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Indigenenvertreibung in Indien

Neue Dschungelbuch-Verfilmung: Indigenen Völkern droht weiterhin Vertreibung

Survival International Deutschland e.V. Pressemitteilung, 6.4.16

Während dieser Tage der neue Film The Jungle Book veröffentlicht wird, werden in ganz Indien indigene Völker illegal von ihrem Land vertrieben, um daraus Tiger-Reservate für zahlende Touristen zu machen.

Eines davon ist das ikonische Kanha-Tiger-Reservat, das dem Originalroman von Rudyard Kipling als Inspiration diente. Hunderte Angehörige der Baiga- und Gond-Völker wurden daraus im Jahr 2014 illegal vertrieben. Weitere Zwangsräumungen drohen unter anderem in dem in der Nähe gelegenen Achanakmar-Reservat sowie in Amrabad, obwohl es heftigen Widerstand dagegen gibt.

Kanha verkauft sich selbst als die „Inspiration“ für das Dschungelbuch und fördert groß angelegten Tourismus auf dem Gebiet, da man „nirgendwo sonst so oft [Tiger] sehen könne“. Dennoch dürften sich nur sehr wenige Besucher oder Zuschauer des Disney-Films der Gewalt und Einschüchterung bewusst sein, die indigenen Völkern in der Heimat des Dschungelbuchs im Namen des Tigerschutzes zugefügt wird.

Die Forstbehörde behauptet, dass indigene Völker „freiwillige Umsiedlungen“ akzeptieren. In Wirklichkeit werden sie durch Bestechung und der Androhung von Gewalt gezwungen, die Räumungen zu „akzeptieren“. Einige werden in Umsiedlungslager der Regierung gebracht, andere werden einfach ausgewiesen und dazu gezwungen, in bitterer Armut am Rande ihres Territoriums zu leben.

Nach den Kanha-Zwangsräumungen 2014 sagte ein Baiga-Mann: „Wir waren eine der letzten Familien, die Widerstand geleistet hat. Aber die Menschen aus dem Reservat haben uns zum Gehen gezwungen. Sie sagten zu uns, sie würden sich drei Jahre lang um uns kümmern, aber sie haben nichts getan. Auch als mein Bruder getötet wurde, kam niemand um uns zu helfen.“ Ein weiterer Angehöriger der Baiga sagte: „Wir sind verloren – wir wandern auf der Suche nach Land. Hier gibt es nur Traurigkeit. Wir brauchen den Dschungel.“

Die großen Naturschutzorganisationen tragen Schuld daran, weil sie dies unterstützen und sich nie gegen Vertreibungen aussprechen. Viele indigene Völker verehren jedoch den Tiger und leben seit Generationen mit ihm friedlich zusammen. Es gibt keine Beweise dafür, dass die Vertreibungen den Tiger schützen. Tatsächlich schaden sie ihm eher, indem sie die lokale Bevölkerung von Naturschutzbemühungen abhalten.

Indigene Völker sind die besten Umweltschützer und Wächter der Natur. Sie sollten die Bewegung zum Schutz des Tigers anführen – stattdessen werden sie davon ausgeschlossen. Es gibt sogar Beweise dafür, dass mehr Tiger in den Gebieten leben, aus denen die Menschen nicht vertrieben wurden.

Stephen Corry, Direktor von Survival International, sagte: „Wir hoffen, dass dieser Film dabei hilft, die Aufmerksamkeit auf das Leiden zu lenken, das derzeit indigenen Völkern in Indien im Namen des Tigerschutzes zugefügt wird. Auch wenn Indiens Tigerpopulation im letzten Jahrhundert stark abgenommen hat, hat dies nichts mit indigenen Völkern zu tun. Es geschah durch die rasche Industrialisierung und dem Abschlachten des Tigers durch Kolonialjäger und indische Eliten. Doch in ganz Indien zahlen indigene Völker heute den Preis dafür: Sie werden von ihrem angestammten Land vertrieben und durch Tausende Touristen ersetzt.“


Der indische Dschungel ist ganz anders als im Film

"Das Dschungelbuch" kommt neu in die Kinos. Im indischen Madhya Pradesh, wo die Geschichte spielt, ist aber einiges anders. Der Dschungel ist eher eine Savanne und große Raubtiere sind recht scheu.

Von Michael Braun Alexander, DIE WELT, 5.4.16

http://www.welt.de/reise/Fern/article154025337/Der-indische-Dschungel-ist-ganz-anders-als-im-Film.html




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