltministerin Schulze vertreten sein.

Hintergrundinformationen

Wie weit die Welt noch von einem "Leben im Einklang mit der Natur" entfernt ist, zeigt der Global Biodiversity Outlook, der am 15. September 2020 vom Sekretariat des Übereinkommens über die Biologische Vielfalt vorgelegt wurde. Dieser gibt eine Zusammenfassung des weltweiten Zustands der biologischen Vielfalt: Keines der 20 Aichi-Biodiversitätsziele, die vor zehn Jahren vereinbart wurden, wird vollständig erreicht. Nur sechs Ziele wurden teilweise erreicht. Es gibt aber auch ermutigende Botschaften. So hat sich der Anteil an Schutzgebieten weltweit im Zeitraum 2000 bis 2020 auf circa 15 Prozent an Land und auf sieben Prozent bei Meeresgebieten vergrößert. Auch ist die Abholzungsrate weltweit um etwa ein Drittel im Vergleich zum vorangegangenen Jahrzehnt zurückgegangen. Um die fortschreitende Zerstörung der Ökosysteme, in und von denen wir Menschen leben, aufzuhalten, besteht jedoch weiter dringender Handlungsbedarf.


Wirtschaft und Biodiversität in Einklang bringen

NABU und Boston Consulting Group stellen gemeinsame Studie zur Bedeutung der Biodiversität für die Wirtschaft vor

NABU Pressemitteilung, 23.9.20

Berlin – Der Naturschutzbund Deutschland (NABU) und die Strategieberatung Boston Consulting Group (BCG) haben eine Studie zur Wichtigkeit der Biodiversität und den Auswirkungen und Chancen von wirtschaftlichen Aktivitäten veröffentlicht. Über Ökosystemleistungen wie Bestäubung, Klimaregulierung oder die Bereitstellung fruchtbarer Böden erbringt die Biodiversität weltweit einen jährlichen Wert in Höhe von ungefähr dem zweifachen globalen Bruttoinlandsprodukt (BIP). Doch durch den immer schneller fortschreitenden Rückgang der Biodiversität geht dieser Wert jedes Jahr um mindestens drei Prozent - über sechs Billionen US-Dollar - zurück.

Dieser Rückgang ergibt sich besonders daraus, dass viele für das gesellschaftliche Wohlbefinden und die städtische Versorgung wesentliche Aktivitäten in enger Interaktion mit der Natur stehen und die Nutzung von Land und natürlichen Ressourcen beinhalten. Land- und Forstwirtschaft, der Ausbau von Infrastruktur, Rohstoffabbau sowie der Industriesektor tragen aktuell zu etwa 60 Prozent des Biodiversitätsverlusts bei. Die Studie „Wirtschaften im Einklang mit der Natur – Handlungswege zur Sicherung der Biodiversität“ zeigt auf, wie die Belastungen der Biodiversität entstehen und wie sie gemindert werden können.

„Wir freuen uns sehr über die Zusammenarbeit mit BCG, denn sie zeigt, dass der Erhalt der Biodiversität auch für große Unternehmen immer mehr in den Fokus rückt“, so NABU-Präsident Jörg-Andreas Krüger, „Intakte Ökosysteme und die Artenvielfalt sind unsere Lebensgrundlage, die wir schützen müssen. Ein biodiversitätsfreundliches Handeln von Unternehmen ist dabei ein wesentlicher Faktor. Die Politik muss durch Regulierung und Anreize den nötigen Rahmen dafür und faire Wettbewerbsbedingungen schaffen.“

Grundlage eines zukunftsfähigen Systems, in dem Wirtschaft und Natur gemeinsam wachsen können, ist, dass der Wert der Biodiversität in unsere wirtschaftlichen, politischen, und zivilgesellschaftlichen Entscheidungen einbezogen wird. „Wirtschaftliche Wertschöpfung und Biodiversität müssen und können stärker in Einklang gebracht werden. Denn eine intakte Biodiversität tut nicht nur der Natur gut, sondern birgt riesiges Potenzial für die Wirtschaft“, sagt Dr. Torsten Kurth, BCG-Senior-Partner und Koautor der Studie. „Der Erhalt der Biodiversität ist genauso wichtig, wie den Klimawandel zu stoppen, denn die Krisen verstärken sich gegenseitig. Umso wichtiger ist es, jetzt verloren gegangene Ökosystemfunktionen wiederherzustellen, denn durch CO2-Bindung können naturnahe Ökosysteme, wie Moore und Mischwälder, einen wichtigen Beitrag im Kampf gegen den Klimawandel leisten“.

Um biodiversitätsfreundlich zu wirtschaften, sollten Unternehmen zunächst die Folgen ihres Wirtschaftens für Artenvielfalt und Ökosysteme analysieren – also neben ihrer CO2-Bilanz auch ihren gesamten ökologischen Fußabdruck ermitteln. Durch freiwillige Selbstverpflichtung zu Biodiversitätsstandards und durch Innovationen in Rohstoffgewinnung, Landbau, und Produktionstechniken können Unternehmen im nächsten Schritt positive Auswirkungen entlang ihrer gesamten Wertschöpfungskette erzielen. Beispielsweise kann kreislauforientiertes Wirtschaften durch die Wiederverwendbarkeit und biologische Abbaubarkeit von Endprodukten den allgemeinen Ressourcenbedarf und Flächenverbrauch auf ein Minimum reduzieren. Auch können Unternehmen selber biodiversitätsfreundliche Landnutzungsmodelle fördern und sich an Projekten zum Schutz der Natur beteiligen: So kann Land erworben und dem Naturschutz gewidmet werden; und Landnutzer können dafür bezahlt werden, auf ihrem Land Biodiversitätsmaßnahmen umzusetzen.

Einige Firmen haben bereits damit begonnen, durch entsprechende Maßnahmen den Biodiversitätserhalt in ihre Prozesse zu integrieren. Dennoch gibt es noch sehr viel zu tun, und alle gesellschaftlichen Akteure müssen ihren Beitrag leisten. So hebt die Studie auch die Rolle politischer und gesellschaftlicher Institutionen hervor: diese besteht zum einen darin, den nötigen Wandel durch Innovationsförderung, Wissenstransfer und die Verbesserung ländlicher Infrastruktur voranzutreiben. Darüber hinaus benötigen Unternehmen Rahmenbedingungen, die es ihnen erleichtern, biodiversitätsfreundlich zu produzieren. Subventionen, wie beispielweise in der EU-Agrarpolitik, sollten nach Gemeinwohlkriterien vergeben werden, sodass zum Beispiel konkrete Naturschutzleistungen auf bewirtschaftetem Land gezielt gefördert werden. Die Studie empfiehlt das Ende der pauschalen Flächenprämien. Staatlich geförderte und kontrollierte Produktionsstandards und -zertifizierungen können es Unternehmen zudem ermöglichen, Verbraucher auf biodiversitätsverträgliche Praktiken hinzuweisen. Auch Handelsabkommen sollten Auflagen zum Schutz der Biodiversität enthalten – dies sorgt für einen fairen Wettbewerb über Ländergrenzen hinweg und verhindert, dass Bemühungen durch wirtschaftlichen Druck untergraben werden.




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