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Erfolg in Kamerun

Kamerun zieht Loggingpläne im Ebo-Wald zurück

"Rettet den Regenwald" e.V. Pressemitteilung, 13.8.20

Gute Nachrichten aus Kamerun: die dortige Regierung wollte ursprünglich große Teile des Ebo Forest für den Holzeinschlag freigeben, obwohl dort Gorillas und Schimpansen leben. Jetzt hat Präsident Paul Biya die Entscheidung suspendiert. Dauerhaft gerettet ist der Wald damit jedoch nicht.

Als im Februar 2020 Pläne der Regierung bekannt wurden, 133.392 Hektar für den Holzeinschlag freizugeben, waren die Bevölkerung, Wissenschaftler und Umweltschützer alarmiert. Die Freigabe würde die Lebensgrundlage der Menschen zerstören, einzigartige Artenvielfalt gefährden und den Lebensraum von Primaten vernichten.

Jetzt hat Präsident Paul Biya die Pläne der Regierung suspendiert, indem er Dekret 2020/3216/PM vom 14. Juli 2020 widerrief. Davon waren zwei Flächen von 68.385 und 65.007 Hektar Größe betroffen.

„Wir begrüßen die Suspendierung der aktuellen Pläne zum Holzeinschlag im Ebo-Wald. Wir sind jedoch besorgt, dass seine Zukunft unklar bleibt. Die Entscheidung muss der erste Schritt zur Anerkennung der Rechte der Banen und zum Schutz des Waldes sein“, schreiben Chief Victor Yetina aus dem Ort Ndikbassogog (Vertreter der Association Munen Retour aux Sources) und Dr. Ekwoge Abwe (Leiter des Ebo Forest Research Project des Zoos von San Diego).

Rettet den Regenwald e.V. setzt sich mit Greenpeace Africa und anderen Organisationen für den Erhalt des Ebo-Waldes ein. Eine Petition dazu wurde bislang von 118.542 Menschen unterschrieben.

„Die Entscheidung von Präsident Paul Biya korrigiert einen verheerenden Fehler. Jetzt kommt es darauf an, den Ebo-Wald dauerhaft zu schützen“, sagt Mathias Rittgerott von Rettet den Regenwald e.V.. „Denn noch sind die Pläne lediglich suspendiert und können jederzeit wiederbelebt werden. Die Rechte und die Beteiligung der einheimischen Bevölkerung spielen dabei eine zentrale Rolle.“

Rettet den Regenwald e.V. wird daher die weitere Entwicklung kritisch beobachten und die Kampagne zum Schutz des Waldes und der Rechte der indigenen Bevölkerung fortsetzen.

„Die Suspendierung der Logging-Pläne im Ebo-Wald ist eine bedeutende Gelegenheit für soziale und ökologische Gerechtigkeit. Greenpeace Africa bleibt bei seiner Unterstützung der Rechte der Communities und des Schutzes der Wälder in Kamerun und im Kongo-Becken weiterhin wachsam“, sagt Ranece Jovial Ndjeudja, Campaign-Manager von Greenpeace Africa in Kamerun.

Der Ebo Forest ist ein Hotspot der Artenvielfalt. Die Gorillas bilden womöglich eine eigene Subspezies. Die rund 700 Nigeria-Kamerun-Schimpansen sind die einzigen weltweit, die sowohl mit Steinen und Hammern aus Holz Nüsse knacken als auch mit Stöcken Termiten fangen. Seit Jahrhunderten lebten die Einwohner von mehr als 40 Dörfern, die zum Volk der Banen gehören, im und um den Ebo-Wald, ohne ihn zu gefährden.

Im Statement von Chief Victor Yetina und Dr Ekwoge Abwe, das von Rettet den Regenwald e.V. und Greenpeace Africa unterstützt wird, heißt es weiter: „Wir rufen die Regierung von Kamerun dazu auf, internationale Verpflichtungen einzuhalten*, und die partizipatorische Kartierung und Landnutzungsplanung mit der lokalen Bevölkerung voranzubringen. Eine Reform der Landrechte muss die vollständige Anerkennung der Rechte der Communities zum Kern haben.“ Gemeint sind etwa das Paris Agreement zum Klimaschutz (2015), Agreement on the Conservation of Gorillas and their Habitats (2007) und die Convention on Biodiversity (1992).

„Wir rufen internationale Geldgeber und Nichtregierungsorganisationen dazu auf, diese Prozesse mit technischer Expertise und Ressourcen, sowohl im Ebo-Wald als auch im gesamten Kongo-Becken, zu unterstützen.“

Rettet den Regenwald e.V. setzt sich seit 1986 aktiv für den Schutz des Regenwaldes ein. Der gemeinnützige Verein benennt regenwaldzerstörende Projekte, Unternehmen und politische Entscheider. Rettet den Regenwald e.V. unterstützt zudem lokale Basisorganisationen in den Tropen, damit Landraub, Abholzungen und Umweltzerstörung verhindert werden.




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