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Aktuell

APP bricht Recht

Wo ist das Geld, APP? Wo ist der Regenwald?

WWF-Online, 10.4.12

WWF beschuldigt den asiatischen Papier- und Zellstoffkonzern APP des Bruches internationaler Kreditabkommen. Auch deutsche Steuergelder sollten eigentlich dem Naturschutz zugeführt werden. Statt wie vereinbart, ab 2007 Zellstoff nur noch aus Plantagen zu gewinnen, zerstört der Konzern weiterhin Regenwälder.

Die aktuelle Studie von „The Eyes on the Forest“, einer Vereinigung zahlreicher Nichtregierungsorganisationen, der auch der WWF angehört, erhebt schwere Vorwürfe gegen den Papier- und Zellstoffkonzern „Asia Pulp and Paper“ (APP). Das Unternehmen habe ein, nach eigenen Aussagen, gesetzlich bindendes Abkommen gebrochen, indem es weiterhin Regenwald abholzt.

Der Plan: Schuldenerlass für den Umweltschutz

Im Jahr 2000 verbuchte APP, das der indonesischen Holding „Sinar Mas“ angehört, einen Rekordschuldenstand in der Geschichte asiatischer Unternehmen. Satte 13,9 Milliarden US-Dollar Außenstände standen zu Buche. Der Plan zur Rettung lautete: Ein Teil der Schulden, insgesamt sechs Milliarden US-Dollar, wird APP erlassen. Im Gegenzug verpflichtete sich das Unternehmen, ab 2007 nachhaltig zu produzieren. APP wollte demnach für die Zellstoffherstellung nur noch Holz aus Plantagen verwenden und in Ihren Wald-Konzessionen besonders schützenswerte Waldgebiete ausgewiesen haben. Die entsprechende Schuldenumwandlung trat im Jahr 2004 in Kraft.

An der Schuldenumwandlung die entsprechende Umweltauflagen in Bezug auf die nachhaltige Holzversorgung beinhalteten, waren Exportkreditagenturen aus Deutschland, Japan, Frankreich, Schweden, Österreich, Finnland, Italien, Spanien und Dänemark beteiligt. Da solche Kreditexportgarantien im Auftrag der Bundesregierung erfolgen, sind sie mit Steuermitteln gedeckt. Im Klartext heißt das: Der Schuldenerlass erfolgte auch zu Lasten des deutschen Steuerzahlers.

Doch anstatt die bereitgestellten Gelder ihren eigentlichen Zweck zu zuführen, hat APP die bestehenden Verträge gleich in doppelter Hinsicht gebrochen.

Zum einen hat sie die Frist zur Umstellung auf Plantagenzellstoff zunächst von 2007 auf 2009, dann auf 2015 und mittlerweile auf das Jahr 2020 verschoben. Ob es dann überhaupt noch schützenswerte Regenwälder auf Sumatra geben wird, bezweifelt der WWF.

Darüber hinaus konnte “The Eyes on the Forest” mit Hilfe von Satellitenaufnahmen nachweisen, dass APP noch im Jahr 2007, als das Abkommen eigentlich greifen sollte, wertvolle Wälder in Pulau Muda (Zentralsumatra) zerstörte. Dieses Gebiet gilt als ein wichtiges Tigerhabitat.

„Unsere Analyse mit Satellitenaufnahmen zeigt, dass ein ganzes Drittel der insgesamt 34.000 Hektar großen Regenwaldfläche in Pulau Muda degradiert und zerstört ist“, sagt Muslim Rasyid von „The Eyes on the Forest“.

Für Rod Taylor, dem Leiter des internationalen WWF-Wald-Programmes ist das Verhalten von APP skandalös: „Man kann APP einfach nicht trauen. Sogar bei rechtlich bindenden Vereinbarungen, die internationale Regierungen und Exportkreditversicherungen mit APP vereinbarten, hat das Unternehmen zum wiederholten Mal seine Versprechen nicht eingehalten.“

Taylor weiter: „Allein in den letzten paar Monaten hat APP in selbst ausgewiesenen Tigerschutzgebieten noch massiv gerodet und wertvolle Baumarten zu Papier und Zellstoff verarbeitet.“

WWF fordert: Kein Unterstützung mehr für APP

“The Eyes on the Forest” ruft daher auch die Investoren auf, APP in Zukunft die Unterstützung zu verweigern. Der Konzern plant derzeit, seine zerstörerischen Aktivitäten in Indonesien, in China und weltweit zu expandieren.

„Auch die Steuerzahler müssen sich dafür einsetzen, den Druck auf die Exportkreditagenturen zu erhöhen. Sie beteiligen sich an der Zerstörung der Lebensräume von Elefanten, Orang-Utans und Tigern – das muss unbedingt aufhören“, sagt Nazir Foed, Leiter Naturschutz des WWF Indonesien. „Solche fragwürdigen 'Business-Modelle' darf es nicht mehr geben, weder in Borneo, oder in Papua, noch irgendwo auf der Welt.“

Schon in der Vergangenheit hatte APP wiederholt gegen Umweltauflagen verstoßen. APP ist somit nicht nur Asiens größter Papier- und Zellstoffkonzern, sondern zugleich auch einer der größten Umwelt- und Klimaverbrecher unseres Planeten. Nachweislich verarbeitet es Tropenholz zu Toilettenpapier.




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