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Aktuell

Luchse in Hessen

Erfolgreiche Luchspirsch mit Fotofallen

Arbeitskreis Hessenluchs stellt Luchsbericht vor

NABU Hessen Pressemitteilung, 24.1.12

Kassel. Mit 47 Luchsfotos aus Fotofallen, die vom Arbeitskreis Hessenluchs und Hessen-Forst im Jahr 2011 in osthessischen Forstämtern aufgestellt wurden, konnten die Luchsforscher aus mehreren Umweltverbänden eine gute Bilanz des ersten Projektjahres ziehen. „Wir waren überrascht, so schnell Luchse vor die automatischen Kameras zu bekommen und nachweisen zu können“, freut sich Stefanie Fester, Mitglied im Landesvorstand des NABU Hessen. In zehn Fällen lösten freilebende Luchse die Kameras aus. Der NABU ist mit zehn Fotofallen am Luchsmonitoring beteiligt.

Auch Gerd Bauer, Koordinator im Arbeitskreis Hessenluchs und Thomas Norgall vom BUND sind mehr als zufrieden: „Dieses tolle Ergebnis übertrifft unsere Erwartungen.“ Der Leiter von Hessen-Forst, Michael Gerst, ergänzt: „Für den hessischen Wald bedeutet die beginnende Rückkehr des Luchses einen Gewinn an Artenvielfalt, den wir durch spezielle Artpatenschaften in drei Forstämtern auch weiterhin fördern wollen.“ Die wichtigste Erkenntnis der Fotofallenaktion des letzten Jahres sei der Nachweis von Jungtieren gewesen. „Eine Luchsin, die im Herbst 2010 mit einem Jungtier in Nordhessen gefilmt werden konnte, hatte vermutlich zwei oder sogar drei Jungtiere“, so Fester. Eine besondere Überraschung erlebten die Luchsfachleute dann zum Jahreswechsel 2011/2012: Gleich zweimal gelangen zufälligen Beobachtern erneute Bilddokumente eines Luchsweibchens mit Jungtieren in Nordhessen. Da die bisher festgestellten Luchse nur eine geringe Körperfleckung aufweisen, konnten allerdings nur vage Aussagen zur Zahl der Luchse machen. Deshalb sei es wichtig, die gute Zusammenarbeit des Naturschutzes mit Hessen-Forst im AK Hessenluchs fortzusetzen.

Eindeutiger Schwerpunkt der Luchsnachweise sind in Hessen die Wälder der nordhessischen Forstämter Melsungen und Hessisch Lichtenau. In ihnen gelangen in den zurückliegenden 15 Jahren zahlreiche Feststellungen des Luchses. Nachdem vor zwei Jahren der im Harz besenderte Jungluchs „M2“ in dieses Waldgebiet eingewandert war und 2010 dann einem Wanderer Filmaufnahmen einer Luchsin mit Jungtier gelangen, startete der Arbeitskreis Hessenluchs die Fotofallen-Kampagne. In den beiden Forstämtern wurden 49 Fotofallen im Freiland an Bäumen befestigt und im Monatsrhythmus von den Forstämtern kontrolliert. Finanziert wurden die Fallen durch das Forstamt Melsungen, den NABU und den BUND. Die wissenschaftliche Zusammenstellung der Ergebnisse erfolgte durch die Diplom-Biologin Martina Denk.

Eindeutig identifiziert wurden anhand der Fotos zwei verschiedene Luchse. Sicher ist, dass zumindest in der ersten Hälfte des Jahres 2011 vier Luchse, nämlich ein Weibchen mit mindestens zwei Jungtieren und mindestens ein erwachsener männlicher Luchs im Gebiet lebten. Möglicherweise lebten aber auch mehr Luchse in diesem Waldgebiet. So wurde 2010 ein deutlich gefleckter Luchs fotografiert. Dieses Tier könnte 2011 noch gelebt haben, ohne dass ein neues Foto gelang bzw. ohne dass es auf einem Bild wiedererkannt werden konnte. Der Fotonachweis der Jungtiere bestätigte Sichtbeobachtungen aus dem Herbst 2011, bei denen ebenfalls mindestens zwei Jungluchse beobachtet wurden. Laut Fachliteratur wäre im Untersuchungsgebiet Raum für die Jagdreviere eines Männchens und von ein bis zwei Weibchen.

Dass Luchse es auch in Hessen schwer haben, zeigt ein Skelettfund aus der Söhre. Es konnte nur noch der Schädel erwachsenen Luchses geborgen werden. Im Oktober 2011 wurde ein „halberwachsener“ Luchs tot im Untersuchungsgebiet gefunden. Als Todesursache ermittelte die Universität Gießen akutes Herz-Kreislaufversagen als Folge einer massiven Abmagerung.

Erfolglos blieb bislang der Einsatz von vier Fotofallen im Rheingau-Taunus-Kreis und von zehn Spezialkameras im Forstamtsbereich Schotten. Die Fallen im Rheingau wurden von der Bürgerstiftung „Unser Land. Rheingau und Taunus“ und im Vogelsberg vom Forstamt Schotten finanziert.


NABU: „Der Wald zeigt, ob die Jagd stimmt“

NABU und Öko-Jäger fordern Abschaffung von behördlichen Abschussplänen für Rehe und zügige Novelle des Landesjagdgesetzes

NABU Baden-Württemberg Pressemitteilung, 24.1.12

Stuttgart – „Nicht der Plan einer Behörde, sondern der Wald zeigt, ob die Jagd stimmt.“ So fasst der NABU-Landesvorsitzende Dr. Andre Baumann den heute (24.1.) im Ministerium für den Ländlichen Raum vorgestellten Zwischenbericht der Landesregierung zu ihrem Modellprojekt „Rehwildbewirtschaftung ohne behördlichen Abschussplan“ zusammen. Gemeinsam mit dem Ökologischen Jagdverband (ÖJV) fordert der NABU, die Abschusspläne abzuschaffen und das Landesjagdgesetz zügig zu novellieren: „Wir brauchen ein modernes Jagdgesetz, das dem Natur- und Tierschutz gerecht wird und den dringend notwendigen Umbau unserer Wälder hin zu klimastabilen Laubmischwäldern ermöglicht“, sagt Baumann.

In ihrem Modellprojekt hat die Landesregierung über fünf Jahre hinweg ein Verfahren zur effektiveren Bejagung von Rehen getestet. Statt der gängigen Praxis, den zulässigen Abschuss anhand von willkürlich hergeleiteten Zahlen in behördlichen Abschussplänen festzulegen, orientiert sich die Bejagung im Modellprojekt an Zielvereinbarungen zwischen Grundeigentümern und Jägern. „Das ist ein Schritt in die richtige Richtung, denn die Instrumente der Vergangenheit haben nicht gewirkt“, befindet auch der ÖJV-Vorsitzende Christian Kirch. Die Abschaffung der Abschusspläne alleine reiche jedoch nicht aus, vielmehr müssten klare ökologische und wildbiologische Kriterien zur Grundlage dieser Zielvereinbarung gemacht werden.

Vielerorts sei der Wildbestand in Baden-Württemberg unnatürlich hoch und es entstünden große Schäden in der Land- und Forstwirtschaft, schildert der gelernte Forstmann. Das sei auch für den Naturschutz problematisch, erklärt Baumann, denn der selektive Verbiss durch das Reh führe zu einem Verlust der Baumartenvielfalt im Wald. „Seltenere Baumarten wie Elsbeere, Bergahorn, Eibe oder Weißtanne sind Leckerbissen für Rehe. Sie haben bei zu hohen Wildbeständen kaum eine Chance. Doch gerade diese Baumarten brauchen wir, um unsere Wälder fit für das Klima von Morgen zu machen“, bekräftigt der NABU-Landechef.

Wie Spechte und Eichhörnchen gehörten Rehe zu einem gesunden Wald dazu, betont Baumann. Problematisch sei jedoch, dass den Rehen in der heutigen Kulturlandschaft natürliche Feinde wie Wolf und Luchs fehlten. Zugleich finde das Wild auf den Feldern ein Überangebot energiereicher Nahrung und werde von Jägern regelmäßig angefüttert, wodurch es sich rasch vermehre. Der NABU begrüßt daher eine Jagd, die an ökologischen Kriterien ausgerichtet ist und den Anforderungen des Natur- und Tierschutzes gerecht wird.




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