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Aktuell

Kahlschlag in Rumänien

Kahlschlag in Draculas Heimat

Jede Stunde verschwinden in Rumänien drei Hektar Wald

Von Gesche Jürgens, Greenpeace-Online, 18.5.12

Die Abholzung der rumänischen Wälder ist zwischen 2000 und 2011 dramatisch vorangeschritten. Das zeigt eine Karte, die in dieser Woche von Greenpeace Rumänien veröffentlicht wurde.

Rund ein Drittel der Fläche Rumäniens ist bewaldet, die meisten Wälder liegen in den Gebirgszügen der Karpaten. Wiederum rund ein Drittel dieser Wälder, knapp 20.000 Quadratkilometer, sind von Buchen dominierte Laubwälder. Sogar Urwälder, die es in unseren Breiten gar nicht mehr gibt, machen noch fünf Prozent der Waldfläche Rumäniens aus. Diese Wälder haben sich jahrhundertelang ungestört von Menschen entwickelt. Sie sind von einzigartigem ökologischen Wert. Hier leben noch seltene Tiere wie Braunbär, Wolf und Wildkatze.

Kahlschläge auch in Urwäldern und Schutzgebieten

Doch die Auswertung von Satellitenbildern durch Greenpeace zeigt, dass die Wälder akut bedroht sind. Jede Stunde verschwindet eine Waldfläche von drei Hektar. Von 2000 bis 2011 wurden insgesamt 280.108 Hektar Wald kahlgeschlagen oder stark degradiert. Damit verliert Rumänien pro Jahr rund 28.000 Hektar Wald, der besonders wichtig ist für den Arten- und Klimaschutz.

Fast die Hälfte der Kahlschläge liegt in Schutzgebieten wie National- und Naturparks oder dem europäischen Natura 2000-Netzwerk. Sogar die noch existierenden Urwälder werden - trotz ihres unschätzbaren ökologischen Werts - nicht verschont.

Behörden registrieren über 30.000 Fälle von illegalem Holzeinschlag

Illegale Holzeinschläge sind besonders in waldreichen Gebieten im Gebirge ein weitverbreitetes Problem. Greenpeace-Recherchen dokumentieren, dass zwischen 2009 und 2011 bereits über 30.000 Fälle von illegalem Holzeinschlag von Behörden registriert wurden. Es liegt in der Verantwortung der Behörden, das Maß der Holznutzung festzulegen, zu überwachen und Verstößen wie illegalen Holzeinschlägen nachzugehen. Doch obwohl die registrierten illegalen Einschläge auch durch Strafzahlungen oder Anzeigen sanktioniert wurden, ändert sich nichts am fortdauernden Schwinden der rumänischen Wälder.

Greenpeace fordert den rumänischen Umwelt- und Forstminister angesichts dieser dramatischen Entwicklung auf, sofortige Maßnahmen zum Erhalt der rumänischen Wälder zu ergreifen. Besonders die letzten vorhandenen Urwälder müssen geschützt werden.




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