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Russisches Schutzgebietsnetz

NABU: Größtes Schutzgebietsnetz der Welt in Russland wird 100 Jahre alt

Tennhardt: Erhalt des bedeutenden Naturerbes benötigt internationale Unterstützung

NABU Pressemitteilung, 11.1.17

Berlin - Anlässlich des 100-jährigen Bestehens des russischen Schutzgebietsnetzes "Zapovednik" zieht der NABU eine positive Bilanz zum Naturschutzengagement Russlands. "103 Naturreservate in Russland bilden heute eines der ältesten, größten und am besten gesicherten Schutzgebietsnetze der Welt und stellen ein bedeutendes und unantastbares Naturerbe der Menschheit dar. Dieses für die nächste Generation zu erhalten, ist auch weiterhin eine internationale Aufgabe", sagte NABU-Vizepräsident Thomas Tennhardt. Der NABU fordert von der EU eine intensivere Zusammenarbeit im Naturschutz mit Russland.

Am 11. Januar 1917 wurde das erste russische Naturschutzgebiet "Zapovednik Barguzinsky" gegründet. Es ist, ebenso wie alle folgenden sogenannten "Zapovedniks", nach russischer Gesetzgebung von der wirtschaftlichen Nutzung ausgeschlossen und stellt somit ein streng geschütztes Naturreservat dar. Der erste russische Nationalpark, auf den landesweit über 50 Nationalparke folgten, wurde erst 1983 in Sotschi ausgewiesen. Heute beträgt die Gesamtfläche aller Zapovedniks und Nationalparke in Russland über 38 Millionen Hektar und ist damit deutlich größer als die gesamte Bundesrepublik Deutschland.

"In Russland gibt es insgesamt über 19.000 verschiedene Naturschutzgebiete mit über 200 Millionen Hektar. Das entspricht etwa zwölf Prozent der Landesfläche", so Vitalij Kovalev, Leiter des NABU-Kaukasusprogramms. Viele der Flächen entsprächen allerdings nicht dem aktuellen internationalen Standard und müssten dringend finanziell und organisatorisch besser aufgestellt werden. "Dafür bedarf es internationaler Unterstützung im Bereich Naturschutz für Russland, die sowohl politische und soziale Herausforderungen als auch Chancen mit sich bringt", so Kovalev.

Der NABU engagiert sich seit 1992 für den Naturschutz in Russland und war in den 90er Jahren an der Ausweisung russischer UNESCO-Weltnaturerbegebiete beteiligt, darunter das Zapovednik Kavkazsky im Jahr 1999. Der Verband arbeitet seit 25 Jahren eng mit dem Zapovednik Kavkazsky zusammen und hat bereits zahlreiche Projekte zu Umweltbildung, Ökotourismus, Schutz der Wisente und Nordmanntannenwälder erfolgreich umgesetzt.




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