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Finanzierung von Indonesiens Waldbränden (mit AKTION)

Pakt mit dem Feuerteufel

Eine rücksichtslose Palmölindustrie facht die Waldbrände in Indonesien an – doch deren Geld kommt von internationalen Banken. Ein neuer Greenpeace-Report zeigt die Verstrickungen.

Von Michael Weiland, Greenpeace-Online, 17.1.17

Jahr für Jahr brennen in Indonesien die Wälder. Das Phänomen ist allzu vertraut, es wiederholt sich mit erbarmungsloser Regelmäßigkeit – und es ist rein menschengemacht. Denn Palmölproduzenten legen für ihren Anbau Torfmoore trocken, roden riesige Waldflächen und bereiten so das Feld für Waldbrände und Schwelbrände unter der Erde. Weite Landstriche verqualmen, mit schweren gesundheitlichen Folgen für die dort lebenden Menschen. Seit 1990 wurden in Indonesien rund 31 Millionen Hektar Regenwald zerstört: eine Fläche fast so groß wie die von Deutschland.

Wenn das bekannt ist: Wie kann es sein, dass Banken skrupellos agierenden Palmölproduzenten weiterhin Mittel für ihre rücksichtslosen Geschäfte bereitstellen? Ein neuer Report von Greenpeace wirft Licht auf die Geldvergabe internationaler Banken, allen voran der in London ansässigen HSBC, die mit großzügigen Krediten zur Ausbeutung der indonesischen Regenwälder beitragen – um damit Profit zu machen.

Todesursache Luftverschmutzung

Die Waldbrände sind ein gewaltiger jährlicher CO2-Eintrag fürs Weltklima. Im Herbst 2015, auf dem Höhepunkt der Brände, überstiegen die täglichen Treibhausgasemissionen des Inselstaats regelmäßig die der USA. Doch der Geldfluss schadet vor allem den direkt durch die Feuer betroffenen Menschen in Indonesien: Eine gemeinsame Studie der Universitäten Columbia und Harvard schätzt, dass mehr als 100.000 Erwachsene durch die Luftverschmutzung vorzeitig den Tod fanden.

Seit 2012 haben HSBC und weitere Geldinstitute sechs Palmölfirmen insgesamt 16,3 Milliarden Dollar an Krediten gewährt, hinzukommen zwei Milliarden Dollar in Unternehmensanleihen. Zwar hat HSBC, die größte europäische Bank, für sich selbst Richtlinien in Sachen Forst- und Landwirtschaft festgelegt, auch solche, die Palmöl betreffen – und sich ausdrücklich gegen fragwürdige Geschäftspraktiken wenden.

Die von HSBC finanzierten Firmen haben allerdings eine lange und gut dokumentierte Vergangenheit als Regenwaldzerstörer. Sie beuten Arbeiter und Bevölkerung aus und schüren damit soziale Konflikte; Kinderarbeit und Brandrodungen sind an der Tagesordnung. Im Report genannt ist auch die IOI-Gruppe. Sie steht insbesondere wegen ihrer zwielichtigen Zulieferer in der Kritik – auch von Greenpeace.

Schwache Standards, keine Kontrollen

Die von HSBC unterstützten Firmen sind alle Mitglieder des RSPO (Roundtable on Sustainable Palm Oil), einem Bündnis, das sich zu einer „nachhaltigeren“ Palmölproduktion verpflichtet hat. Klingt erst einmal gut; doch seit Jahren weist Greenpeace darauf hin, dass das damit verbundene Regelwerk nicht weitreichend genug ist, und selbst diese schwachen Standards nicht konsequent umgesetzt werden.

Beim Waldschutz auf dieses unzureichende Zertifikat zu verweisen, ist leichtfertig und verantwortungslos. HSBC und die weiteren Banken, die im Report genannt werden, darunter auch die Deutsche Bank und die Commerzbank, können besonders rücksichtslosen Palmölproduzenten Einhalt gebieten: indem sie ihnen den Geldhahn zudrehen.

Palmöl ist ein wichtiges landwirtschaftliches Erzeugnis; es geht nicht darum, komplett darauf zu verzichten. Doch der Verbrauch des Öls muss sich zum einen deutlich reduzieren, um den Druck auf die verbliebenen Wälder zu senken. Das heißt zum Beispiel, dass Palmöl nicht als vermeintlich klimafreundlicher Agrosprit Diesel beigemischt wird. In Europa landet mittlerweile der Großteil des verwendeten Palmöls im Tank von Dieselautos. Zum anderen müssen Ölpalmen nach strengen ökologischen und sozialen Mindeststandards wie denen der Palm Oil Innovation Group (POIG) angebaut werden.

Wenn sie zu ihren eigenen Nachhaltigkeitsversprechen stehen, müssen die großen Geldgeber künftig solche Produzenten unterstützen, die nachweislich Regenwald und Torfmoore erhalten und Menschenrechte achten – für Mensch und Tier, für den Wald und das Weltklima.

Fordern Sie von den Verantwortlichen der HSBC: Schützen Sie endlich die Wälder sowie die Menschen und Tiere, die von ihnen abhängig sind! Es ist an der Zeit, die Finanzierung von Waldvernichtung zu beenden.

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Wer ohne Palmöl leben will, muss sich mit Logo-Wirrwarr und komplexer Deklarierung plagen.

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Palmöl ist überall: Im Schokoaufstrich, im Müsli – sogar in der Handseife. Unsere Umfrage zeigt: Für viele ist es ebenso wichtig wie schwer, Alternativen zu finden.

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