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Aktuell

Rentier-Wilderei in Russland

Über 1.000 gewilderte Rentiere

Anti-Wilderei-Einheit stoppt Lkw-Konvoi in Sibirien

WWF Pressemitteilung, 18.2.19

Einer vom WWF unterstützten russischen Anti-Wilderei-Einheit ist ein entscheidender Schlag gegen den illegalen Wildtierhandel gelungen. In einem Dorf in der russischen Republik Sacha (Jakutien), 1.100 km von der Hauptstadt Jakutsk entfernt, wurde ein Lastwagenkonvoi gestoppt, in dem sich Geweihe und Fleisch von mindestens 1.000, mitunter sogar 1.500 getöteten wilden Rentieren befanden. Die Polarhirsche wurden vermutlich alle auf der Taimyr-Halbinsel in der Region Krasnojarsk geschossen. Der Konvoi wurde auf der sogenannten Winterstraße Olenek-Anabar festgehalten. Der Fund besteht aus 27 Kadavern sowie Geweihen mit einem Gesamtgewicht von 5.795 Kilogramm.

„Die Jagd auf die wilden Tundra-Rentiere gibt es seit Jahrtausenden. Doch seit einigen Jahren bemerken wir einen massiven Anstieg der Wilderei. In Kombination mit den extremen Umweltveränderungen durch die Klimakrise kann so eine Population sehr schnell verschwinden“, berichtet Eva Klebelsberg, Referentin für die Russische Arktis beim WWF Deutschland. „Dieser spektakuläre Aufgriff zeigt, dass wir es in Russland derzeit mit wahren Rentier-Massakern zu tun haben. Der Konvoi stellt wahrscheinlich nur die Spitze des Eisbergs dar. Die Tiere werden beim Durchschwimmen der Flüsse geschossen oder die Geweihe dabei einfach abgesägt. Die Geweihe im Bast werden zu Pulver verarbeitet und vor allem in China als Heilmittel verkauft. Zungen und Fleisch sind als Delikatesse gefragt.“

Auf Druck des WWF und der lokalen Behörden habe die Verwaltung der Region Krasnoyarsk mittlerweile ein Dekret erlassen, das für fünf Jahre die Entnahme des Geweihes im Bast am lebenden Tier unter Strafe stellt. So konnte eine Gesetzeslücke geschlossen werden. Das Absägen oder Abschlagen der jungen und durchbluteten Geweihe ist eine Qual für die Wildtiere. Geschätzt sterben laut lokalen Experten etwa 70 Prozent der Tiere an den Folgen dieser Verletzung an Verblutung oder Sepsis. Die neue Verordnung ist damit für ein Gebiet gültig, das etwa viermal so groß ist wie Deutschland.




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