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Aktuell

Tag des Artenschutzes

Hoffnungsschimmer: Seltene Tigerfamilie tapst in Kamerafalle

WWF Pressemitteilung, 2.3.15

Anlässlich des Internationalen Tags des Artenschutzes (World Wildlife Day) am 03. März warnt der WWF davor, dass sich auf der Erde derzeit das größte Artensterben seit Verschwinden der Dinosaurier ereigne. Verursacher dieser Katastrophe sei der Mensch, so der WWF. Die Rote Liste, die so etwas wie die Fieberkurve der globalen Vielfalt darstellt, zeigt an, wie schlecht es um die Tier- und Pflanzenwelt steht. Demnach sind von den rund 76.000 wissenschaftlich untersuchten Arten, über 22.000 in ihrem Bestand akut bedroht. Lebensraumzerstörung, Wilderei und dazu noch der Klimawandel setzen den Arten laut WWF immer stärker zu. Viele Tiere und Pflanzen lebten in immer kleiner werdenden Gebieten und sind dadurch stark gefährdet.

Doch es gibt immer wieder auch vereinzelte Silberstreifen am Horizont. Einer dieser Hoffnungsschimmer kommt aktuell aus dem Nordosten Chinas: Eine WWF-Kamerafalle hat im Wangqing-Reservat 30 Kilometer westlich der Russischen Grenze eine Tigerin mit ihren fröhlich spielenden Jungen festgehalten. Bei den Aufnahmen handelt es sich um den ersten Video-Nachweis einer Tigerfamilie in China. Zugleich bestätigen sie die Vermutung, dass es sich um “chinesische” Geburten handelt, da die Jungen aufgrund der Entfernung zu Russland nicht von dort stammen können.

“Es ist zwar noch viel zu früh, von einer stabilen chinesischen Tigerpopulation zu sprechen. Dennoch gibt das Video Anlass zur Hoffnung, dass sich die Tiger langsam aber beständig ihren ehemaligen Lebensraum in China zurückerobern”, sagt Markus Radday, zuständiger WWF-Referent für die Region. Mit bis zu 300 Kilogramm Gewicht und drei Meter Körperlänge ist der Amur-Tiger die größte Raubkatze der Erde. Die beiden, noch namenlosen, Stars des Zehn-Sekunden-Videos sind Tigerjungen im Teenageralter von etwa ein bis eineinhalb Jahren.

Für Shi Quanhua, Leiterin des Großkatzenprogramms des WWF China, bestätigen die atemberaubenden Aufnahmen die stetige Ausbreitung des Amur-Tigers in China. Seit 2010 betreibt der WWF im dortigen Wangqing-Hunchun-Suiyang-Dongning Gebiet ein Schutzprogramm für Tiger.

Hintergrund: Die UN Konvention des Washingtoner Artenschutzübereinkommens CITES hat den 3. März als Tag des Artenschutzes ausgerufen, um auf die Bedeutung von Wildtieren für den Menschen und ihren Wert für nachhaltige Entwicklung hinzuweisen. Das Datum erinnert an die Unterzeichnung des Washingtoner Artenschutzübereinkommens am 3. März 1973. Ziel des Abkommens ist es, den illegalen Handel mit Wildtieren zu unterbinden und sicherzustellen, dass der Fortbestand von Wildarten nicht durch legalen Handel bedroht wird.


Artenschutz: Es geht ums Überleben

Internationaler Tag des Artenschutzes am 3. März

Pro Wildlife Pressemitteilung, 2.3.15

München. Der Internationale Tag des Artenschutzes (World Wildlife Day) der Vereinten Nationen am 3. März soll daran erinnern, dass der Schmuggel geschützter Wildtiere kein Kavaliersdelikt ist, sondern das Überleben ganzer Arten gefährdet. Die Artenschutzorganisation Pro Wildlife stellt fünf Tierarten vor, die besonders von illegalem Handel betroffen sind.

Den Handel mit bedrohten Arten regelt das Washingtoner Artenschutzübereinkommen (englisch: CITES) . Doch für viele Arten sind die Regelungen zu schwach oder sie werden nicht durchgesetzt. Dies kritisiert auch UNO-Generalsekretär Ban Ki-moon aus Anlass des World Wildlife Day.

Elefanten

Einem Bericht von UNEP und INTERPOL zufolge verdienen kriminelle Netzwerke in Zentralafrika mit dem illegalen Elfenbeinhandel jährlich etwa zwischen drei und neun Millionen Euro. Zehntausende Elefanten müssen deshalb jedes Jahr ihr Leben lassen. Elfenbeinhandel wurde 1989 verboten, doch es gab zweimal Ausnahmen für den Verkauf von insgesamt fast 160 Tonnen Elfenbein nach Japan und China. Seitdem gehen der legale und illegale Handel dort Hand in Hand, der Schmuggel stieg enorm an.

Die Artenschützer von Pro Wildlife fordern, jeglichen Handel mit Elfenbein zu beenden. Das gilt für Hauptabsatzmärkte wie China und Thailand, in denen der Elfenbeinhandel legal ist, aber auch für Schlupflöcher in der EU. Die EU ist eine Drehscheibe des Handels mit angeblich altem Elfenbein nach Asien. Immerhin haben Deutschland und Frankreich vor kurzem im Alleingang den Export von Stoßzähnen verboten – komplett stoppen kann den Handel nur ein EU-weites Exportverbot.

Nashörner

1.215 Nashörner wurden alleine in Südafrika 2014 gewildert. Dies ist ein neuer Rekord, 2007 waren es noch 13 gewilderte Nashörner. 2010 lebten noch über 20.000 Nashörner in Südafrika, doch die Prognosen sind düster, wenn die Wilderei-Krise nicht gestoppt wird. Trotzdem drängt die Regierung Südafrikas die internationale Staatengemeinschaft, das derzeit geltende Handelsverbot aufzuheben. Aus Sicht der Artenschützer wäre das kontraproduktiv, weil eine Handelsfreigabe die Wilderei noch weiter anheizt - so wie die Freigaben des Elfenbeinhandels die Zahl der gewilderten Elefanten weiter in die Höhe trieb.

Schuppentiere (Pangolin)

Kaum bekannt ist, dass das Pangolin eine der meist gejagten Arten der Welt ist. Das Fleisch der bizarren Schuppentiere wird in Asien als Delikatesse verzehrt, ihre Schuppen sind ein begehrtes Mittel in der Traditionellen Medizin. Dies hat dazu geführt, dass alle acht Pangolin-Arten bedroht sind, vielerorts sind sie bereits ausgerottet. In China kollabierten die Bestände binnen 15 Jahren auf ein Zehntel. Für die vier afrikanischen Arten hat CITES den Handel beschränkt, die vier asiatischen Arten dürfen gar nicht mehr gehandelt werden. Vor dem Aussterben retten kann diese Tiere nur ein komplettes internationales Handelsverbot, das streng überwacht wird.

Plumploris

Dem kulleräugigen Plumplori wird seine Niedlichkeit zum Verhängnis: Die baumbewohnenden Äffchen sind zwar streng durch das Washingtoner Artenschutzübereinkommen geschützt, trotzdem gehen die Wild-Populationen aller fünf Arten erschreckend zurück. Denn einerseits schrumpft ihr Lebensraum, andererseits werden die Tiere als Haustiere immer beliebter. Angeheizt wird der Trend durch YouTube-Videos, in denen in Gefangenschaft lebende Plumploris gefüttert, gekrault oder als Kuscheltier gezeigt werden. Doch die Tiere sind als Haustiere völlig ungeeignet, sterben bald, und so wird der Nachschub aus freier Wildbahn gefangen.

Hornagamen und Co

Viele bedrohte Reptilienarten sind nur in ihrem Herkunftsland streng geschützt, dürfen aber in anderen Ländern gehandelt werden. Seit exotische Reptilien als Heimtiere immer beliebter werden, ist ein grauer Markt entstanden, der so manche Art an den Rand der Ausrottung bringt. Gefährdet sind unter anderem kleine, hochbedrohte Populationen von Hornagamen aus Sri Lanka, Krokodilschleichen aus Guatemala und Borneo-Taubwarane aus Indonesien. Sie fallen durch eine Gesetzeslücke der EU: Sobald die Tiere außer Landes geschmuggelt sind, haben skrupellose Händler in der EU keine Strafe zu befürchten. Bei minimalem Risiko machen die Händler den Reibach, denn im europäischen Heimtierhandel erzielen die Tiere bis zu tausende Euro pro Paar. Pro Wildlife fordert, dass die EU die Einfuhr von Arten verbietet, die in ihrem Heimatland nicht gefangen und exportiert werden dürfen.


Weltwildtiertag: Indigene verurteilen Verfolgung im Namen des „Naturschutzes“

Survival International Deutschland e.V. Pressemitteilung, 3.3.15

Anlässlich des heutigen Weltwildtiertages kritisiert Survival International, die globale Bewegung für die Rechte indigener Völker, den Missbrauch indigener Völker im Namen des „Wildtierschutzes“.

Kraftvolle Video-Aussagen von Bayaka-„Pygmäen“ in der Republik Kongo unterstreichen deren enge Bindung zu ihrem Land und den Missbrauch, dem sie durch Anti-Wilderer-Einheiten ausgesetzt sind – welche oft von großen Naturschutz-Organisationen wie dem Worldwide Fund for Nature und der Wildlife Conservation Society (WCS) finanziert werden.

Die Leben von Tausenden Baiga wurden in Indien zerstört, nachdem sie gewaltsam und widerrechtlich aus dem Kanha-Tigerreservat – Heimat des „Dschungelbuchs“ – vertrieben worden waren. Man zerstreute ihre Gemeinden und nahm ihnen ihr Land –Touristen sind im Reservat jedoch willkommen.

„Wegen der EcoGuards [Anti-Wilderer-Einheiten] sitzen wir hier und verhungern. Sie haben unsere Welt zerstört. Wenn wir versuchen im Wald zu jagen, schlagen sie uns sehr schwer. Sie töten uns sogar, wenn sie uns im Wald sehen“, berichtet eine Bayaka-Frau.

Eine weitere Bayaka-Frau erklärte schon 2013 gegenüber Survival International: „Die Anti-Wilderer-Einheit sagte mir, ich solle das Kind wegnehmen, das zu meinen Füßen saß. Dann schlugen sie mir mit Holzstücken auf den Rücken und ich fiel zu Boden. Mit jeder Drohung, die sie machten, schlugen sie mich nochmals.“

Ein Baiga-Mann erklärte 2012 gegenüber Survival International: „Vergiftet uns, vernichtet uns genau hier, das ist in Ordnung, aber entwurzelt uns nicht.“ 2014 wurde seine Gemeinde im Namen des Tigerschutzes aus dem Schutzgebiet Kanha vertrieben.

Indigene Völker sind die besten Naturschützer, dennoch werden sie unrechtmäßig im Namen des „Naturschutzes“ von ihrem Land vertrieben.

Survivals Kampagne „Eure Wildnis, Unser Zuhause“ fordert ein radikales Umdenken im Naturschutz, basierend auf dem Prinzip, dass indigene Völker die besten Umweltschützer sind und die Zwangsvertreibungen ihrer Gemeinden in der Regel zu Schäden an der Umwelt führen.

Stephen Corry, Direktor von Survival International, sagte heute: „Organisationen, die dem Schutz der Tier- und Pflanzenwelt verpflichtet sind, müssen ihre Arbeit radikal überdenken. Sie müssen anerkennen, dass sie selbt die Junior-Partner sind – nicht die Indigenen, deren Land genommen wird und die verfolgt und misshandelt werden.“


NABU fordert mehr Engagement beim Fledermausschutz

Tschimpke: Deutschland hat besondere Verantwortung

NABU Pressemitteilung, 2.3.15

Berlin – Mit Blick auf den Internationalen Tages des Artenschutzes (3. März) verweist der NABU auf die in Deutschland besonders gefährdeten Fledermäuse. Vier der 24 heimischen Fledermausarten sind bereits vom Aussterben bedroht: Die Große und Kleine Hufeisennase sowie die Wimpern- und Mopsfledermaus. Drei weitere Arten gelten als stark gefährdet, fünf als gefährdet.

„Ursache für die starken Bestandseinbrüche der meisten Fledermausarten in den vergangenen Jahrzehnten ist vor allem die intensive Landwirtschaft. Neben dem Verlust der Vielfalt bäuerlicher Kulturlandschaften sind die Auswirkungen auf das Angebot an Beutetieren wie Nachtfaltern, Fluginsekten oder Käfern erheblich, ebenso wie der Einsatz von Pestiziden“, sagte NABU-Präsident Olaf Tschimpke.

Viele Fledermaus-Quartiere werden vom Menschen unbewusst zerstört. Besonders höhlenreiches Altholz wird noch immer aus dem Wald entfernt. Dachböden werden renoviert und mit Holzschutzmitteln behandelt, Hohlräume ausgeschäumt und Fugen versiegelt, wichtige Quartiere gehen so verloren. „Am Schutz der Tiere kann sich jeder beteiligen. Künstliche Quartiere wie Fledermauskästen, Einbausteine ins Mauerwerk, Vermeidung von Pestiziden oder ein fledermausfreundlicher Garten zur Förderung nachtaktiver Insektenarten, vieles ist möglich und bedarf nur eines geringen Aufwands“, so NABU-Fledermausexperte Sebastian Kolberg.

Auch Windkraftanlagen stellen eine Gefahr für die heimischen und im besonderen Maße auch für migrierende Fledermäuse aus dem europäischen Umland dar, wenn sie nicht auf Standorten geplant werden, die aus Naturschutzsicht als konfliktarm eingestuft werden. Einer aktuellen Studie des Leibniz-Instituts für Zoo- und Wildtierforschung zufolge sterben jährlich 250.000 Tiere an den Folgen von Kollisionen mit den Rotorblättern oder dem so genannten Barotrauma, welches durch große Luftdruckänderungen an den Rotorblättern erzeugt wird und bei dem die inneren Organe der Tiere zerreißen können.

„Deutschland trägt hier eine ganz besondere Verantwortung nicht nur für die heimischen, sondern alle europäischen Fledermausarten. Als Transitland für wandernde Fledermäuse muss der Artenschutz im Vordergrund stehen“, so NABU-Präsident Tschimpke. „Als Vertragsstaat des EUROBATS-Abkommens hat sich die Bundesrepublik dazu verpflichtet, den Fledermausschutz bei der Planung von Windenergieanlagen zu berücksichtigen.“

Studien belegen, dass insbesondere der Naturraum sowie Witterungsverhältnisse wie Temperatur, Niederschlag und Windgeschwindigkeit die Aktivität von Fledermäusen im Umfeld von Windenergieanlagen bestimmen. Wälder und waldreiche Standorte zählen zu den sensiblen und daher konfliktreichen Gebieten. Hier finden sich Jagdhabitate, Tages- und Winterquartiere vieler Fledermausarten. Von Windkraft besonders gefährdete Arten wie die Rauhautfledermaus, der Große wie auch der Kleine Abendsegler oder die Zwergfledermaus nutzen Wälder, besonders mit hohem Altholzanteil, als Tages- und Winterquartiere. Daher sollten Waldstandorte möglichst nicht für die Windenergienutzung herangezogen werden.




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