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Veranstaltung

phoenix: Heimat - Deutscher Wald

Der Wald regt die Menschen an, sie lieben und behüten ihn, wo sie nur können - wehe es wird irgendwo ein Baum gefällt. phoenix-Reporter Hans-Werner Fittkau begibt sich auf die Suche nach dem Wald als Heimat der Deutschen. Der Wald wurde immer wieder ideologisch besetzt: die Nazis nutzten ihn für ihre Rassenlehre, das Waldsterben versetzte die Menschen in den 80er Jahren fast schon in Massenhysterie - Gott sei Dank hat der Forst auch das überstanden. Die Liebe zum Wald trägt mitunter seltsame Züge, neuerdings gibt es sogar einen Trend zum sogenannten Waldbaden und immer mehr Menschen lassen ihre Asche unter Bäumen beerdigen. Früher chien der Wald gefährlich: Hänsel und Gretel werden darin ausgesetzt und müssen ihn überwinden, um gerettet zu werden. Und der böse Wolf treibt in den Phantasien der Gebrüder Grimm bis heute sein Unwesen. Für den Menschen des 21. Jahrhunderts steht nun mehr die wohltuende Wirkung des Waldes im Vordergrund. Und obwohl es Länder gibt, die viel mehr davon haben, hat kaum ein anderes Volk so ein inniges Verhältnis zum Wald entwickelt, wie die Deutschen. Die Deutschen und ihr Wald, romantische Perspektiven und historische Betrachtungen. Das erläutert Hans-Werner Fittkau mit seinen Gästen Philipp zu Guttenberg, Präsident der Arbeitsgemeinschaft deutscher Waldbesitzer, und dem Autor Dr. Johannes Zechner. Philipp zu Guttenberg ist Präsident der Arbeitsgemeinschaft deutscher Waldbesitzer und zudem Ökologe und Forstwirt. Waldwirtschaft bedeutet für ihn, nachhaltiges Wirtschaften, er sagt, der Wald sei systemrelevanter als jede Großbank; aber er macht sich Sorgen über dessen Zukunft im Zuge des Klimawandels. Dr. Johannes Zechner ist Historiker und Autor des Buches "Der Deutsche Wald - eine Ideengeschichte". Darin schildert er, wie der deutsche Wald zum Sehnsuchtsort und Nationalsymbol wurde, beginnend mit der Hermannsschlacht. Die Römer, so sagt die Legende, wurden vernichtend geschlagen, weil sie sich im dichten Grün des Teutoburger - Waldes nicht zurechtfanden. Viele weitere Mythen folgten, bald wurde der Wald zum Spiegelbild der deutschen Seele. Ergänzt wird die Recherche durch die Dokumentation über den größten innerstädtischen Wald Europas: Hannovers Stadtwald Eilenriede Der größte Stadtwald Europas liegt nicht in Paris oder London, sondern in Hannover: die Eilenriede. Obwohl hier immer viele Spaziergänger und Jogger unterwegs sind, gibt es eine Vielzahl von Wildtieren. Hasen, Füchse, Eichhörnchen, aber auch Waldkäuze und Mäusebussarde leben in der Eilenriede. Für die Forstwirte ist die Arbeit hier ein Spagat zwischen Naturschutz und Sicherheit. Sie müssen zum Beispiel dafür sorgen, dass niemand von herabstürzenden Ästen verletzt wird und auf der anderen Seite die Lebensräume der Waldbewohner schützen. Die Reportage aus der Reihe " NaturNah" beobachtet die Pflanzen- und Tierwelt der Eilenriede im Verlauf der Jahreszeiten und zeigt was es bedeutet, diese Vielfalt am Leben zu erhalten.

Datum: Do, 11. Jul 2019 09:45 Uhr - 11:00 Uhr
 

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