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Aktuell

Runder Tisch Insektenschutz

Schulze: „Wir brauchen eine Trendumkehr beim Rückgang der Insekten und ihrer Artenvielfalt“

Zweiter Runder Tisch Insektenschutz findet im Bundesumweltministerium statt

BMU Pressemitteilung, 24.6.20

Auf Einladung von Bundesumweltministerin Svenja Schulze haben sich heute in Berlin zentrale Akteure von Verbänden, Ländern, Kommunen und Wissenschaft beim zweiten Runden Tisch Insektenschutz über die Ursachen des Insektenrückgangs und die erforderlichen Gegenmaßnahmen ausgetauscht. Der Runde Tisch findet zweimal jährlich statt und ist Teil des Aktionsprogramms Insektenschutz (API) der Bundesregierung, mit dem die Ursachen für das Insektensterben umfassend angegangen werden. Neben Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner nahmen an dem heutigen Treffen hochrangige Vertreter*innen von Umwelt-, Naturschutz- und Landwirtschaftsverbänden teil, u.a. auch der Vereinigung „Land schafft Verbindung“.

Bundesumweltministerin Svenja Schulze: „Die Ursachen für das Insektensterben sind sehr vielfältig. Wirksamer Insektenschutz muss daher auf vielen verschiedenen Ebenen ansetzen: Handlungsbedarf besteht nicht nur in der Landwirtschaft und auf den Agrarflächen, sondern auch in der Stadt und auf den Grünflächen. Was hilft, ist nicht nur die Ausweitung von Pflanzen- und Biotopschutz, sondern auch weniger Lichtverschmutzung. Nötig sind neben gezielt eingesetzten Finanzmitteln auch Forschung und neue Lösungen für den Insektenschutz. Wir brauchen dringend eine Trendumkehr beim Rückgang der Insekten und ihrer Artenvielfalt. Das gelingt nur gemeinsam. Deshalb ist mir der fortlaufende Dialog mit allen für den Insektenschutz zentralen Akteuren wichtig.“

Insekten spielen für das Funktionieren von Ökosystemen als integraler Bestandteil der biologischen Vielfalt eine zentrale Rolle. Das Ziel des Aktionsprogramms Insektenschutz ist es daher, dass es wieder mehr Insekten gibt und sich der Bestand bedrohter Insektenarten wieder erholt.

Die hierfür erforderlichen Gesetzesänderungen, die sich aus dem Aktionsprogramm Insektenschutz ergeben, sollen in einem Insektenschutzgesetz gebündelt und zeitnah auf den Weg gebracht werden. Als Artikelgesetz wird das Insektenschutzgesetz Regelungen enthalten gegen Lichtverschmutzung, zur Ausweitung des Biotopschutzes zum Beispiel auf artenreiches Grünland und Streuobstbestände, für Gewässerabstände bei der Anwendung von Pflanzenschutzmitteln sowie zur Stärkung der Landschaftsplanung.

Beim zweiten Runden Tisch Insektenschutz ging es neben dem Ausblick auch um eine Zwischenbilanz bereits umgesetzter Maßnahmen aus dem Aktionsprogramm Insektenschutz: So wurde zur Unterstützung der Landwirtschaft ein Sonderrahmenplan für den Insektenschutz in der „Gemeinschaftsaufgabe Agrarstruktur und Küstenschutz“ (GAK) eingerichtet. Schon ab diesem Jahr unterstützt der Bund Insektenschutz in der Agrarlandschaft mit 50 Millionen Euro pro Jahr. Im Rahmen des Bundesprogramms Biologische Vielfalt sind bereits erste Themen-Projekte angelaufen, zum Beispiel der Wettbewerb für insektenfreundliche Kommunen. Insgedamt fließen in den nächsten sechs bis acht Jahren 60 Millionen Euro über das Bundesprogramm Biologische Vielfalt in den Insektenschutz. Auch das Förderprogramm Auen ist erfolgreich gestartet. Die Konzeption des im API vorgesehenen bundesweiten Insektenmonitorings ist so gut wie abgeschlossen, Basismodule werden bereits in einigen Ländern erprobt.

Am Nachmittag finden im Rahmen des Runden Tischs drei parallele Diskussionsrunden auf Fachebene zu den Themen „Gesellschaftliches Engagement, Kommunikation und Forschung“, „Insektenlebensräume in der Agrarlandschaft“ und „Insektenschutz im Siedlungsbereich (inklusive Lichtverschmutzung) und an Gewässern“ statt.


Zu wenig Tempo für Biene, Falter und Co.

WWF zu Runder Tisch Insektenschutz: Es droht „Flickenschusterei“

WWF Pressemitteilung, 24.6.20

Auf Einladung von Bundesumweltministerin Svenja Schulze haben sich heute in Berlin Vertreter:innen von Verbänden, Ländern, Kommunen und Wissenschaft beim zweiten Runden Tisch Insektenschutz über Ursachen des Insektenrückgangs und Gegenmaßnahmen ausgetauscht. Zu den Ergebnissen sagt Dr. Diana Pretzell, die für den WWF Deutschland am Runden Tisch teilgenommen hat:

„Der Aktionsplan Insektenschutz ist kein Katalog, aus dem man auswählt, was passt und weglässt, was stört. Ein wichtiges Kernstück des Insektenschutzes ist der im Aktionsplan Insektenschutz festgelegte Ausstieg aus Glyphosat. Der heutige Runde Tisch und insbesondere das Bundeslandwirtschaftsministerium hat hier die Verantwortung, dies konsequent, zeitnah vollständig umzusetzen. Den klaren Auftrag hat sich die Bundesregierung hierzu im Aktionsprogramm Insektenschutz gegeben.

Ich gehe davon aus, dass Bundesministerin Klöckner in den nächsten Wochen die Pflanzenschutzmittel-Anwendungsverordnung anpasst und so einen wichtigen Beitrag dazu leistet, den dramatischen Rückgang der Insekten noch aufzuhalten. Sonst droht Flickenschusterei. Mit Flickenschusterei werden wir den Insektenrückgang nicht stoppen.

Damit dies gelingen kann, müssen Landwirte finanziell unterstützt werden, wenn sie Maßnahmen für Insektenschutz umsetzen. Dies gilt insbesondere auch für die vereinbarte Umsetzung des Verbots der Anwendung von Herbiziden und biodiversitätsschädigenden Insektiziden in Schutzgebieten. Denn die Landwirte sind nicht Teil des Problems, sondern als wichtigste Partner für mehr Insektenschutz in der Agrarlandschaft Teil der Lösung!“


Tempo machen für Biene, Falter und Co.

Fortführung Runder Tisch Insektenschutz: WWF drängt auf zügige rechtliche Anpassungen in Pflanzenschutz-Anwendungsverordnung und Bundesnaturschutzgesetz

WWF Pressemitteilung 23.6.20

Am Mittwoch kommt erneut der „Runde Tisch Insektenschutz“ zusammen. Der Schutz von Insekten steht im Koalitionsvertrag und Bundesumweltministerin Svenja Schulze will noch dieses Jahr ein entsprechendes Gesetz in den Bundestag bringen. Dr. Diana Pretzell, die für den WWF Deutschland am Runden Tisch teilnimmt, drängt auf Tempo bei den notwendigen rechtlichen Anpassungen vor allem in der der Pflanzenschutz-Anwendungsverordnung aber auch im Bundesnaturschutzgesetz: „Das Insektensterben vor unserer Haustür stoppen wir nicht auf dem Papier, sondern nur draußen auf Feldern und Wiesen. Das vorliegende Aktionsprogramm Insektenschutz steckt dafür den Rahmen ab, wir müssen diesen Rahmen im Sinne von Natur und Landwirten schleunigst mit Leben füllen. Dazu müssen die Ministerinnen am runden Tisch endlich Antworten vorlegen.“

„Das Verbot der Anwendung von Pflanzenschutzmitteln und biodiversitätsschädigenden Insektiziden in Schutzgebieten ist alternativlos“, betont Pretzell, Leiterin Biodiversitätspolitik beim WWF Deutschland, mit Blick auf die wiederholten Forderungen nach Aufweichungen des Aktionsplans. „Wir haben die wirtschaftlichen Folgen für die Landwirte im Blick“, so Pretzell. Mehr Naturschutz muss durch Förderinstrumente unterstützt werden und in den betrieblichen Alltag passen. Um auch praktische Antworten zu geben erprobt der WWF ab diesem Jahr gemeinsam mit Landwirten und Wissenschaftlern in fünf Biosphärenreservaten in ganz Deutschland Maßnahmen für mehr Insektenschutz.

Neben strengen Richtlinien für den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln und Bioziden in Nationalparken und anderen Schutzgebieten und dem zeitnahen Verbot von Totalherbiziden wie Glyphosat setzt sich der WWF außerdem für einen klaren Fahrplan zur schrittweisen Minderung des Einsatzes von chemisch-synthetischen Pestiziden generell im Ackerbau ein. „Deutliche Signale“ erwartet der WWF dazu auch aus der Zukunftskommission Landwirtschaft, die in Kürze ihre Arbeit aufnehmen soll.




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