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Aktuell

Biosprit aus Indonesien

Indonesische Gruppen fordern Ende von Biosprit aus Palmöl

Mit einem offenen Schreiben an die EU, die europäischen Regierungen und den Präsidenten Indonesiens fordern über 200 indigene Gruppen, Kleinbauernvereinigungungen und Umweltorganisationen ein Ende von Biosprit aus Palmöl. Derzeit entscheidet die EU über die künftige Biospritpolitik.

"Rettet den Regenwald" e.V. Pressemitteilung, 24.5.18

200 indigene Gruppen, Kleinbauernvereinigungungen und Umweltorganisationen haben sich mit einem offenen Brief an die EU,die europäischen Regierungen und den Präsidenten Indonesiens gewandt: Sie fordern, die Produktion von Biosprit aus Palmöl zu beenden.

Die Plantagen der Palmölindustrie führen nicht nur zur Abholzung der Regen- und Torfwälder, sondern auch zum Verlust des angestammten Landes der lokalen Einwohner und ihrer Lebensgrundlagen.

„Vor Ort erleben wir Konflikte, Belästigungen, Kriminalisierungenund Menschenrechtsverletzungen, die Verweigerung von Arbeitsrechten und sozioökonomische und ökologische Probleme“, so das Schreiben. „Unsere traditionellen Gebiete leiden heute unter langfristigen ökologischen Katastrophen wie Dürren, Waldbränden, Wasserverschmutzungund dem Rückgang der Fischbestände. Die Ernährungssicherheit und die Lebensqualität der Einwohner insbesondere der Frauen und Kinder gehen verloren.“

„Wir sind mit der Entscheidung des EU-Parlaments einverstanden“, erklären die Unterzeichner des Schreibens unter Bezugnahme auf den Beschluss des EU-Parlaments vom Januar 2018, Palmöl als Rohstoff ab 2021 aus der erneuerbare Energien Richtlinie zu streichen.

Die EU-Abgeordneten haben damit bei den laufenden Verhandlungen über die künftige Energiepolitik eine klare Position bezogen, dem nun noch der EU-Ministerrat – also die Regierungen der 27 Mitgliedsländer – zustimmen müssen.

Einige EU Länder wie Frankreich, Italien und Spanien wollen das drohende Aus für Palmöl im EU-Biosprit verhindern. Auch die Regierungen von Indonesien und Malaysia betreiben zusammen mit der Palmölindustrie derzeit intensive Lobbykampagnen in Europa.

Der Hintergrund:

Etwa die Hälfte des in die EU importierten Palmöls landet mittlerweile in den Tanks unserer Autos und Lkws. Die erneuerbare Energien Richtlinie der EU schreibt vor, dass Biosprit dem fossilen Kraftstoff beigemischt werden muss. Neben Palmöl gehören dazu u.a. auch Raps-, Sonnenblumen- und Sojaöl, ausgediente Frittierfette und Schlachtabfälle der Fleischindustrie.

Da Palmöl der mit Abstand billigste Rohstoff für die Herstellung von Biodiesel und hydriertem Biosprit (HVO) ist, verarbeiten vor allem große Mineralölkonzerne wie Neste Oil (Finnland), ENI (Italien) sowie REPSOL und CEPSA (Spanien) Palmöl zu Biosprit.

Rettet den Regenwald fordert die indonesische Regierung auf, die Unterzeichner des Schreibens vor jeder Art von Verfolgung und Benachteiligung zu schützen. Da jede öffentliche Kritik oder Widerstand gegen Palmöl und dem damit verbundenen Landraub, der Regenwaldabholzung und den Menschenrechtsverletzungen in Indonesien und im Nachbarland Malaysia unerwünscht ist, drohen den Unterzeichnern des offenen Schreibens nun möglicherweise Konsequenzen wie öffentliche Diskriminierung und Diffamierung, Verfolgung, Bedrohung bis hin zu Mord.


Börse lässt Abholzer-Familie büßen

"Rettet den Regenwald" e.V. Pressemitteilung, 24.5.18

Über Jahrzehnte hat der malaysischen Politiker Taib Mahmud die Wälder seiner Heimat Sarawak geplündert und ein Milliardenvermögen angehäuft. Jetzt haben Korruptionsvorwürfe zu einem Kurssturz an der Börse in Kuala Lumpur geführt. Im Zentrum steht der Infrastrukturkonzern Cahya Mata Sarawak (CMS), der eng mit der Familie Taib verbunden ist. Die CMS-Aktien sind allein am 18.5. um 30 Prozent eingebrochen.

Hintergrund sind aufwändige Recherchen des schweizer Bruno Manser Fonds. Die Organisation plant, belastendes Material an Malaysias neu gewählte Regierung zu übergeben. Premier Mahathir Mohamad hatte zuvor angekündigt, er werde gegen Taib Mahmud vorgehen, falls ihm Beweise für dessen Korruption gezeigt werden.

Der ehemalige Staatskonzern CMS wurde in den 1990er Jahren mittels einer Serie offenbar betrügerischer Transaktionen durch die Taib-Familie übernommen, deren Oberhaupt damals den Posten des Regierungschefs von Sarawak bekleidete. Seither hat CMS von öffentlichen Aufträgen in der Höhe von knapp einer Milliarde Euro profitiert. In einem Schreiben an die Aktionäre bestreitet das CMS-Management die vom Bruno Manser Fonds erhobenen Korruptionsvorwürfe.


Erfolg: Dorfbewohner vertreiben Holzfäller in Sarawak

"Rettet den Regenwald" e.V. Pressemitteilung, 25.5.18

So glücklich erleben wir den Umweltschützer Matek Geram selten: Nach jahrelangem Kampf haben sich Holzfäller aus dem Wald der Gemeinde Engkelili in Sarawak zurückgezogen, in den sie illegal eingedrungen waren. Sogar Nashornvögel sind zurückgekehrt.

Vor zweieinhalb Jahren hat eine Firma ohne Erlaubnis begonnen, eine Holzfällerstraße in den Wald der Indigenen zu schlagen. Die Dorfbewohner besetzten eines nachts einen Bagger des Unternehmens, fuhren ihn in ihr Dorf und forderten „Lösegeld“. Jetzt ist sind die Holzfäller offenbar endgültig abgerückt.

„Die Natur erholt sich“, schreibt Matek von der Organisation SADIA: „Sogar seltene Nashornvögel sind zurückgekehrt.“ Während einer Recherche-Reise im Dezember 2015 hatten uns Matek und Gemeindemitglieder in den Wald geführt und uns die Schneise gezeigt. Deshalb freut uns der Erfolg um so mehr.







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