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Aktuell

Wolf, Bär, Wildkatze

Herdenschutz statt Wolfs-Polemik

WWF fordert von Bundesrat besseren Herdenschutz und Unterstützung für Tierhalter

WWF Pressemitteilung, 27.6.19

Der Bundesrat entscheidet am Freitag über einen Antrag des Landes Mecklenburg-Vorpommern zur Weidetierhaltung. Zusätzliche Belastungen, die durch den notwendigen Herdenschutz vor Angriffen durch Wölfe entstehen, soll abgefedert werden. Hierzu ist laut Auffassung der Landesregierung in Schwerin eine finanzielle Kompensation durch den Bund erforderlich. Die Naturschutzorganisation WWF Deutschland begrüßte die Initiative Mecklenburg-Vorpommerns und forderte die Länderkammer auf, dem entsprechenden Entschließungsantrag zuzustimmen.

„Die deutschen Weidetierhalter leisten einen maßgeblichen Beitrag zum Naturschutz und zur Erhaltung unserer Kulturlandschaft. Seit Jahren hat es die Bundesregierung verpasst, ihre Leistungen für eine naturverträgliche Bewirtschaftung anzuerkennen. Das Resultat ist der drohende Zusammenbruch des gesamten Sektors. Höchste Zeit, dass Rahmenbedingungen geschaffen werden, um Weidetierhalter möglichst unbürokratisch zu unterstützen. Populistische Phantomdebatten um Wolfs-Obergrenzen oder Wolfs-freie-Zonen gehen hingegen am eigentlichen Problem vorbei“, erklärt Dr. Diana Pretzell, Leiterin Biodiversitätspolitik beim WWF Deutschland.

Für den WWF Deutschland seien die Weidetierhalter, so Pretzell, wichtige Partner, um den Erhalt unserer Artenvielfalt zu sichern. „Es ist längst überfällig, dass sie durch die Bundesregierung einen angemessenen Ausgleich für ihre ökologischen und gesellschaftlichen Leistungen erhalten.“


NABU: Nicht gegen den Wolf, sondern für die Weidetierhaltung

Miller: Beweidung in Wolfsregionen ist möglich - Bundesrat muss Schäferei stärken

NABU Pressemitteilung, 26.6.19

Berlin – Der NABU appelliert an Vertreter der Bundesländer im Bundesrat, sich diesen Freitag gegen die vom Kabinett geplanten Änderungen im Bundesnaturschutzgesetz auszusprechen. Der sogenannten „Lex Wolf“ zufolge sollen Wölfe künftig einfacher geschossen werden können, auch wenn nicht sicher ist, ob es sich wirklich um das entsprechende Tier handelt. Aus NABU-Sicht führt die vorgesehene einfachere Entnahme nicht zu einem besseren Schutz für Weidetiere. Effektiver Herdenschutz kann nicht durch Abschüsse oder gar Bejagung ersetzt werden und sollte daher endlich oberste Priorität bei politischen Entscheidungen zum Wolf haben. Erschwerend kommt hinzu, dass die geplante Änderung auch andere durch das Gesetz streng geschützte Wildtiere gefährdet.

NABU-Bundesgeschäftsführer Leif Miller: „Die geplante Änderung schafft nicht nur Unsicherheiten beim Umgang mit dem Wolf, sondern auch für andere geschützte Arten wie Biber, Kormoran und Fischotter.“ Die Entnahme eines auffälligen Wolfes, der mehrfach Herdenschutzzäune überwunden habe, sei bereits nach der geltenden Rechtslage möglich und mache die Änderung in der geplanten Form unnötig.

Unerlässlich ist es hingegen, dass Herdenschutz und die Förderung der extensiven Weidetierhaltung in den Mittelpunkt gerückt werden, wenn es um die Koexistenz mit dem streng geschützten Wolf geht. Der NABU begrüßt deshalb den Antrag des Landes Mecklenburg-Vorpommern, die Weidetierhaltung verstärkt zu fördern. Sie ist gesellschaftlich hoch akzeptiert, trägt wesentlich zum Erhalt der biologischen Vielfalt bei und ist für den Natur- und Artenschutz unerlässlich. Fakt ist jedoch, dass vor allem die Schäferei für ihre Arbeit schlecht entlohnt wird. Der Wolf ist nicht die grundlegende Ursache für die prekäre Einkommenssituation der Betriebe. Deshalb fordert der NABU Bund und Länder auf, endlich zu reagieren und die Weidetierhaltung auch außerhalb von Wolfsgebieten grundsätzlich finanziell zu stärken.

„Der NABU setzt sich für den Schutz von Wölfen und Weidetieren ein. Herdenschutz ist die eine Herausforderung. Die andere ist es, der Weidetierhaltung endlich die nötige finanzielle Wertschätzung entgegen zu bringen. Dazu haben die Vertreter der Länder nun die Chance“, so NABU-Wolfsexpertin Marie Neuwald.


Vor dem Tore steht ein Bär

Dreizehn Jahre nach JJ1 wird Braunbär im Grenzgebiet gesichtet
WWF: Süd-Bundesländer müssen sich auf Bär einstellen.


WWF Pressemitteilung, 26.6.19

Auf den Tag genau dreizehn Jahre nach dem Abschuss von Braunbär JJ1 – besser bekannt als Bruno – vermelden Tiroler Behörden einen Bären im deutsch-österreichischen Grenzgebiet. Das Tier wurde im Tiroler Bezirk Reutte mittels Wildkamera beobachtet. Das Tier, so hieß es, zeige „keine Neigung, an und in Siedlungen nach Nahrung zu suchen, sondern verhält sich sehr vorsichtig und unauffällig“ – und unterscheidet sich damit in seinem Verhalten maßgeblich von JJ1. Moritz Klose, Wildtierreferent bei der Naturschutzorganisation WWF Deutschland erklärte: „Bayern muss sich, ebenso wie Baden-Württemberg, auf sommerlichen Bärenbesuch einstellen.“ Der Freistaat habe, so der WWF-Experte, nach den Erfahrungen mit Bruno gehandelt und müsse nun die im Managementplan festgelegten Schritte vorbereiten. Baden-Württemberg hingegen hat sich mit dem Bären noch nicht einmal auf dem Papier beschäftigt.

„Das Auftauchen eines Braunbären in Süddeutschland oder Nahe der deutschen Grenze ist aus wildbiologischer Sicht nichts Ungewöhnliches. Vermutlich kommt das Tier, wie JJ1, aus dem Trentino. Und der Weg von Norditalien zu uns ist für Bären ein längerer aber sicherlich nicht außergewöhnlicher Spaziergang“, so Klose. Aus WWF-Sicht wäre es ein Gewinn, wenn sich ein Braunbär dazu entscheidet, sich dauerhaft in Deutschland niederzulassen – aber natürlich auch eine Herausforderung. Mit Blick auf die Almbewirtschaftung im bayerischen Alpenraum forderte Klose daher die schnelle Realisierung eines Förderprogramms zum Schutz von Weidetieren vor Angriffen durch große Beutegreifer wie Bär und Wolf. Auch Baden-Württemberg habe hier Nachholbedarf.

Für Bevölkerung wie Touristen gelten laut WWF gegenüber Braunbären die gleichen Verhaltensweisen wie gegenüber anderen Tieren: „Es geht vor allem darum, Respekt vor dem Tier zu haben und zu zeigen. Halten Sie Abstand und ziehen Sie sich langsam zurück.“ Insbesondere Wanderer seien zudem aufgefordert, keine Abfälle wie Essensreiste in der Natur zurückzulassen. „Wir müssen Bären zeigen, dass unsere Nutztierherden tabu sind und es bei Menschen nichts zu holen gibt. Das ist entscheidend für ein konfliktfreies Miteinander“, so Klose.

Braunbären waren Jahrhunderte lang Teil unserer heimischen Natur und kommen heute noch in einigen Regionen Europas vor. Besonders in den bei Deutschen beliebten Urlaubsländer Österreich, Italien und Spanien.


Gute Nachrichten für den Artenschutz: Saarland ist fest in Wildkatzen-Hand

BUND Pressemitteilung, 1.7.19

Berlin. Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) kann erstmals die vollständige Besiedlung eines Bundeslandes durch die Europäische Wildkatze vermelden: Die scheue Jägerin ist in allen größeren Waldgebieten des Saarlands zu Hause. "Die erfreulichen Nachweise zur Wildkatze im Saarland zeigen, dass aktiver Natur- und Artenschutz in Deutschland Wirkung zeigt. Das Saarland ist seit über 25 Jahren bei der Schaffung naturnaher Wälder bundesweit vorbildhaft", betont Hubert Weiger, Vorsitzender des BUND. "Die erschreckenden Zahlen des Weltbiodiversitätsrates zum Artensterben dürfen nicht lähmen, sondern müssen uns anspornen, erfolgreiche Aktivitäten weiter voranzutreiben."

Der BUND setzt mit seinem bundesweiten "Rettungsnetz Wildkatze" auf die Verbesserung der Lebensräume der Wildkatze: Durch eine Vernetzung von Wildkatzenwäldern können sich die seltenen Tiere wieder ausbreiten und ihre alten Lebensräume zurückerobern. Gleichzeitig untersucht der BUND langfristig die Verbreitung der Wildkatze in Deutschland. Nur so können Schutzmaßnahmen bestmöglich geplant und umgesetzt werden.

Bei seinen Untersuchungen nutzt der BUND sogenannte Lockstöcke. Diese werden nach einem wissenschaftlichen Raster in Waldgebieten aufgestellt und mit Baldrian besprüht. Der Geruch zieht die Wildkatzen an, sie reiben sich an den Stöcken und hinterlassen dabei Haare. Gemeinsam mit zahlreichen Ehrenamtlichen, darunter viele Jägerinnen und Jäger sowie Försterinnen und Förster, werden diese Haarproben regelmäßig abgesammelt und anschließend durch die Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung genetisch untersucht. So ist eine sichere Aussage möglich, ob es in diesem Wald Wildkatzen gibt.

Im Saarland konnte die Wildkatze nun in jedem Quadranten eines Rasters von zehn mal zehn Kilometern nachgewiesen werden. Aber auch andernorts ist die Wildkatze langsam wieder auf dem Vormarsch, etwa in der Lüneburger Heide südlich von Hamburg. "Langfristige Naturschutzprojekte wie unser Rettungsnetz Wildkatze brauchen viel Engagement, Überzeugungsarbeit und Durchhaltevermögen", so Weiger. "In Anbetracht des Artenschwundes um uns herum bestärken uns die Erfolge für die Europäische Wildkatze mehr denn je."




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