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NABU gegen Maikäfer-Giftaktion

„Unseriöse Zahlen sollen Angst machen“

NABU wirft Hessen-Forst Panikmache beim Maikäferflug vor

NABU Pressemitteilung, 10.5.10

Wetzlar/ Bensheim. Der NABU wirft dem Landesbetrieb Hessen-Forst vor, mit verzerrten Statistiken Panik vor dem Maikäfer zu schüren. Am Wochenende hatte Hessen-Forst-Sprecher Gossenauer-Marohn vor einer „ökologischen Katastrophe“ gewarnt und von „bis zu 176 Engerlingen je Quadratmeter“ gesprochen. Nach Angaben des Hessischen Umweltministeriums liegt die durchschnittliche Engerlingsdichte in den drei betroffenen Forstämtern aber nur zwischen einem und elf je Quadratmeter.

Der Landesbetrieb Hessen-Forst hatte berichtet, man könne „selbst acht Meter hohe Bäume mit einer Hand aus dem Boden ziehen“ und spricht von einem „Eiweißschock“ der Wildschweine beim Fressen der Engerlinge. Die Zeitung „Die Welt“ hatte die Hessen-Forst-Äußerungen am Montag zur „tödlichen Maikäfer-Invasion“ weiterentwickelt. Der Sender ntv sieht einen „Wettlauf gegen die Zeit“. „Hessen-Forst verängstigt die Menschen mit Katastrophen-Szenarien für den Wald“, so Gerhard Eppler, Landesvorsitzender des NABU. Hier werde ein einzelner Extremwert genannt, der ganz untypisch für die Situation der Riedwälder sei. So liege laut schriftlicher Mitteilung des hessischen Umweltministeriums die durchschnittliche Engerlingsdichte im Forstamtsbereich Darmstadt bei elf, im Forstamt Lampertheim bei fünf und im Forstamt Groß-Gerau gar nur bei einem Engerling pro Quadratmeter.

Ein Vergleich der Grabungswerte von 2008 und 2009 hat zudem einen deutlichen Rückgang der Engerlinge gezeigt: Im Forstamtsbereich Lampertheim ging die Dichte von 13,3 auf nur fünf pro Quadratmeter zurück. Dies zeige, dass es in der Natur durchaus auch Feinde der Engerlinge gibt – bis hin zum Kannibalismus der Engerling untereinander, so der NABU. Diese natürliche Schädlingsbekämpfung nehme bei zunehmender Dichte immer weiter zu, bis zum totalen Zusammenbruch der Maikäferpopulation nach etwa 40 Jahren.

Nach diesem Zusammenbruch haben die Wälder die Möglichkeit der Verjüngung. Bei Eichenwäldern, die hunderte von Jahren alt werden, reiche dies völlig aus. Die „Kassandra-Rufe“ von Hessen-Forst, es drohe eine „ökologische Katastrophe“ seien Unsinn, so Eppler. Den Maikäfer gebe es schon seit Jahrtausenden, und Südhessen sei trotzdem keine Steppenlandschaft. Der Maikäfer schlüpft in Hessen auf 13.000 Hektar Fläche. „Hessen-Forst soll dann auch deutlich aussprechen, was sie wollen“, so Eppler. „Etwa einen großflächigen Gifteinsatz im ganzen Hessischen Ried? Und die gesamte Sperrung der Erholungswälder mit Sammlungsverbot von Pilzen und Beeren?“

Der Untergang der Riedwälder durch die Maikäfer wird schon seit 1993 von der Forstverwaltung beschworen - alle vier Jahre wieder. Der NABU sieht die Ursachen für den schlechten Waldzustand vielmehr beim gesunkenen Grundwasserzustand und zunehmend trockeneren Sommern.







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