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Russland: Überfall auf Indigenen-Organisation

Angriff auf Indigenen-Organisation der Ewenken in Sibirien

Survival International Deutschland e.V. Pressemitteilung, 12.12.12

Bewaffnete Männer haben die Büroräume einer sibirischen Indigenen-Gemeinde in Russland überfallen und zwei Männer an einen geheim gehaltenen Ort verschleppt. Nach mehreren Wochen gelang es einer der Geiseln einen Bekannten anzurufen. Er sagte, er wäre geprügelt und bedroht worden.

Die Büroräume der Dylacha-Kooperative wurden am 4. Oktober überfallen. Die Kooperative wird vom Ewenken-Volk aus Buryatia in Sibirien geleitet. Zeugen gaben an, dass unbekannte Angreifer in die Räume von Dylacha stürmten und die Mitarbeiter mit Waffengewalt zusammentrieben, bevor sie die zwei Ewenken-Männer entführten.

Lokalen Berichten zufolge sollen die Söldner OMON-Uniformen (Polizei-Spezialeinheit des Innenministeriums der Russischen Föderation) getragen haben und angeblich vom Geheimdienst Hilfe bekommen haben.

Dylacha ist eine Ewenken-obschina: eine Kooperative, in der die Ewenken-Gemeinde gemeinsam ihre Rentiere versorgt, jagt und fischt. Die Ewenken betreiben auf ihrem Land auch eine kleine Nephrit-Mine (Jade), aber stellen sicher, dass diese ihre traditionellen Aktivitäten nicht behindert. Die zwei entführten Männer waren an den Bergbau-Aktivitäten der Kooperative beteiligt.

Seit dem Überfall wurde der Dylacha-Kooperative vorgeworfen, außerhalb ihrer Konzession Nephrit abzubauen. Für diese Behauptungen wurden jedoch kein Beweis vorgelegt und während des Überfalls niemand dazu befragt. Der gesamte Nephrit-Bestand der Ewenken wurde im Rahmen der Untersuchung beschlagnahmt.

Dylacha-Mitglieder glauben, dass sie ins Visir geraten sind, nachdem sie sich in diesem Jahr erfolgreich gegen den kommerziellen Nephrit-Abbau in den Jagd-Gebieten der Ewenken gestellt hatten. Das Unternehmen, dessen Abbau-Genehmigung daraufhin abgelehnt wurde, soll enge Beziehungen zum russischen Geheimdienst und Innenministerium pflegen.

Wegen des Überfalls auf Dylacha und des Betätigungsverbots der größten russischen Indigenen-Organisation RAIPON, befürchten viele, dass die Gefahr eingeschüchtert und belästigt zu werden für diejenigen, die versuchen Russlands indigenen Gebiete vor der Ausbeutung zu schützen, zunimmt.




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