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Aktuell

Aigners neue Waldpolitik

Aigner mit neuer Waldstrategie in der Kritik

Umweltverbände: Wald ist kein Rohstofflager

Gemeinsame Presse-Erklärung von DNR, BUND, Greenpeace, NABU und WWF, 20.1.11

Berlin - Zu Beginn der Internationalen Grünen Woche in Berlin fordern die fünf großen Umweltverbände DNR, BUND, Greenpeace, NABU und WWF eine Neuausrichtung der Wald- und Jagdpolitik in Deutschland. Ausgerechnet im Internationalen Jahr der Wälder 2011 drohe Bundeslandwirtschaftsministerin Ilse Aigner den Wald zum reinen Rohstofflager zu degradieren, so der Tenor der Verbände. Die Kritik bezieht sich auf Aigners Entwurf der sogenannten „Waldstrategie 2020“, die in diesem Jahr von der Bundesregierung beschlossen werden soll.

„Der vorliegende Entwurf zur Waldstrategie ist auf maximale Holzerzeugung ausgelegt, von Klima- und Naturschutz keine Spur. Das muss man erstmal hinkriegen“, sagte WWF-Vorstand Eberhard Brandes.

Das Bundeslandwirtschaftsministerium habe es versäumt, wichtige übergeordnete Themen wie den Buchenwaldschutz in den Strategieentwurf zu integrieren. „Mit dem Entwurf missachtet Frau Aigner die besondere Verantwortung Deutschlands für die Buchenwälder und ignoriert den vom Bundestag einvernehmlich gefassten Beschluss, bis 2020 fünf Prozent der Waldfläche einer natürlichen Entwicklung zu überlassen“, erklärte der BUND-Vorsitzende Hubert Weiger.

Ein weiteres Problem seien die schon seit Jahrzehnten schwelenden Konflikte zwischen Jägern, Naturschützern und Förstern. Hier hätten sich die Umweltverbände in der „Waldstrategie 2020“ eine Entschärfung erwartet. „Frau Aigner scheut die Konfrontation mit den Jägern, damit duldet sie die ökologische Verarmung unserer Wälder durch zu hohen Wildverbiss und verantwortet einen volkswirtschaftlichen Schaden in Millionenhöhe“, sagte NABU-Präsident Olaf Tschimpke. Allein der Bau von Wildschutzzäunen im Wald koste den Steuerzahler jährlich 90 Millionen Euro. Nur durch eine umfassende Reform der Jagdgesetze könne man diese Konflikte lösen.

Greenpeace-Geschäftsführerin Brigitte Behrens kritisierte die Pläne der Bundesregierung, den Holzeinschlag in den nächsten zehn Jahren erheblich auszuweiten. „Frau Aigner spricht von Klimaschutz, opfert aber gleichzeitig den wichtigen CO2-Speicher Wald dem Energie- und Rohstoffhunger der Industrie“, sagte Behrens. Das Konzept der Nachhaltigkeit in der Forstwirtschaft werde damit mit Füßen getreten.

„Mit ihrem Entwurf zur Waldstrategie 2020 ist Frau Aigner auf dem völlig falschen Weg. Wir fordern sie auf, den Entwurf umfassend zu überarbeiten oder komplett zurückzuziehen“, fasste DNR-Präsident Hubert Weinzierl die Kritik der Verbände zusammen. Dazu brauche es einen transparenten Prozess, an dem alle Akteure beteiligt seien. Alles andere könne nicht zu einem zufriedenstellenden Ergebnis führen.


Müller: Deutliches Signal für eine nachhaltige Waldbewirtschaftung

BMELV Pressemitteilung, 18.1.11

Die Bundesregierung regelt zum Internationalen Jahr der Wälder die bereits seit vier Jahren bestehende Beschaffungsrichtlinie zu Holzprodukten für die eigene Verwaltung neu.

Damit müssen alle Holzprodukte, die durch die Bundesregierung gekauft werden, weiterhin nachweislich aus einwandfreien Quellen stammen. Als Garanten für eine entsprechende Herkunft der Holzprodukte werden Betriebe mit PEFC-, FSC- oder einer vergleichbaren Zertifizierung anerkannt. Pro Jahr kaufen die Bundesverwaltungen Holzprodukte im Wert von rund sieben Millionen Euro.

"In Deutschland ist die Waldfläche in den letzten 40 Jahren um eine Millionen Hektar gewachsen und unsere Holzvorräte sind mit die höchsten in Europa. Wir sehen aber mit großer Sorge, dass weltweit große Waldflächen zerstört werden. Nach Angaben der FAO verschwinden jährlich 13 Millionen Hektar Wald. Vielerorts findet Raubbau und illegaler Holzeinschlag statt", erklärte Dr. Gerd Müller, Parlamentarischer Staatssekretär im Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz, in Berlin.

Klare Beschaffungsregeln für Holzprodukte sind ein wichtiger Beitrag zur Förderung einer nachhaltigen Waldwirtschaft und der Walderhaltung weltweit. Deutschland als große Volkswirtschaft hat hier gerade im Internationalen Jahr der Wälder ein wichtiges Signal gesetzt, so Müller weiter.

Die Vereinten Nationen haben das Jahr 2011 zum Internationalen Jahr der Wälder ausgerufen, um damit auf die besondere Verantwortung der Menschen für die Wälder hinzuweisen. Dabei liegt der Fokus auf einer nachhaltigen Bewirtschaftung, der Erhaltung und der nachhaltige Entwicklung für künftige Generationen. Deutschland beteiligt sich daran mit einem groß angelegten Beitrag unter dem Motto "Entdecken Sie unser Waldkulturerbe". Dieser wird am 21. März 2011, dem Internationalen Tag des Waldes, bundesweit eröffnet und soll die Bürger anregen, sich über die Funktionen und Facetten des Waldes zu informieren. Dazu zählt auch die Nutzung von Holz.




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