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Aktuell

Russland: Bilanz der Waldbrandsaison

8. November, 2010

Waldbrand-Katastrophe in Russland: Feuerfläche doppelt so groß wie bisher angegeben

SANKT PETERSBURG, (RIA Novosti). Seit Beginn dieses Jahres haben in Russland insgesamt drei Millionen Hektar Wald gebrannt. Die Brandfläche war damit mehr als doppelt so groß wie bisher behauptet.

Das teilte Nikolai Kowaljow, der für die Luftüberwachung der Wälder zuständige Ressortleiter der russischen Forstagentur, am Montag mit. Laut den Daten der Agentur hat es landesweit 30.000 Waldbrandherde auf einer Fläche von mehr als 1,246 Millionen Hektar gegeben.

Das reale Ausmaß der Waldbrände sei laut Kowaljow allerdings viel größer gewesen. Die amtliche Statistik stimmt Kowaljow zufolge mit den Daten der Luftüberwachung nicht überein, weil viele Regionen das Ausmaß der Brandkatastrophe von diesem Sommer verharmlost und entweder falsche oder überhaupt keine Daten geliefert haben. „Mehrere Regionen wollen den tatsächlichen Stand der Dinge nicht zeigen“, so der Ressortleiter der russischen Forstagentur.

Die extreme Hitze und Dürre, die von Juni bis August in Zentralrussland anhielten, haben zu riesigen Naturbränden und extremer Luftverschmutzung in mehreren Regionen geführt. Die Feuer verwüsteten ganze Dörfer und haben Dutzende von Menschenleben gefordert. Mehr als 3.500 Menschen wurden obdachlos. Weite Teile der Ernte wurden vernichtet.


9. November, 2010

Klimaforscher führen Gluthitze 2010 auf Antizyklon über Eurasien zurück

MOSKAU, (RIA Novosti). Die extreme Hitze und Trockenheit im vergangenen Sommer in Russland ist Experten zufolge auf ein äußerst selten vorkommendes Zusammentreffen mehrerer Ursachen zurückzuführen: ein abnorm beständiges, blockierendes Hochdruckgebiet, die äußerst schwere Dürre im Raum des Kaspischen Meeres und den allgemeinen Temperaturanstieg infolge der globalen Klimaerwärmung.

Das sagte der Leiter des Lehrstuhls für Meteorologie und Klimakunde der geographischen Fakultät der Moskauer Lomonossow-Universität, Alexander Kislow, RIA Novosti. Da die genannten Ereignisse an sich selten und unabhängig voneinander seien, sei die Wahrscheinlichkeit ihres Zusammentreffens sehr gering, sagte der Gesprächspartner der Agentur.

In einem Bericht des Präsidiums des wissenschaftlich-technischen Rates des Russischen Dienstes für Hydrometeorologie und Umweltkontrolle (Rosgidromet) und des wissenschaftlichen Rates für Klimatheorie der nationalen Akademie der Wissenschaften wird ein massiver, mehr als 16 Kilometer hoher Antizyklon über Eurasien am vergangenen Sommer als Hauptursache für die abnorme Hitze und Dürre bezeichnet.

„Dieses fast unbewegliche Hoch hat den in dieser Höhe üblichen westlichen Winden den Weg gesperrt (blockiert)“, heißt es in dem Dokument. Den Wissenschaftern zufolge werden blockierende Hochs, die gewöhnlich drei bis fünf Tage dauern, recht oft in der Atmosphäre beobachtet, aber nur rund ein Prozent der blockierenden Antizyklone dauere länger als 16 Tage.

„Im Sommer 2010 hat sich ein blockierendes Antizyklon rund 50 Tage lang gehalten, wobei die Kennzahl vom Sommer 1972, als eine ähnliche Wettersituation zu beobachten war, wesentlich übertroffen wurde. Die Uraschen für die Entwicklung solcher abnormer Prozesse müssen noch untersucht werden“, so das Dokument.

Die Meteorologen erklären die abnorm lange Beständigkeit des Hochdruckgebietes mit der „Spezifik der wechselseitigen Beziehungen von Wellen in der Atmosphäre“, einer besonderen Verteilung von Wärmequellen auf der Erdoberfläche und einer Reihe von klimatischen Wechselbeziehungen.

Im europäischen Russland hatte ab Mitte Juni 2010 eine schwere, trockene Hitze geherrscht, die zwei Monate lang verheerende Wald- und Torfbrände auslöste. Giftiger Qualm breitete sich über die Region Moskau und andere Gebiete aus. Die russische Hauptstadt versank im Smog.


12. Oktober,2010

Nach schweren Bränden bei Moskau: Russland kauft neue Löschtechnik für 360 Millionen Euro

MOSKAU, (RIA Novosti). Die russischen Behörden stellen in den nächsten drei Jahren dem Vize-Premier Viktor Subkow zufolge insgesamt 15 Milliarden Rubel (360 Millionen Euro) für den Kauf von Feuerwehrtechnik bereit.

Nach Angaben der Föderalen Agentur für Forstwirtschaft sind 80 bis 85 Prozent der Feuerwehrtechnik in Russland verschlissen. Der Chef der Behörde, Viktor Masljakow, sagte am Dienstag: „Es wird faktisch mit der Wiederherstellung des nahezu gänzlich zerstörten Systems der Brandschutzstationen begonnen, in denen früher alle Hauptressourcen für die Bekämpfung von Waldbränden konzentriert waren“.

Masljakow zufolge sollen in den brandgefährdeten Regionen in den nächsten drei Jahren 400 Brandschutz- und Chemiestationen eingerichtet werden, die je 500 000 Hektar Waldfläche kontrollieren sollen.

In diesem Sommer waren große Teile des europäischen Russland, darunter Moskaus Umgebung, bei extremer Hitze und Trockenheit von verheerenden Wald- und Torfbränden heimgesucht worden. Moskau und andere Städte waren in dichte Rauchwolken gehüllt. Die Bevölkerung war durch den giftigen Qualm erheblichen Gesundheitsrisiken ausgesetzt.




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